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Regional Ottobock: 35 Millionen und 500 Stellen für Duderstadt
Nachrichten Wirtschaft Regional Ottobock: 35 Millionen und 500 Stellen für Duderstadt
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20:58 08.03.2013
Von Hanne-Dore Schumacher
Mehr Platz für die Ottobock Healthcare: Innenansicht der geplanten Produktionshalle mit Bürotrakt im Obergeschoss.
Mehr Platz für die Ottobock Healthcare: Innenansicht der geplanten Produktionshalle mit Bürotrakt im Obergeschoss. Quelle: Skizze: ES Architekten
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Duderstadt

Inhaber Hans Georg Näder plant am Firmenstandort Duderstadt, der Zentrale des Weltmarktführers für technische Orthopädie, Investitionen in Höhe von 35 Mio. Euro. In Brasilien und den USA werden parallel dazu Millionen-Investitionen getätigt, erklärte der Konzernchef gestern im Gespräch mit dem Tageblatt.

Das Werk II mit einer Nutzfläche von 4050 Quadratmetern soll im September bezugsfertig sein und für die Prothesenfertigung  (Fuß- und Schaftkomfort) genutzt werden, erläutert Geschäftsführer Thorsten Schmitt. Er kündigt eine „topmoderne Arbeitslandschaft“ an. Mit dem Werk II peilen die Duderstädter eine Verdoppelung der Produktionskapazität in diesem Bereich an.

Über Duderstadt läuft die gesamte Logistik für alle 49 Auslandsgesellschaften von Ottobock. Die Entscheidung, von Duderstadt aus die ganze Welt zu bedienen, sei 2003 mit dem Bau des neuen Logistikzentrums gefallen. „Eine Schlüsselentscheidung“, weiß Näder heute, „und eine kühne obendrein“.

Umsatzgrenze von 1 Milliarde Euro überschreiten

Durch geplante Anbauten in mehreren Bauabschnitten sollen die Logistikflächen deutlich erweitert werden. Insgesamt sehen die aktuellen Pläne eine Flächenvergrößerung um 20 000 Quadratmeter für Fertigung, Logistik und Büros vor. Auf dem 40 Hektar messenden Firmengelände sei zudem noch reichlich Erweiterungsraum für den Bereich Kunststoff.

Auch im benachbarten Thüringen ist für das deutsch-italienische Joint-Venture Technogel (Berlingerode/Pozzoleone) ein Werk II in Planung. Näder geht aufgrund der Situation in Italien davon aus, dass der Thüringer Standort für Expansion auch seitens der italienischen Partner bevorzugt wird.

Mit einem Wachstum in den Jahren 2012 und 2013 von zusammen 30 Prozent will die Ottobock-Gruppe in diesem Jahr die Umsatzgrenze von 1 Milliarde Euro überschreiten, prognostiziert Näder und spricht von einem „Meilenstein in der Unternehmensgeschichte“.

In Einbeziehung von Ottobock-Campus, Kunsthalle HGN, Sankt Servatius, Löwenquartier und Tabaluga-Haus summierten sich die regionalen Investitionen von Familie und Konzern in drei bis vier Jahren auf mehr als 70 Mio. Euro, zieht der Konzernchef Bilanz.

„Das Tor zum 21. Jahrhundert“

Für Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) ist es „eine atemberaubende Fortsetzung einer gigantischen Entwicklung“. Das Werk II ist für ihn das „Tor zum 21. Jahrhundert“. Er und Unionspolitiker Lothar Koch (MdL) wollen nun alles daran setzten, dass neben Infrastrukturmaßnahmen wie der geplanten Umgehungsstraße auch die Datenautobahnen auf Hochleistung getrimmt und flächendeckend nutzbar werden.

Koch ist sicher, dass das mit dem 100-Millionen-Projekt für Südniedersachsen auch passiert. Ein erstes Treffen mit dem niedersächsischen Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) findet kommende Woche statt.

Im Zuge der Erweiterungsinvestitionen am Firmensitz Duderstadt kündigt Ottobock Neueinstellungen an. Die Belegschaft soll weltweit bis 2020 von jetzt 6000 auf 10 000 Beschäftigte wachsen, in Duderstadt von jetzt 1500 auf 2000.

Außenansicht des Werks II: Ottobock will in Duderstadt modernen Baustil realisieren. ©ES Architekten
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