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Regional Sartorius stellt Life Science Factory vor
Nachrichten Wirtschaft Regional Sartorius stellt Life Science Factory vor
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14:36 28.08.2018
Pressegespräch im Sartorius-Quartier über die neue Life Science Factory – mit Joachim Kreuzburg, Sven Wagner und Marco Janezic (v.l.)
Pressegespräch im Sartorius-Quartier über die neue Life Science Factory – mit Joachim Kreuzburg, Sven Wagner und Marco Janezic (v.l.) Quelle: Christina Hinzmann
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Göttingen

Die Life Science Factory soll gründungswillige Wissenschaftler und jungen Firmen unterstützen, die ihre ersten Schritte außerhalb akademischer Institutionen gehen wollen. Das Konzept setzt dabei sowohl auf Co-Working-Räume sowohl im Labor- als auch im Bürobereich, als auch auf Netzwerk- und Beratungsangebote wie Mentoring oder Hilfe bei der Unternehmensfinanzierung.

Cluster für den Bereich Life Science

„Wir wollen hier einen richtigen Cluster im Bereich Life Science entstehen lassen“, stellte Sartorius-Vorstandsvorsitzender Joachim Kreuzburg bei der Präsentation des Projektes heraus. Der Ansatz sei deutschland- und sogar europaweit neu. „Neben dem Zugang zu Gründungs- und Wachstumskapital fehlt es Life-Science-Gründern vor allem an geeigneten Räumen und einem leistungsfähigen Netzwerk“, findet Kreuzburg. Die Life Science Factory soll dies nun ändern. Flexible und offen gestaltete Labor-, Büro- und Veranstaltungsflächen seien ein guter Nährboden, um Neues auszuprobieren und Kontakte und Erfahrungen mit Gleichgesinnten und erfahrenen Akteuren zu teilen. „Unser Ziel dabei ist es, Göttingen über die rein wissenschaftliche Expertise hinaus als echten Gründer-Standort für Life Science zu etablieren“, so Kreuzburg weiter. Und er denkt dabei auch gleich noch einen Schritt weiter: „In zehn Jahren wird es keine Forschungs-Universität mehr geben, die nicht auch eine starke Gründer-Universität ist“, betont der Sartorius-Vorstand.

Erst in der City, später im Quartier

Bevor die Life Science Factory im Jahr 2021 auf rund 3000 Quadratmetern Fläche mit 80 bis 100 Labor- und noch einmal so vielen Büroarbeitsplätzen ihren Betrieb im neuen Sartorius-Quartier am alten Hauptsitz-Standort zwischen Weender Landstraße und Annastraße aufnehmen wird, geht es in etwas kleinerem Rahmen schon Anfang 2019 in der Göttinger Innenstadt los. Der Mietvertrag für eine etwa 500 Quadratmeter große Fläche in zentraler Lage stehe kurz vor dem Abschluss, erläuterte Kreuzburg. Sven Wagner, einer der beiden Geschäftsführer der Life Science Factory, erklärte beim Pressegespräch, was für die Anfangsphase geplant ist: „Die Räume in der Innenstadt können von Gründern zum Arbeiten und zum Bau von Prototypen angemietet werden. Hier stehen beispielsweise 3D-Drucker und Laser-Cutter zur Verfügung“, so der Biologe und Neuroonkologe, der bei Sartorius den Bereich Business Development verantwortet.

Keine „klassische“ Labor-Vermietung

Zudem seien Vorträge, etwa von Patentanwälten oder von erfolgreichen Gründern, geplant – und dazu weitere Veranstaltungen zu klassischen Gründerfragen, beispielsweise zur Erstellung eines Businessplans. Wagner betont: „Wir vermieten hier nicht klassisch Labore, sondern wir bieten zum Beispiel einem Wissenschaftler, der heute eine Idee hat, die Möglichkeit, morgen anzufangen.“ Nach welchen Kriterien die Selektion der „Mieter auf Zeit“ erfolgen wird, steht noch nicht fest. Hinsichtlich der Mietdauer orientiert sich Kreuzburg an einem Vorbild aus den USA, bei dem eine durchschnittliche Mietzeit von 18 Monaten ermittelt wurde.

Strahlkraft weit über die Region hinaus

Die Life Science Factory soll eng mit lokalen Partnern wie die Göttinger Hochschulen, den Max-Planck-Instituten oder dem Südniedersachsen-Innovationscampus zusammenarbeiten, wie Marco Janezic, der zweite Geschäftsführer, näher ausführte. Zudem sollen renommierte Gründer-Events und -Initiativen wie die Fraunhofer Life Science Days oder die Young Entrepreneurs in Science (Y.E.S.) der Falling Walls Foundation nach Göttingen kommen. „Das sind beides Programme, die weit über die Region hinaus ausstrahlen, aber in Göttingen verankert werden. Und das muss auch unser Ziel sein“, so Kreuzburg.

Herausragende Position für Göttingen

Göttingen habe das Potenzial, sich im Sartorius-Quartier auf dem Gebiet der Lebenswissenschaft eine herausragende Position zu erarbeiten und sich für Gründer aus diesem Bereich interessant zu machen. Davon könne dann auch Sartorius profitieren – über einen wachsenden Talente-Pool in der Stadt. In der Vorbereitungsphase habe Sartorius laut Kreuzburg sechsstellig in das Projekt investiert; in den nächsten Jahren komme ein mittlerer siebenstelliger Betrag hinzu.

Von Markus Riese

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