Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Wasserreinigung im Schwimmbad mit Schilf statt Chlor
Nachrichten Wirtschaft Regional Wasserreinigung im Schwimmbad mit Schilf statt Chlor
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:23 12.05.2018
Udo Pauly, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Eko-Plant Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft für ökotechnische Anlagen Quelle: r
Anzeige
Neu-Eichenberg

„Die Nachfrage hat bei uns vor drei Jahren deutlich angezogen“, berichtet Udo Pauly, Gründer und geschäftsführender Gesellschafter der Eko-Plant Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft für ökotechnische Anlagen, einer von mehreren Firmen seiner Pauly-Gruppe. Hätten sie bisher im Schnitt ein Bad pro Jahr umgebaut, seien es seither drei pro Jahr. Gute Gewerbesteuereinnahmen gewährten den Kommunen wieder größere Handlungsspielräume.

„Die deutlich geringeren Betriebskosten sind nach wie vor bei einer anstehenden Sanierung ein wichtiger Grund für die Umstellung“, berichtet Pauly. Der Betrieb von Schwimmbädern sei für Kommunen in der Regel ein Zuschussgeschäft. Beim Umgang mit Chlor bestehe zudem das Risiko von Unfällen. Viele Menschen würden Chlorwasser nicht vertragen. Es greife Holz, Stein und Sand an, was die gestalterischen Möglichkeiten einschränke. Schließlich unterstützten Förderprogramme die Umstellung aus Gründen des Klimaschutzes.

Selbstreinigungskräfte der Natur

„Wir nutzen in unseren Anlagen die Selbstreinigungskräfte der Natur“, erläutert Pauly. Die Hauptarbeit leisteten Mikroorganismen, die sich in hoher Dichte an den Wurzeln von Uferpflanzen, wie Schilf, ansiedelten. Sie bauten organische Verbindungen, etwa Hautpartikel, Urin, aber auch Sonnencremes ab. Der durchwurzelte Boden halte zudem Feststoffe zurück. Filter fischten Phosphate heraus.

„Die ersten, die diese Technik nutzten, waren Anfang der 80er-Jahre private Swimmingpoolbesitzer“, erinnert sich Pauly. Er habe sich den Geschäftsbereich um die Jahrtausendwende erschlossen, als die ersten Kommunen Bäder umstellten. Er komme aus dem Bereich der Klärwasserreinigung mit Schilfbeeten. Seine Doktorarbeit habe er bei dem Witzenhäuser Agrarwissenschaftler und Hydrobiologen, Professor Reinhold Kickuth, geschrieben. Diese zähle mit der Max-Planck-Wissenschaftlerin Käthe Seidel zu den Pionieren auf dem Gebiet.

„Mit meiner Ingenieurgesellschaft für Umweltplanung (Infu) habe ich zunächst Schilfkläranlagen für Aussiedlerhöfe und abgelegene Orte geplant und gebaut“, sagt Pauly. Später sei noch die Klärschlammvererdung dazu gekommen. 1995 habe er die Firma Eko-Plant gegründet.

Anfangs äußerten Gesundheitsämter hygienische Bedenken

„Gegen Naturschwimmbäder gab es anfangs Widerstand“, erinnert sich der Unternehmer. So hätten sich die Gesundheitsämter nicht vorstellen können, dass sich die Keimbelastung des Wassers mit Schilfbeeten in den gesetzlichen Grenzen halten lasse. Die Praxis habe gezeigt, dass das kein Problem sei. „Wir planen den Umlauf so, dass das Wasser im Becken mehrmals am Tag komplett umgetauscht wird“, führt Klaus-Jürgen Winter aus, der bei der Infu die Planungsabteilung leitet. Zudem achteten sie darauf, dass sich in den Becken keine toten Winkel mit keimbelastetem Wasser bildeten. Bei Chlorbädern sei das nicht so wichtig, da das Gas auch im Becken wirke.

Eko-Plant gibt Hilfe beim Betrieb von Naturbädern

„Eko-Plant plant und baut nicht nur die Naturschwimmbäder, sondern unterstützt hinterher auch beim Betrieb“, sagt Stefan Ahrens, der den Bereich Projektierung und Service leitet. „Wir wachsen“, betont Geschäftsführer Pauly. 2017 habe er die Zahl der Mitarbeiter um zwölf auf nun 101 Beschäftigte erhöht. In diesem Jahr seien 13 offene Stellen zu besetzen. Er benötige unter anderem Bau-, Umwelt- und Verfahrensingenieure, aber auch Mitarbeiter in Vertrieb, Labor und Buchhaltung.

Von Michael Caspar

Auf Einladung der Jungen Unternehmer hat Arne Stoermer am Dienstag in Göttingen über die Themen Selbstmanagement und Führungsqualität gesprochen. Der Geschäftsführer der Stage Academy und ehemalige Fernsehmoderator arbeitet seit 15 Jahren mit Konzernen und mittelständischen Unternehmen zusammen.

12.05.2018
Regional Thimm-Gruppe: 600 Millionen Euro Umsatz - Wellpappe auf Erfolgwelle

Die Northeimer Thimm-Gruppe, führender Lösungsanbieter für Verpackung und Distribution, ist auch im Jahr 2017 weiter gewachsen. Der Umsatz übertraf erstmals die 600-Millionen-Euro-Marke. Doch die erfreuliche Entwicklung in der Branche hat eine Kehrseite: der Rohstoff Papier ist teuer.

10.05.2018

„Mehr als eine Idee!“ – unter diesem Motto steht der Innovationspreis 2018 des Landkreises. Das Tageblatt stellt die Teilnehmer und deren Innovationen vor. Heute: ein virtueller Huskie-Welpe muntert depressive Menschen auf.

07.05.2018