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Regional Private Hochschule Göttingen startet Projekt-Wettbewerb
Nachrichten Wirtschaft Regional Private Hochschule Göttingen startet Projekt-Wettbewerb
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22:21 14.08.2019
Haben die Wettbewerbsphase eingeläutet (von li.): ZE-Leiter Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar, Gründungsberater Lukas Campen und PFH-Präsident Prof. Dr. Frank Albe. Quelle: R
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Göttingen

Gute Ideen gibt es viele. Oft fehlt es aber am Geld, um sie umzusetzen. Ideen und Finanzen zusammenbringen will der Wettbewerb „Kulturideenbeweger“. Ausgeschrieben hat ihn das ZE Zentrum für Entrepreneurship der Privaten Hochschule (PFH) Göttingen. Herausforderung für die fünf beteiligten Teams sei es, innerhalb von 30 Tagen so viele finanzielle Unterstützer wie möglich für ihre kreativen Vorstellungen zu begeistern, heißt es in einer Mitteilung der PFH. Gestartet ist der Wettbewerb am 1. August.

Mit Unterstützern sind keineswegs finanzkräftige Unternehmen, Banken und Sponsoren gemeint, sondern in erster Linie Privatleute, die sich mit kleinen Beträgen an einem Projekt beteiligen möchten. Ihr Gewinn können zum Beispiel bestimmte exklusive Vorteile oder Produkte sein. Das ist zugleich der Kern des Crowdfunding, zu Deutsch: Schwarmfinanzierung. Auf dieser Idee beruht der Wettbewerb.

Zweiter Crowdfunding-Wettbewerb der PFH

Der Kulturideenbeweger ist der zweite Crowdfunding-Wettbewerb der PFH. Im Herbst 2018 hatte das Team des hochschuleigenen ZE Zentrum für Entrepreneurship bereits den Gründerideenbeweger für unternehmerische Start-ups aus der Region initiiert. „Im vergangenen Jahr durften wir feststellen, dass sich Südniedersachsen für die Idee des Crowdfunding und für Start-ups begeistern lässt“, erläutert Initiator und ZE-Leiter Prof. Dr. Bernhard H. Vollmar. Dieses Mal seien die Bürger aufgefordert, Projekte zu unterstützen, die einen kulturellen Mehrwert für die Region bringen.

Über die Website www.ideenbeweger.org stellen sich die fünf Teams vor. Auf der genannten Internetseite können sich Interessenten bis zum 30. August um 12 Uhr als Unterstützer einbringen. „Die Projekte spiegeln die kulturelle Vielfalt der Region Südniedersachsen wider und haben uns ein wirtschaftlich nachhaltiges und umsetzbares Konzept vorgelegt. Dies war bei der Projektauswahl wichtig“, erklärt Crowdfunding-Berater Lukas Campen.

Vom Wörtertriathlon bis zum Weihnachtsdorf

Am Wettbewerb nehmen folgende Teams teil: „Alte Schule Adelebsen“: Berichte der letzten Zeitzeugen über die Geschichte dieser Bildungsstätte. „Wörtertriathlon“: Offene Bühne für Musik, Poetry Slam, Comedy, Stand-up, Pecha Kucha (eine Vortragstechnik nach japanischem Vorbild) und andere Kunstformen in Göttingen. „Wunderschöner Ambergau“: Bildband über die Landschaft Ambergau (Innerstebergland). „Lyntow EP“: Zweites Album (digital und auf Vinyl) der Göttinger Folk-Pop-Band Lyntow. „Einbecker Weihnachtsdorf“: Höhepunkte für das Weihnachtsdorf mit Lasershow und Bühnenprogramm.

Alle Projektinitiatoren beginnen mit einem Startguthaben von 250 Euro, das die PFH zur Verfügung stellt. Zusätzlich erhalten jene drei Teams, die am Ende die meisten Personen von ihren Ideen überzeugen konnten, Preisgelder von insgesamt 500 Euro. Hinzu sollen natürlich die Mittel kommen, die ihre Unterstützer über die Ideenbeweger-Plattform zugesagt haben. Alle Informationen zum Crowdfunding-Wettbewerb Kulturideenbeweger finden sich nach Angaben der PFH online.

„Wir wollen die Mitmach-Mentalität stärken“

Mit dem Ideenbeweger habe die PFH eine Crowdfunding-Plattform für innovative, kreative und soziale Projekte aus der Region Südniedersachsen ins Leben gerufen, heißt es. Das hochschuleigene ZE Zentrum für Entrepreneurship habe die Partnerseite der Crowdfunding-Plattform Startnext gemeinsam mit der NBank sowie der Volksbank Kassel Göttingen realisiert, in Kooperation mit dem SüdniedersachsenInnovationsCampus (SNIC). „Wir möchten eine offene Kultur des Experimentierens in Südniedersachsen schaffen und die Mitmach-Mentalität stärken“, so Vollmar.

Wie Crowdfunding funktioniert

Wenn ein junges Start-up in den Startlöchern steht, ist fehlendes Kapital oft das größte Hindernis. Investoren und Banken lassen sich von innovativen Produktideen häufig nicht beeindrucken. Zu unsicher scheint ihnen ein Investment in der Frühphase, weil sich der Erfolg der Geschäftsidee zu dieser Zeit noch nicht gut prognostizieren lässt. Doch die Gründer benötigen gerade jetzt Geld, um die Produktentwicklung, Maschinen oder erste Werbemaßnahmen zu bezahlen. In diesen Situationen kann Crowdfunding helfen, eine Variante ist das belohnungsbasierte Crowdfunding.

In der Regel nutzen Gründer dabei Online-Plattformen, um ihr Startup und ihre innovative Geschäftsidee vorzustellen. Sie geben an, wieviel Geld sie benötigen und wofür genau sie es einsetzen möchten. Daraufhin versuchen sie, potenzielle Unterstützer davon zu überzeugen, dass ihr Produkt eine Chance am Markt verdient, weil es komplett neuartig, qualitativ hochwertig oder zum Beispiel ökologisch besonders wertvoll ist. Mit relativ geringen Beiträgen von etwa 5 bis 1000 Euro können Privatpersonen dann das jeweilige Projekt unterstützen. Als Dank erhalten sie zum Beispiel exklusive Produktproben, eine Sponsoren-Nennung auf der Unternehmenswebsite oder einen Besuch in der Gründerwerkstatt. (Quelle: PFH Göttingen)

Von Ulrich Meinhard

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