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Regional Freude bei Mästern, Ertragsrückgänge bei Fleischern
Nachrichten Wirtschaft Regional Freude bei Mästern, Ertragsrückgänge bei Fleischern
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15:35 24.04.2019
Von der Preisexplosion des Schweinefleisches nur wenig betroffen: Börner-Eisenacher setzt auf Biowurst. Quelle: Bühl
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Göttingen

Von „massiven Ertragsrückgängen“ in der Branche aufgrund gestiegener Schweinefleischpreise berichtet der Göttinger Fleischwarenfabrikant Frank-Walter Eisenbacher. „Die Chinesen kaufen derzeit in Europa große Mengen Schweinefleisch auf, weil in ihrer Heimat die Afrikanische Schweinepest grassiert und große Bestände gekeult werden müssen“, erklärt der geschäftsführende Gesellschafter von Börner-Eisenacher. Mit dem knapper werdenden Angebot stiegen die Preise „drastisch“ an.

„Das Kilogramm Schwein (Schlachtgewicht), bei dem die Pfötchen und Ohren noch mit dabei sind, kostet mittlerweile 1,73 Euro, 30 Cent mehr als noch vor ein paar Wochen“, ergänzt der Göttinger Fleischermeister Hermann Sebert. Im vergangenen Jahr seien es 1,32 Euro für das Kilogramm gewesen.

Kaum Spielraum für Preiserhöhungen im Handel

Die für den Handel produzierenden Fleischwarenbetriebe, so Eisenacher, könnten die höheren Preise aufgrund des Wettbewerbsdrucks nur begrenzt weitergeben. Das bedrohe die Existenz mancher Kollegen. Sein Unternehmen, das 150 Mitarbeiter beschäftige, sei weniger stark betroffen. Sie machten an die 60 Prozent des Umsatzes im Biowurst-Bereich. Biofleisch koste doppelt so viel wie das konventionell erzeugte Fleisch und sei daher nicht direkt betroffen.

„Wir versuchen die höheren Einkaufspreise erst einmal wegzustecken“, sagt Sebert. Er zahle den Schweinemästern ohnehin mehr, da diese die Tiere nach seinen Wünschen fütterten und schwerer werden ließen als üblich. Dass die Chinesen den Markt leer kauften, habe es auch in der Vergangenheit schon gegeben. Immer habe sich die Lage nach ein paar Wochen entspannt. Diesmal sei es aber eventuell anders.

Schweinefleischverbrauch in Deutschland seit Jahren rückläufig

„Preiserhöhungen lösen nicht alle unsere Probleme, da die Kunden dann weniger kaufen“, gibt Sebert zu bedenken. Überhaupt sei der Schweinefleischverbrauch in Deutschland seit Jahren rückläufig. Die alte Generation, die mittags Braten und abends Wurst esse, sterbe allmählich weg. Schweinefleisch werde im Fernsehen „schlecht geredet“. Den Bauern würde vorgeworfen, die Tiere nicht gut zu behandeln.

Im Landkreis Göttingen gibt es 250 Schweinemäster

Das ärgert auch Achim Hübner, den Geschäftsführer des Landvolks Göttingen. „Tierschutz und Biohaltung kosten Geld“, sagt er. Höhere Preise wollten die meisten Verbraucher aber nicht bezahlen. Um rentabel wirtschaften zu können, würden die Betriebe immer größer. Er glaube, dass in den kommenden Jahren von den 250 Schweinemästern im Landkreis noch 50 bis 100 übrig blieben. Sie hätten jeweils 500 bis 1000 Mastplätze, auf denen sie im Jahr drei Durchgänge schafften.

Viehhändler und Schlachtbetriebe

„Die höheren Preise, die derzeit gezahlt werden, freuen die Mäster natürlich“, erklärt Hübner. Ihn wundere allerdings, dass die Preise erst jetzt gestiegen seien. Viehhändler und die Schlachtbetriebe telefonierten schon seit gut einem halben Jahr hinter den Mästern hinterher, um sich Tiere zu sichern. Ob die Preissteigerung von Dauer sei, lasse sich schwer einschätzen. Nach Medienberichten benötigten die chinesischen Landwirte zwei, drei Jahre, um sich von den Folgen der Schweinepest zu erholen.

Von Michael Caspar

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