Menü
Göttinger Tageblatt / Eichsfelder Tageblatt | Ihre Zeitung aus Göttingen
Anmelden
Regional Ohne Vorsorge ist der ganze Betrieb in Gefahr
Nachrichten Wirtschaft Regional Ohne Vorsorge ist der ganze Betrieb in Gefahr
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:03 20.03.2012
Anzeige
Dransfeld

Ein Verkehrsunfall könne einen jeden Tag treffen, warnt Herfurth in den Dransfelder Räumen der VR-Bank in Südniedersachsen. Wer nicht vorgesorgt habe, gefährde die Existenz des eigenen Betriebs. „Sie sollten unbedingt einen Notfallkoffer mit allen wichtigen Dokumenten und Informationen bereit stellen“, mahnt der Rechtsanwalt. Zu regeln sei, wer das Unternehmen künftig führen solle. Das könne ein Angehöriger, aber auch ein Mitarbeiter sein. Der Nachfolger benötige Bankvollmachten und Prokura, damit die Geschäfte reibungslos weiterlaufen könnten. Er müsse einen vollständigen Überblick über das Vermögen des Unternehmens und alle Versicherungen haben.

Paragraphen des Steuerrechts

Der Rechtsanwalt fordert dazu auf, ein Testament zu erstellen. „Achten Sie darauf, dass es nicht gerichtlich anfechtbar ist“, erklärt er. Die anfallende Erbschaftssteuer lasse sich mit etwas Planung erheblich verringern. Es mache Sinn, Teile des Vermögens bereits vor dem Tod als Schenkungen weiterzugeben. Die Steuerberaterin und Diplom-Kauffrau Miriam Engel von der Steuerberatungsgesellschaft Quattek & Partner aus Göttingen rattert Paragraphen des Steuerrechts herunter und jongliert mit Zahlen. Am Ende ihrer Ausführungen verdreht der Inhaber einer Tischlerei die Augen und fragt gequält: „Wer um alles in der Welt lässt sich so etwas einfallen?“

Auch persönliche Dinge sind zu ordnen, meint Rechtsanwalt Herfurth. In den Notfallkoffer gehöre eine Patientenverfügung. Das sei ein sensibles Thema, dass niemand den Angehörigen überlassen solle. Wichtig sei eine Betreuungsvollmacht. Werde ein Unternehmer nach einem Schicksalsschlag betreuungsbedürftig, könne das Gericht eine beliebige Person einsetzen. Dem lasse sich vorbeugen. Mancher wolle vermeiden, dass geldgierige Angehörige die Betreuung übernähmen. Auch hinsichtlich des Sorgerechts für Kinder gelte es, selbst Entscheidungen zu fällen.

Die Hausbank

„Alle wissen, dass sie sterben müssen, viele leben aber so, als ob in ihrem Fall eine Ausnahme gemacht würde“, sagt der Rechtsanwalt. Alle Fragen hinsichtlich der Nachfolge zu regeln, koste Zeit und Kraft. Es sei daher sinnvoll, das als ein Projekt durchzuführen. Hinzuzuziehen sei auch die Hausbank, sagt Folkert Groeneveld, Vorstand der VR-Bank.

Von Michael Caspar