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Regional Democracy-App kontrolliert Bundestagsabgeordnete
Nachrichten Wirtschaft Regional Democracy-App kontrolliert Bundestagsabgeordnete
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16:00 24.05.2019
Marius Krueger will mit der App "DEMOCRACY" für mehr Transparenz in der Politik sorgen. Quelle: Boeger
Göttingen

Eine App, die das Abstimmungsverhalten von Bundestagsabgeordneten transparent macht, hat der Göttinger Marius Krüger mit Unterstützung von zwei Programmierern entwickelt. Nutzer können zudem über aktuelle Gesetzesvorhaben abstimmen und so herausfinden, welcher Abgeordnete im Laufe der Zeit über die verschiedenen Politikbereiche hinweg am ehesten ihre Interessen vertritt.

Im Oktober 2018 brachte Krüger die erste Version heraus. Eine verbesserte Version steht seit Februar kostenlos zum Download zur Verfügung. Etwa 60.000 Bürger nutzen sie bereits. Knapp 500.000 Mal gaben sie ihre Stimme ab.

„Den Anstoß, eine solche App auf den Markt zu bringen, gab ein Wahlplakat“, erzählt Krüger. Da warb ein Bundestagsabgeordneter mit dem Slogan „Für Frieden und Abrüstung“ um seine Wiederwahl. Das sprach den Göttinger an. Neugierig recherchierte er, wie der Abgeordnete bei entsprechenden Abstimmungen im Bundestag die Hand gehoben hatte. „Ich fand heraus, dass er immer Militäreinsätzen und Rüstungsexporten zugestimmt hatte“, berichtet Krüger. Ernüchtert beschloss er, für mehr Transparenz zu sorgen.

Anschubfinanzierung über Crowdfunding

Die Idee begeisterte auch andere. Bei einer Crowdfunding-Kampagne warb Krüger, der in Mannheim Betriebswirtschaft studiert hat, Ende 2017 bei 540 Spendern 35.000 Euro Startkapital ein. „Außerdem gingen bei mir 50 Bewerbungen von Programmieren ein, die bei der Umsetzung helfen wollten“, erinnert sich der Göttinger. Er entschied sich für Manuel Ruck und Ulf Gebhardt. Gemeinsam entwickelten sie einen Prototypen. Das begeisterte die Hertie-Stiftung, die Krüger ein Stipendium gewährte und dem mittlerweile gegründeten Democracy-Verein, 50.000 Euro spendete. So konnte das Trio seine App perfektionieren.

Verein sucht Sponsoren

„Anfang 2019 war das Geld ausgegeben“, berichtet Krüger. Seine Mitstreiter suchten sich daraufhin neue Jobs. Sie unterstützen Democracy nun ehrenamtlich. Krüger lebt derzeit von seinen Ersparnissen. Sein Ziel: Er will 2000 Sponsoren finden, die den Verein monatlich mit fünf bis zehn Euro unterstützen – insgesamt mit 10.000 Euro. So könnte der Verein Mitarbeiter einstellen. Gut 400 Spender, die zusammen monatlich 3700 Euro aufbringen hat Democracy bereits zusammen.

Ausweitung auf Landtage und kommunale Räte

„Genug zu tun, gibt es“, betont der Start-up-Unternehmer. Bisher wertet die Software automatisch öffentlich zugängliche Unterlagen des Bundestags aus. Das lässt sich auf Landtage und kommunale Räte ausweiten. In der zweiten Jahreshälfte will Krüger eine Vortragsreise durch Deutschland starten und für sein Projekt werben.

Politikverdrossenheit

„Viele junge Menschen trauen den Politikern nicht“, weiß der Göttinger. Sie hätten das Gefühl, dass die Abgeordenten etwa bei Staatstrojanern, dem Urheberrecht oder der Klimapolitik nicht ihre Interessen vertreten würden. Seine App gebe ihnen die Möglichkeit, das zu überprüfen und ihre Abgeordneten gezielt anzusprechen.

Von Michael Caspar

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