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Regional Nur Contis Reifengeschäft glänzt
Nachrichten Wirtschaft Regional Nur Contis Reifengeschäft glänzt
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20:03 30.07.2009
Von Lars Ruzic
In der Reifensparte von Continental laufen die Geschäfte rund.
In der Reifensparte von Continental laufen die Geschäfte rund. Quelle: Jochen Luebke/ddp
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Damit konnte sie die Verluste im Autozuliefergeschäft, die sich auf 174 Millionen Euro summierten, mehr als ausgleichen. Conti-Chef Karl-Thomas Neumann wies deshalb am Donnerstag darauf hin, dass beide Bereiche zu einer „ausgewogenen und strategisch sinnvollen Aufstellung“ des Konzerns gehörten.

Dabei beeindruckte vor allem die Division Pkw-Reifen mit satten Erträgen. Selbst für das aufgrund des Sommerreifengeschäfts traditionell gewinnträchtigere zweite Quartal lieferte der Bereich eine Traumrendite ab: 17 Prozent. Mitten in der Krise steigerten die Pkw-Reifen ihre Gewinne sogar gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 6,7 Prozent auf 191 Millionen Euro. Damit gingen allein 85 Prozent der Erträge innerhalb der Gummi-Gruppe auf das Konto des letzten Conti-Bereichs, der sich noch an Otto Normalverbraucher wendet.

Auf dem Wege der Besserung befinden sich auch die Geschäfte im Bereich der Lkw-Reifen. Die Division, die ihre Produktion in Hannover-Stöcken auf ein Minimum reduziert hat, erreicht beim Ergebnis knapp die Nulllinie. ContiTech mit seinen Kautschuk-Spezialprodukten hat gut zwei Drittel seines Gewinns eingebüßt.

Teils dramatische Verluste hat dagegen die Zuliefergruppe eingefahren. Vor allem die Bereiche Antriebsstrang (Powertrain) sowie Elektronik und Multimedia (Interior), im Wesentlichen aus dem von Siemens erworbenen VDO-Konzern hervorgegangen, sind immer noch die Sorgenkinder. Ihre Verluste addieren sich im zweiten Quartal auf gut eine viertel Milliarde Euro – wobei inzwischen Interior der schwächste Bereich ist.

Insgesamt kam Conti im zweiten Quartal auf einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro (minus 28 Prozent) und ein operatives Ergebnis von 39 Millionen Euro (minus 91 Prozent). Nach Abzug von Zinsen und Steuern verblieb ein Verlust von 190 Millionen Euro. Auf Halbjahressicht summiert sich das Minus auf 457 Millionen Euro. Neumann sieht dennoch für das Gesamtjahr Zeichen der Besserung. Das größte Kostensenkungsprogramm der Firmengeschichte greife, die Läger der Kunden seien inzwischen geleert. Das erste Halbjahr sei „eine gute Basis für den weiteren Geschäftsverlauf“.

30.07.2009
Stefan Winter 30.07.2009