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Regional Nur ein Etappenziel: Fusion der Sparkassen Göttingen und Münden ist keine Überraschung
Nachrichten Wirtschaft Regional Nur ein Etappenziel: Fusion der Sparkassen Göttingen und Münden ist keine Überraschung
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15:11 03.12.2019
Die Sparkassen Göttingen und Hann. Münden werden möglicherweise fusionieren. (Symbolbild) Quelle: dpa
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Göttingen

Die Sparkassen Göttingen und Münden wollen fusionieren. Eine Überraschung ist das nicht. Dass nach der gescheiterten Viererfusion von Duderstadt, Münden, Osterode und Bad Sachsa Münden nicht weiter würde selbstständig bleiben können, verwundert niemanden. Die Fusion liegt nahe, und doch ist sie allenfalls ein zaghafter halber Schritt in eine richtige Richtung – mehr aber auch nicht. Es ist noch nicht einmal ein Ansatz, der einer größeren Vorstellung folgt, sondern reine Notwendigkeit. Längst schon gilt die selbstständige Sparkasse Münden als nicht mehr dauerhaft lebensfähig. Warum gehen Kommunalpolitiker solche Probleme eigentlich erst an, wenn das Geld knapp wird?

Die Stärke der Sparkassen ist gleichzeitig deren größte Schwäche. Sparkassen sind keine klassischen Banken und damit nicht allein auf Gewinnmaximierung auszurichten. Sie sind Anstalten des öffentlichen Rechts und befinden sich in öffentlicher Gewährsträgerschaft. Klingt trocken, bedeutet ganz einfach: Die Räte und der Kreistag, die Bürgermeister und der Landrat haben erheblichen Einfluss auf Zuschnitt und Geschäftsentwicklung. Das ist nicht notwendigerweise immer segensreich. Die eingangs erwähnte Viererfusion ist letztlich auch an der Bockigkeit in die Jahre gekommener Kommunalpolitiker gescheitert, die auf „ihrem“ Sparkassenschild eben nur „ihren“ Ortsnamen sehen wollten. Ergebnis: Bislang gab es seit der Kreisfusion im Kreis Göttingen fünf Sparkassen – in einem Landkreis. Und ich nahm bislang an, es gehe um Europa und das große Ganze…

Christoph Oppermann, stellvertretender Chefredakteur beim Göttinger Tageblatt Quelle: Christina Hinzman

Die beiden nun geplanten FusionenGöttingen mit Münden und Osterode mit Bad Sachsa – können nur der Zwischenschritt sein zum nächsten Etappenziel: der schnellstmöglichen Schaffung einer großen, leistungsstarken Sparkasse für Südniedersachsen. Utopisch? Gewiss. Bedauerlicherweise. Gegen die große Fusion zu einer großen Sparkasse im Landkreis spricht die Realität. Die Wirklichkeit sind Kommunalpolitiker und Sparkassenvorstände, die viel zu häufig politischer Sparkassenfolklore anhängen, bis der wirtschaftliche Druck ein Zusammengehen erst erzwingt. In die Zukunft gerichtetes Handeln sieht anders aus. Und zur Wirklichkeit gehört auch das eigenwillige Verhältnis zwischen Stadt und Landkreis Göttingen, das man als hochkompliziert, wahlweise auch als dysfunktional beschreiben könnte. Satirisch formuliert: Göttingen dürfte die einzige kreisfreie Stadt Deutschlands sein, die einem Landkreis angehört. Dieses ungeklärte Verhältnis trägt ebenfalls erheblich dazu bei, große und wirklich sinnvolle Lösungen zu verhindern.

Wenn jetzt die Sparkassen Göttingen und Münden fusionieren, ist das folgerichtig, aber nichts, wofür die Bürgerinnen und Bürger irgendeinem Sparkassenvorstand oder Kommunalpolitiker anerkennend auf die Schultern klopfen müssten. Es ist reine Notwendigkeit. Höchste Zeit, dass die Kommunalpolitik in Südniedersachsen in Fragen der Infrastruktur und Daseinsvorsorge in die Vorhand kommt.

Lesen Sie auch: Sparkassen Göttingen und Münden in intensiven Fusionsgesprächen

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Von Christoph Oppermann

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