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Regional Bio-Lieferservice Lotta Karotta investiert 750.000 Euro
Nachrichten Wirtschaft Regional Bio-Lieferservice Lotta Karotta investiert 750.000 Euro
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19:58 27.12.2018
Im Zuge der energetischen Sanierung erhielt das Hallendach eine Solaranlage: Katrin Schlick und Andreas Backfisch. Quelle: r
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„Wir haben den ehemaligen Bauernhof an der Gartestraße 50a einschließlich der 700 Quadratmeter großen Gewerbehalle gekauft“, berichtet Katrin Schlick, die das Unternehmen gemeinsam mit ihrem Mann, Andreas Backfisch, führt. Seit 2005 hätten sie das Anwesen bereits gepachtet gehabt. „Als Eigentümer konnten wir nun alle die Dinge umsetzen, die wir uns schon lange vorgenommen hatten“, sagt Backfisch.

Energieagentur Göttingen

Als Unternehmen, das zu 100 Prozent auf Bio setze, hätten sie das Betriebsgebäude nun endlich energetisch saniert, führt der Unternehmer aus. Eine große Hilfe sei ihnen dabei die Mitgliedschaften im Energie-Effizienz-Netzwerk und bei der Energieagentur Göttingen gewesen. Das Göttinger Bedachungsgeschäft habe die Halle mit einem neuen, gedämmten Dach ausgestattet. Auf der 500 Quadratmeter großen und nach Süden ausgerichteten Fläche habe ihnen die Göttinger Firma bode & Stephan eine 94-Kilowatt-Solaranlage installiert. Sie verfüge über einen 15-Kilowatt-Speicher.

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Neue Pelletheizung

„Die bisherigen Erdöl- und Nachtspeicherheizungen hat uns die Seulinger Firma Scholle durch eine 48-Kilowatt-Pelletheizung ersetzt“, berichtet Backfisch. Die Pellets würden sie aus dem Werk in Hardegsen beziehen. Sie hätten ihre Kühlfläche verdoppelt und setzten nun klimaschonende Kältetechnik ein. Eine Umstellung der Beleuchtung auf LED-Technik sei zwischen den Jahren geplant.

Förderung aus dem Leader-Programm

„Die Firma Weidemann aus Reinhausen hat die Hälfte der Halle mit einem neuen Industriefußboden gegossen“, sagt Backfisch. Die Sozialräume seien erweitert worden. Die Packhalle werde nun klimatisiert. Finanzieren würden sie die Investition über die GLS Gemeinschaftsbank. Die Europäische Union fördere sie mit 50.000 Euro aus dem Leader-Programm.

Gärtnerei Rote Rübe, Schwarzer Rettich

„Gegründet haben wir Lotta Karotta, wo heute 25 Mitarbeiter tätig sind, zur Vermarktung des Gemüses unserer Gärtnerei Rote Rübe, Schwarzer Rettich“, erinnert sich Backfisch. Anfangs hätten drei weitere Biobauern mitgemacht. Seit 2010 sein sie ein reiner Familienbetrieb. Die Gärtnerei mit ihren zehn Mitarbeitern führe er gemeinsam mit einem Partner.

„Ende der 90er-Jahre war es schwerer als heute, Bioprodukte zu bekommen“, erinnert sich Schlick. Sie vertrieben vor allem Produkte von Bioland- und Demeter-Betrieben aus der Region. Langjährige Beziehungen zu den mehr als 20 Lieferanten seien ihnen wichtig. So wüssten sie genau, wie ihre Produkte hergestellt würden. Nicht zuletzt deswegen seien sie von den Lebensmittelskandalen der vergangenen Jahre nie betroffen gewesen. Ihre Kundschaft sei jedes Mal gewachsen.

Sortiment umfasst mehr als 1800 Bioartikel

„70 Prozent des Umsatzes machen wir mit Obst und Gemüse“, berichtet Schlick. Zu den mehr als 1800 Bioartikeln im Sortiment gehörten aber auch 80 verschiedene Sorten Wein sowie Säfte und Bier. Getränkekisten würden ihre Fahrer auch in den vierten Stock tragen. Ihr rollender Bioladen führe sogar Reinigungsmittel und Kosmetika, Windeln und Toilettenpapier.

Die meisten Kunden bestellen heute online

„Unsere Kunden bestellen heute größtenteils online, zum Teil aber auch telefonisch“, sagt Schlick. Sie lieferten bis nach Einbeck und Osterode, Duderstadt und Hann. Münden 15 Prozent des Umsatzes erwirtschafteten sie mit 50 Schulen der Region. Fünf Prozent entfielen auf Firmen. Privathaushalte machten 80 Prozent des Umsatzes aus. Darunter seien junge Familien, Berufstätige, die wenig Zeit zum Einkaufen hätten, Studenten-WG, aber auch ältere Bürger.

Hälfte der Lieferungen geht nach Göttingen

„Die Hälfte der Lieferungen geht nach Göttingen“, sagt die Geschäftsführerin. Im übrigen Südniedersachsen hätten sie weniger Kunden, die dafür aber – mangels anderer Bezugsquellen – deutlich größere Bestellungen machten. Sie würden auch mal nicht georderte Lebensmittel – etwa Pastinaken oder Rote Bete – zusammen mit Rezepten in die Kisten legen. Wichtig sei ihnen ein geringer Anteil an Verpackungen. Ganz auf sie verzichten könnten sie nicht, da sie die Ware gegen Kälte, Hitze oder Druck schützen müssten.

Von Michael Caspar

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