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Regional Northeim: Thimm Verpackungen fürchtet um Zubringerstraße
Nachrichten Wirtschaft Regional Northeim: Thimm Verpackungen fürchtet um Zubringerstraße
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16:57 07.03.2013
Von Hanne-Dore Schumacher
Teil des Thimmgeländes in Northeim: Auf der rote Fläche ist eine Papierhalle geplant, im Vordergrund sieht man in Grau den geplanten Kreisel mit Zubringerstraße.
Teil des Thimmgeländes in Northeim: Auf der rote Fläche ist eine Papierhalle geplant, im Vordergrund sieht man in Grau den geplanten Kreisel mit Zubringerstraße. Quelle: Thimm
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Northeim

Seit zehn Jahren wird der Ball um die Entlastungsstraße auf dem ehemaligen Bahngelände hin und her gespielt. Schliep ist anzusehen, dass ihm bald der Kragen platzt. Immer wieder werde der Bau verzögert, noch immer sei der Bebauungsplan nicht genehmigt. Jetzt müssten auf dem Gelände schützenswerte Eidechsen gerettet werden.

Pläne für die Umsiedlung der Zauneidechse gebe es bereits, auch ein passsendes Ausweichgelände. Im Bauausschuss am Mittwochabend schätzten Experten die Umsiedlung als machbar, vorausgesetzt der Verwaltungsausschuss stimmt zu. Und die Zeit drängt, weil die Tiere nur im Frühjahr umgesetzt werden können.

Rund 45 000 Euro wird die Aktion kosten, für deren Erfolg Schliep die Daumen drückt. Nach seiner Kenntnis nämlich muss die für sein Unternehmen so wichtige Zubringerstraße bis 31. Juli 2013 fertiggestellt sein. Sonst, so Schliep weiter, verfallen die Fördermittel des Landes, die mit knapp 1 Mio. Euro 90 Prozent der Straßenbaukosten abdecken sollen.

Wenn dieser Fall eintritt, und die Zeit rennt, dann sei das Straßenprojekt erledigt, ist sich der Firmenchef sicher. Auf die Stadt kämen Rückzahlungs- und Schadensersatzforderungen zu, und sein Unternehmen habe in den letzten Jahren mit Zitronen gehandelt. Thimm sei mit Blick auf die versprochene Straße in Vorleistung gegangen, habe rund 11 Mio. Euro investiert.

„Wir können es einfach nicht fassen"

„Wir wollen nicht drohen“, sagt Schliep. Aber die Steuerung der Gruppe müsse nicht notwendig von Northeim aus erfolgen. Thimm habe 13 Standorte in Europa. An 12 Produktionsstätten werde der rote Teppich ausgerollt, in Northeim eine am 26. Februar 2008 vom Rat beschlossene Zubringerstraße erneut verzögert.

„Wir können es einfach nicht fassen, was hier passiert“, klagt ein genervter Firmenchef. Thimm müsse in den kommenden Jahren um 25 Prozent wachsen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. An allen deutschen Standorten sei man voll ausgelastet, so dass über Vier-Schicht-Modelle nachgedacht werde.

Für Northeim sei eine für 2012 geplante Papierhalle (3 Mio. Euro) aufgrund der ungeklärten Situation auf 2014 verschoben worden. Neue Investitionen und der Zukauf weiterer Bahn-Flächen (15 000 Quadratmeter) macht Schliep von der Entscheidung am Montag abhängig. Das sei die letzte Chance für die Zubringerstraße, glaubt er.