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Regional Neustart für 21 Ex-Lünemänner in Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional Neustart für 21 Ex-Lünemänner in Göttingen
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20:33 09.09.2019
Bei den Göttinger Mitarbeitern der Firma Marx um Ann-Kathrin Wintzenburg (5. v. l.) herrscht Aufbruchstimmung. Quelle: Scharf
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Göttingen

Für die Göttinger Belegschaft der Wilhelm Marx GmbH ist der bevorstehende Freitag, 13. kein bedrohliches Datum. Ganz im Gegenteil. Es ist der Tag, an dem ihre Niederlassung in der Rudolf-Wissel-Straße 1 offiziell startet. Es herrscht Aufbruchstimmung in dem 22-köpfigen Team.

Das in Frankfurt ansässige Familienunternehmen hatte sich ursprünglich auf Baubeschläge spezialisiert. Später kamen weitere Themenfelder und Standorte hinzu. Heute vertreiben, installieren und warten die 180 Mitarbeiter bundesweit Bauelemente, Werkzeuge und Maschinen, Tür- und Fensterautomation, Sicherheitstechnik, Kleb- und Dichtstoffe und vieles andere.

Gemeinsamer Wechsel

Ein Großteil des Sortiments deckt sich mit dem eines Göttinger Traditionsunternehmens, das Luftlinie nur wenige Hundert Meter entfernt liegt. 21 der 22 Göttinger Marx-Mitarbeiter waren bis vor Kurzem bei Lünemann tätig. „Uns hätte es in alle Richtungen verschlagen“, sagt Ann-Kathrin Wintzenburg. Der Kontakt zu Adrian Moog habe ihnen die Chance eröffnet, dass „wir als Team zusammenbleiben“ können, erzählt die zukünftige Niederlassungsleiterin.

Adrian Moog bildet mit seinem Vater Klemens und Rainer Böhme das Geschäftsführer-Trio der Marx-GmbH. Sie hatten sich bereits nach der Insolvenz der Lünemann GmbH im Februar 2019 als möglicher Investor ins Spiel gebracht. Die Entscheidung fiel gegen sie, den Zuschlag erhielt die Mimung Beteiligungen. Unter deren Geschäftsführer Wieland Stolle änderte sich der Name in Lünemann Stahlhandel GmbH und die Zahl der Mitarbeiter reduzierte sich von 82 auf derzeit 30. Am 1. September wurde auch für dieses Unternehmen beim Göttinger Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet.

5 Millionen Euro Umsatz angepeilt

Wintzenburg und ihre Kollegen blicken nicht im Groll zurück. „Lünemann hat uns keine Steine in den Weg gelegt.“ Für die meisten Mitarbeiter sei das Unternehmen mehr als ein einfacher Arbeitgeber gewesen.Nicht wenige hätten hier gelernt und seien dem Haus über Jahrzehnte treu geblieben. Der Zusammenhalt in der Belegschaft sei über lange Zeit groß gewesen. Seit fünf Jahren aber habe es geknirscht, sagen die Ex-Lünemänner. Damals seien auch die ersten Kollegen bereits gegangen.

Versteht sich die Marx-Team jetzt als Konkurrenz für den strauchelnden ehemaligen Arbeitgeber? „Nein“, sagt Wintzenburg deutlich. Lünemann sei in ihren Augen bereits zu stark angeschlagen, um als ernsthafter Mitbewerber zu gelten. Man konzentriere sich auf das eigene Geschäft. Und hier hat man sich klare Ziele gesetzt: 5 Millionen Euro Umsatz soll die Göttinger Marx-Niederlassung im ersten Jahr erwirtschaften.

Unbefristete Verträge und mehr Urlaub

Dazu gelte es zunächst einmal, den Namen Marx in der Region bekannt zu machen. „Unsere Kunden haben die gesamte Entwicklung verfolgt“, sagt Wintzenburg. Viele würden entsprechend positiv reagieren, wenn ihnen jetzt vertraute Gesichter gegenüberstünden, berichten die Außendienstmitarbeiter, die bereits seit einigen Wochen aktiv sind. „Eigentlich haben wir nämlich schon auf“, gesteht Wintzenberg, die hier alle Chefin nennen.

Anfang Juni wurden die leer stehenden Räumlichkeiten an der Rudolf-Wissel-Straße gemietet, in denen zuvor die Firma Mayer Feinmechanik zuhause war. Renoviert wurde in Eigenarbeit, die Möbel kamen vor ein paar Tagen, aktuell werden der 120 Quadratmeter große Verkaufsraum und das Lager eingeräumt. Bis Freitag, 13. September, soll dann alles vorzeigbar sein. Dann nämlich wird von 10 bis 15 Uhr offiziell Eröffnung gefeiert.

Hat die Belegschaft mit dem Neustart wirklich Grund zu feiern? Eine Frage, die mit einem eindeutigen „Ja“ beantwortet wird. Sie alle hätten gut dotierte unbefristete Verträge und mehr Urlaub. Das Unternehmen sei außerdem sozial und familienfreundlich, sagt die Chefin und zeigt zum Beweis auf ihre von Kinderhand bemalte Schreibtischunterlage und auf Firmenhund Kylo direkt darunter. „Außerdem haben wir endlich wieder Konditionen, mit denen wir am Markt bestehen können.“

Die Wilhelm Marx GmbH

1949 wird in Frankfurtdie Wilhelm Marx GmbH & Co. KG gegründet. In den folgenden 70 Jahren entwickelt sich das Unternehmen vom klassischen Baubeschlaghändler zum Systemanbieter und Spezialisten für Metallbau und Schlosserei. Heute präsentiert sich das Unternehmen als Systemhaus für intelligente Objektlösungen. Seit 2010 gehört die Marx Intronic GmbH zur Gruppe, 2012 wurde die Marx-Academy ins Leben gerufen.

Vor vier Jahren übernahmen Klemens Moog und Adrian Ostendorff die Marx-Gruppe. Seit 2016 sind Klemens und Adrian Moog gemeinsam mit Rainer Böhme Geschäftsführer des Unternehmens. In ihrer Zeit entstehen zusätzlich zu den Standorten in Frankfurt, Bonn, Dresden und Erfurt Niederlassungen in Köln und jetzt in Göttingen.

Das Göttinger Haus in der Rudolf-Wissel-Straße ist montags bis donnerstags von 7 bis 16, freitags von 7 bis 14 Uhr geöffnet.

Von Markus Scharf

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