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Regional Neue Kältezentrale hilft Energie sparen
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00:22 12.04.2019
Die seit gut einem Jahr laufende Anlage zur Kälteerzeugung in Einbeck umfasst 400 Quadratmeter Fläche. Quelle: R
Einbeck

Seit einem Jahr läuft im Pflanzenzüchtungsunternehmen KWS in Einbeck die im Februar 2018 in Betrieb gegangene neue Anlage zur Kältegewinnung. Mit ihr werden Maßstäbe für den Klimaschutz und die Nachhaltigkeit gesetzt, heißt es nun in einer Mitteilung des Unternehmens. Die Ergebnisse würden eine erhöhte Effizienz bei der Energiegewinnung und eine optimierte Verteilung der Energie über das gesamte Betriebsgelände dokumentieren, heißt es weiter. Das Projekt soll jetzt beim Verband der „Klimaschutz- und Energieeffizienzgruppe der Deutschen Wirtschaft“ als Modellbeispiel für Umwelt- und Ressourcenschonung vorgestellt werden.

2500 Megawatt-Stunden Kälte

Die Anlage zur Kältegewinnung mit einem Investvolumen rund 3,5 Millionen Euro hat nach Firmenangaben eine Leistung von 1,8 Megawatt (MW). Im ersten Betriebsjahr hat sie etwa 2500 Megawatt-Stunden (MWh) Kälteenergie erzeugt. In diesen Tagen soll die Anlage auf eine Leistung von 3,8 MW erweitert werden und etwa 4000 bis 5000 MWh Kälte pro Jahr erzeugen. „Für unsere Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten benötigen wir neben Wärme auch Kälte, um vor allem Gewächshäuser, Klimakammern und Verwaltungsgebäude klimatisieren zu können“, erklärt Malte Bährens, Gruppenleiter für Versorgungstechnik bei KWS. Er führt weiter aus: „Mit der neuen Anlage können wir die Blockheizkraftwerke, die fester Bestandteil in der Energieversorgung sind, ganzjährig auslasten und so die Wärme, die in den Sommermonaten ansonsten nicht abgenommen werden könnte, zur Gewinnung von Kälte nutzen.“

Wärme im Sommer wird Kälte

Somit sei es möglich, die Kraftwerke ganzjährig laufen zu lassen und die in den Sommermonaten produzierte Wärme zur Gewinnung von Kälte zu nutzen. Die ganzjährige Auslastung der Kraftwerke wirke sich zudem positiv auf die Gewinnung von elektrischer Energie aus. „Jedes der Blockheizkraftwerke verfügt über einen Verbrennungsmotor, der zur Stromerzeugung einen Generator antreibt”, erklärt Bährens. „Während die Abwärme, die bei diesem Prozess entsteht, zur Wärmeversorgung genutzt wird, bringen wir den erzeugten Strom in das bestehende Versorgungsnetz auf dem Gelände ein.“ Je höher die Auslastung der Heizkraftwerke über das Jahr ist, desto mehr Strom könne generiert werden. „Durch diese Nutzung der sogenannten Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung sparen wir zusätzlich rund 3500 MWh externen Strombezug pro Jahr ein“, verdeutlicht Bährens.

Keine Desinfektion mehr nötig

Die Kühltürme der Anlage arbeiten zudem mit Biokatalysatoren, der sonst übliche Einsatz von Chemikalien zur Desinfektion sei deshalb nicht mehr nötig. Dazu erklärt Dr. Jutta Zeddies vom KWS Umweltmanagement Deutschland: „Ähnlich wie bei einem Kühlschrank entsteht auch bei dieser Form der Kälteerzeugung automatisch Abwärme, die wir mittels Verdunstung in großen Kühltürmen wieder abkühlen müssen.“ Aufgrund der großen Menge an Wasserdampf, die dabei entsteht, erhöhe sich das Risiko für das Aufkommen von Bakterien wie etwa Legionellen. „Mit der von uns verwendeten Technik der Biokatalysatoren ist eine Desinfektion des Kühlwassers mit Bioziden nicht mehr erforderlich“, so Zeddies.

Von Ulrich Meinhard

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