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Regional Nachbarn fordern Rücksicht
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13:50 29.03.2017
In Billingshausen ist ein Nachbarschaftsstreit entstanden.
In Billingshausen ist ein Nachbarschaftsstreit entstanden. Quelle: r
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Billingshausen

Schon länger beanstanden einige Nachbarn Lärm, der vom Betriebsgelände der MS-Dienstleistungen ausgeht. Vor allem störe der Lärm, der auch an manchen Sonn- und Feiertagen sowie außerhalb der normalen Arbeitszeiten verursacht wird. Wenn mit schweren Maschinen gefahren, auf- und abgeladen, an- und abgehängt wird, verursache dies starken Lärm. Allein das Abstellen eines großen Containers oder der Wechsel einer großen Frontladerschaufel ist mit einigem Gerumpel verbunden.

Genug vom Lärm

Auch Bernhard Josef hat genug vom Lärm. Er wohnt in unmittelbarer Nähe des Betriebes von Sander. „Wenn die großen Trecker anrollen, wackeln bei uns die Fenster“, sagt Josef. Auch manche Arbeiten auf dem Betriebsgelände seien störend. „Es ist schon vorgekommen, dass wir bei andauerdem Lärm einfach weggefahren sind“, erzählt Josef. Kaffeetrinken auf der Terrasse habe er schon lange aufgegeben. Nachbar Markus Häcker beklagt starken Lärm vom Häcksler und Bagger, in unmittelbarer Nähe des Schlaf- und Wohnzimmers. Zudem verstoße Sander auf seinem Gelände gegen das Baurecht mit offensichtlich ungenehmigten Baumaßnahmen.

Der erst 23-jährige Unternehmer Moritz Sander, der mit seinem Betrieb überwiegen im Gartenbau tätig ist und rund zehn Mitarbeiter beschäftigt, hatte sich an die Presse gewendet, weil ihm der Landkreis ein Umnutzungsverfahren vorgeschrieben hat. Dieses aufgrund einer Beschwerde eines Nachbar über zu viel Lärm. In diesem Verfahren enthalten ist auch ein Schallgutachten. Zuvor gehörte das Gelände dem Busbetrieb Bolle. Das Umnutzungsverfahren kostet nicht nur Geld. Sollte sich herausstellen, dass Sanders Betrieb zu laut sein sollte, müsste Sander sich nach einem neuen Betriebsstandort umschauen. Damit könnte auch die Existenz des Betriebes in Gefahr sein.

„Das ist nicht unser Anliegen“, sagen alle Nachbarn unisono. Den Nachbarn gehe es vielmehr um Rücksichtnahme im Wohngebiet. „Auch für einen Jungunternehmer, der zehn Arbeitsplätze geschaffen hat, gelten Regeln und Vorschriften, an die er sich zu halten hat“, sagt Anwohner Manfred Behme. „Moritz Sander hat sich in der Vergangenheit vielleicht nicht ausreichend für die berechtigten Interessen seiner Nachbarschaft und die Rechtsgrundlagen der Nutzung seines Firmengeländes interessiert“, denkt Matthias Schulz, der ebenfalls unweit entfernt vom Betrieb wohnt.

Hoffen auf Änderung

Es sollte sich etwas ändern, so die Hoffnung der Nachbarn. „Im Ort gilt Tempo 30, es ist wünschenswert das diese auch von Herrn Sander und Mitarbeitern, mit den großen und schweren Fahrzeugen, besonders auch in den engen Kurven des Ortes, eingehalten wird“, wünscht sich Behme. „Es wäre auch angebracht von Herrn Sander, seine Expansionspläne auf den Tisch zu legen“, betont Josef. Ringsherum soll weiteres Baugebiet ausgeschrieben werden. Ist es nicht als Bauland zu verkaufen, sei zu befürchten das noch mehr Gewerbebetriebe, unmittelbar neben einem Wohngebiet, angesiedelt werden.

Seit einiger Zeit habe sich jedoch bereits etwas verändert, bemerken die Nachbarn. Seit Erscheinen des ersten Artikels über Moritz Sander in der Zeitung habe der Lärm von dem Betriebsgelände deutlich abgenommen.

Von Bernard Marks