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Regional Ottobock baut neues Werk in Südosteuropa
Nachrichten Wirtschaft Regional Ottobock baut neues Werk in Südosteuropa
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08:00 23.05.2019
Ottobock startet eine Investitionsoffensive und will eine neue Produktionsstätte in Südosteuropa bauen.
Ottobock startet eine Investitionsoffensive und will eine neue Produktionsstätte in Südosteuropa bauen. Quelle: Ottobock
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Duderstadt

„Um innovative Technologien zu fertigen und unsere Wachstumsziele zu erreichen, brauchen wir eine passende moderne Produktionsstruktur. Nach einer intensiven Prüfung durch Fachleute, intern wie extern, ist die Geschäftsführung überzeugt, dass dazu zusätzlich eine Low Cost EU-Produktionsstätte nötig ist“, sagt Arne Jörn, Geschäftsführer Operations der Ottobock SE & Co. KGaA.

„Auf 10.000 Quadratmetern Fläche soll am neuen Standort in Südosteuropa produziert werden. Ottobock nehme dazu Investitionen in hoher einstelliger Millionenhöhe vor und bleibe mit der Produktionsstätte bewusst innerhalb der Europäischen Union. Unternehmenssprecherin Merle Florstedt präzisierte auf Anfrage, dass Polen, Bulgarien und Rumänien in der Endauswahl seien und dort knapp 300 neue Beschäftigungsverhältnisse entstünden. „Wir hoffen, dass wir mit dem Bau so schnell wie möglich beginnen können. Die Bauphase beträgt etwa ein Jahr. Danach starten wir mit der Fertigung. Wir gehen davon aus, dass wir 2021/22 die Produktion voll hochgefahren haben“, so Florstedt. Das neue Werk reihe sich in Bezug auf die Anzahl der in der Produktion Beschäftigten zwischen Königsee (etwa 200) und der gut 300 Mitarbeiter starken Fertigung am Standort Wien ein.“

Bis zu 50 Mio. Euro für digitale Transformation

Gleichzeitig mit der Ankündigung, einen Teil der Produktion in ein sogenanntes Niedriglohnland zu verlegen, betont der Duderstädter Medizintechnik-Konzern, dass ebenfalls massiv in die etablierten Standorte investiert werde. Der erarbeitete ehrgeizige Zukunftsplan sehe an allen bisherigen Werken erhebliche Investitionen in die digitale Transformation und die Künstliche Intelligenz vor. „Allein für die Digitalisierung und entsprechende moderne IT-Systeme hat Ottobock bis zum Jahr 2022 bis zu 50 Millionen Euro an weiteren Investitionen vorgesehen“, teilte der Konzern mit.

Die deutschsprachigen Standorte sollen demnach zu sogenannten Centers of Excellence ausgebaut werden und höherwertige Fertigungsaufgaben übernehmen. Dabei stünden High-Tech-Fertigungsverfahren und sogenannte „Pilot Plants“ zur Hochgeschwindigkeitsentwicklung neuer Produkte im Fokus. Kollegen in der Produktion werden geschult, um die höherwertigen Aufgaben erfüllen zu können. Allerdings fordere eine solche Erweiterung der Produktionsstruktur und die Verlagerung bestimmter Tätigkeiten nach Südosteuropa auch personelle Strukturanpassungen an den bestehenden Standorten. „Diese Verlagerung wird innerhalb der etablierten Werke jedoch größtenteils durch die Reduzierung des Zeitarbeitspersonals, Renteneintritte und natürliche Fluktuation erfolgen“, teilte Ottobock mit.

„Mit der neuen Fertigungsstruktur rüsten wir uns für unsere Zukunft und realisieren Potenziale. Der neue Low Cost Manufacturing Standort unterstützt die Strategie, die etablierten Standorte zu Centers of Excellence auszubauen“, sagt Arne Jörn. Der Geschäftsführer Operations der Ottobock SE & Co. KGaA betont: „Davon profitieren alle Standorte.“

Folgen für Duderstadt, Königsee und Wien

Duderstadt: Am Hauptsitz investiert das Unternehmen wesentlich in den Ausbau des Logistikzentrums und in das sogenannte iFab zur individuellen digitalen Fertigung von Prothesen und Orthesen. Dazu kommen weitere Centers of Excellence wie im Fall von Spritzguss (Injection Molding) oder Zerspanung. Allein im Bereich Fertigung (Operations) investiert Ottobock in diesem und im nächsten Jahr gut 15 Millionen Euro zusätzlich. Ein Schwerpunkt ist die Optimierung des CNC-Fräszentrums.

Wien: Der High-Tech-Standort wird ausgebaut. Dort sollen neue myo-elektronische und mikroprozessorgesteuerte Produkte schnell umgesetzt werden. In den Standortausbau und die Optimierung der Produktion investiert das Unternehmen 2019 und im nächsten Jahr fast zwei Millionen Euro.

Königsee: Der Fokus liegt auf der flexiblen Fertigung anspruchsvoller individueller Rollstühle und Zubehör. Dazu investiert Ottobock in diesem und im nächsten Jahr allein in die Fertigung zusätzlich 600000 Euro.

Von Mark Bambey

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