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Regional Naturkost Elkershausen richtet ersten Strategietag aus
Nachrichten Wirtschaft Regional Naturkost Elkershausen richtet ersten Strategietag aus
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18:55 27.08.2013
Diskussionsrunde: Thomas Hölscher (Geschäftsfühung Elkershausen), Christian Meyer, Hermann Heldberg und Stefan Wenzel (v. l.). Quelle: Heller
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Göttingen

Produzenten, Kunden, Mitarbeiter, Menschen aus Bio-Verbänden und Hochschulen gehörten zu den 150 Gästen am Wochenende. Mit dabei waren auch zwei grüne Landesminister: Umweltminister Stefan Wenzel und Landwirtschaftsminister Christian Meyer.

Wenzel erinnerte an die Bio-Anfänge Ende der 1970er Jahre. Damals seien die ersten Food Coops entstanden. In dieser Zeit, 1978, gründete Hermann Heldberg die Firma Naturkost Elkershausen.

„Gute Ideen setzen sich durch, unabhängig von Mehrheiten“ sagte Wenzel. Mittlerweile habe sich eine ganze Branche daraus entwickelt. Und die Frage, wie produziert werde, spiele angesichts der globalen Erwärmung eine zentrale Rolle. 

Dass es in Deutschland die billigsten Lebensmittel in ganz Europa gebe, wahrscheinlich sogar auf der ganzen Welt, monierte Heldberg. Sie als Pioniere hätten versucht, es besser zu machen, beschrieb er für sein Unternehmen. Produzenten wird ein Mindestpreis zugesichert.

Veränderungen in der Tierhaltung zu erwarten

„Wo fängt Qualzucht an“, fragte Minister Meyer in der Podiumsdiskussion mit Blick auf die Produktion von Puten.

Weil viele Verbraucher immer mehr Wert auf artgerechte Tierhaltung legten, sei das nun auch zum Thema der konventionellen Hersteller geworden, beschrieb Moderatorin Manuela Rehn von der Grüneköpfe Strategieberatung. Ilona Schönfeld vom Laden „Biologisch in Hannover“ verkauft Puten nur auf Bestellung und hat gute Erfahrungen mit Aufklärung gemacht.

Ab 2018 seien massive Veränderungen in der Tierhaltung zu erwarten, sagte Carsten Bauck vom Bauckhof in Klein Süstedt. Die Schnabelbehandlung bei Puten ist dann verboten. Allein in Niedersachsen werde 60 Prozent des deutschen Geflügels produziert. „Wenn das Geschwür an dieser Stelle rausgeschnitten wird, hat das Konsequenzen für ganz Deutschland.“

Viele Ideen

Die Bruderhahn-Initiative als Leuchtturm-Projekt stellte Elke Bartussek von Naturkost Elkershausen vor. Die von Bauck angeregte Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, die nutzlose Tötung von männlichen Küken zu beenden.

Viele Ideen ergaben sich bei den World-Café-Runden zu den Themen Landwirtschaft, Sortimente und Handel. Mit einem Pfandkorb für Salat ließe sich viel unnötige Verpackung vermeiden, war nur einer der schnell umsetzbaren Vorschläge.

Um nicht Teile der Ernte sinnlos wegwerfen zu müssen, sprachen viele für die Einführung A- und B-Ware. So erreiche man auch Menschen, die sich den Einkauf im Bioladen sonst nicht leisten könnten.

„Wir machen weiter“, war das Fazit beim Abschlussplenum des ersten Strategietags.

Von Ute Lawrenz