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Regional Nach der Krise erzielt Mahr ein Rekordergebnis
Nachrichten Wirtschaft Regional Nach der Krise erzielt Mahr ein Rekordergebnis
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19:16 25.05.2011
Göttinger haben die Krise von 2008 endgültig hinter sich gelassen: Geschäftsführender Gesellschafter Stephan Gais.
Göttinger haben die Krise von 2008 endgültig hinter sich gelassen: Geschäftsführender Gesellschafter Stephan Gais. Quelle: Hinzmann
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„Der Umsatz ist im Jahr 2010 mit 147 Mio. Euro noch nicht die Rampe hoch gekommen“, erklärt der Geschäftsführer. Im Rekordjahr 2008 waren es 192 Mio. Euro gewesen. 2011 sollen es mindestens 180 Mio. Euro werden. Die Auftragseingänge in den ersten vier Monaten übertreffen nach Darstellung des Unternehmers alle Erwartungen. Dazu trage bei, dass die beiden großen japanischen Mitbewerber aufgrund des Erdbebens mit beschädigten Fabriken und Stromknappheit zu kämpfen hätten.
„Im Bereich der Messtechnik wächst das Kataloggeschäft der Handmessgeräte am stärksten“, so Gais. Auch das Geschäft mit kundenspezifischen Maschinen lege deutlich zu. Weltweit investierten die Maschinenbauer seit einigen Monaten kräftig. Die Autoindustrie, deren Produktion in der Krise auf 50 Mio. Fahrzeuge jährlich gefallen sei, wolle ihre Kapazität von derzeit 70 Mio. auf 90 Mio. Stück erweitern.

„Ein kräftiges Wachstum gibt es auch bei den Spinnpumpen“, sagt der Manager. 80 Prozent der Pumpen, die zur Herstellung von Textilfasern dienten, gingen nach Asien. Mahr sei bis 2012 ausverkauft.

Gais zeigt sich angesichts der raschen Erholung der Konjunktur erleichtert, dass er in der Krise gemeinsam mit Betriebsrat und Industriegewerkschaft Metall die Arbeitsplätze in Deutschland gesichert habe. Nun könne ohne Verzögerung produziert werden. An den Standorten in Tschechien und China, der verlängerten Werkbank des Unternehmens, müsse dagegen neu eingestellt werden. In der Krise sank die Zahl der Mahr-Beschäftigten von 1700 auf 1400. 100 Menschen sind zwischenzeitlich wieder eingestellt worden.

Seit vergangenem Jahr investiert auch Mahr verstärkt. 2011 stehen Investitionen in Höhe von 7,5 Mio. Euro an, davon drei Mio. Euro in Göttingen. „Wir wollen wachsen“, betont Gais. Derzeit liege der weltweite Marktanteil von Mahr bei gut zehn Prozent.

Die Göttinger setzen auf Messplätze, die mehrere unterschiedliche Messungen – etwa von Rauheit, Rundheit, Verzahnung und Länge – vornehmen können. Dienstleistungen wie Schulung, Wartung, Messmittelmanagement oder Kalibrierung gewinnen an Bedeutung, führt der Geschäftsführer aus. Mahr befasse sich mit automatisierten Messprozessen sowie mit Technologien, die bis in den Nanometerbereich hochpräzise und sicher messen.

Dadurch erschließen sich die Göttinger verstärkt neue Kunden wie Medizintechnikfirmen, die optische Industrie oder Hersteller im Bereich erneuerbarer Energien. Auch im Bereich der Elektro-Mobilität verfolgt Mahr erste Projekte.

Am 23. September 2011 feiert das Messtechnik-Unternehmen, das 1861 in Esslingen gegründet worden ist und seit 1994 seinen Hauptsitz in Göttingen hat, seit 150-jähriges Bestehen.

Von Michael Caspar