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Regional Metall-Beschäftigte wollen sich nicht „abspeisen“ lassen
Nachrichten Wirtschaft Regional Metall-Beschäftigte wollen sich nicht „abspeisen“ lassen
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12:17 10.05.2012
Stärken sich vor dem Kundgebungsbeginn: Streikende in der Weender Straße.
Stärken sich vor dem Kundgebungsbeginn: Streikende in der Weender Straße. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Die Demonstranten (nach Gewerkschaftsschätzungen 2000; Polizei: 1000) wollten ihren Tarifforderungen Nachdruck verleihen.

Beteiligt hatten sich Beschäftigte der Firmen Mahr, Novelis, Sartorius, Zeiss, Bosch und John Crane aus Göttingen, Haendler & Natermann sowie Metallumform aus Hann. Münden, Demag Cranes aus Uslar, Täfler aus Dransfeld, Bosch aus Willershausen.

Die Situation sei „ein Skandal und eine Schande“, rief Gerd-Uwe Boguslawski, 1. Bevollmächtigter der IG Metall SNH, den Streikenden zu. Während der Wirtschaftskrise seien die Arbeitgeber mit der Aufforderung, gemeinsam den Standort Deutschland zu sichern, auf die Gewerkschaften zukommen. Die hätten daraufhin viele Zugeständnisse gemacht. Und nun würden dieselben Arbeitgeber versuchen, ihre Beschäftigten „abzuspeisen“. Drei Forderungen formulierte Boguslawski: 1. Eine „angemessene“ Entgelt-Erhöhung von 6,5 Prozent. Die von den Arbeitgebern vorgeschlagenen 2,57 Prozent für die nächsten zwölf Monate seien „völlig unakzeptabel“. 2. Eine „faire Regelung“ der Leiharbeit. Es sei ein Skandal, dass in den Betrieben Leiharbeiter beschäftigt seien, die weniger als die Hälfte der Stammmitarbeiter verdienten. 3. Die unbefristete Übernahme von ausgelernten Auszubildenden. Verträge zu befristen sei allein deshalb schon nicht nachvollziehbar, weil immer vom Fachkräftemangel geredet würde.

Wer „von sozialer Marktwirtschaft schwafele“, dürfe den Beschäftigten nicht in die Tasche greifen, sagte Boguslawski zum Abschluss und kündigte gleichzeitig an, dass die IG Metall „streikbereit“ sei.

hr