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Regional Aus der WG-Küche zum Startup
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00:17 22.05.2017
Von Christoph Höland
In den Räumen des Pre-Inkubators: Die Gründer Jonas Trippler, Luna Baumgarten vom SNIC, Dennis Hartelt, Martin Stamman, Gründungsförderung der Universität, und Christoph Bartsch. (von Links) Quelle: Peter Heller
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Göttingen

Wie Geschäftsleute treten die vier angehenden Gründer nicht auf: Die Outfits legér, etwas zottelige Bärte - die Physiker und Informatiker von Universität und HAWK würde man eher Club-Mate-trinkend auf Partys vermuten. Tatsächlich sei die Idee, aus vorhandenen Social-Media-Präsenzen vollwertige und günstige Websites zu generieren, im Umfeld eines studentischen Veranstaltungskellers entstanden, erzählt Mitgründer Christoph Bartsch.

Wenig später waren die Studenten überzeugt, daraus ein Geschäft machen zu können: „So simpel wie möglich“ soll die Internetplattform sein, mit der kleine Unternehmen eine Webseite aus der vorhandenen Facebook-Präsenz erzeugen und beispielsweise über Facebook mit Inhalten befüllen können, erklärt Bartsch. Unterstützung holten sie sich bei Dennis Härtel, der sich mit Vertriebsfragen auskennt und sich sicher ist, dass viele kleine Handwerksunternehmen oder Restaurants „keine 5000 Euro für eine Webseite ausgeben wollen und nicht zu viel Zeit für die Pflege aufwenden wollen“.

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Während der Prototyp noch in der WG-Küche entwickelt wurde, profitiert das Team mittlerweile vom neuen Pre-Inkubator im ehemaligen Räumen von Sartorius: Dort können sie Büroräume nutzen und werden vom Team des SNIC unterstützt: Berater wie Luna Baumgarten haben eigenen Angaben zufolge selber Erfahrung mit Unternehmensgründungen und in der Geschäftswelt.

Und sie wollen diese weitergeben, beispielsweise beim Aufbau von Netzwerken, mit dem Prüfen von Ideen und durch Hilfe beim Stellen von Anträgen - wovon auch Siteghost profitiert: So sei es bei einem Geschäftsmodell mit Abo-Gebühren vergleichsweise einfach, Einnahmen und Kosten zu kalkulieren. „Aber bei Finanzplänen für Anträge zur Exist-Gründungsförderung gibt es viele Vorgaben, nach denen man sich richten muss“, sagt Mitgründer Jonas Trippler.

Bekommen sie die Förderung, müssten sie nicht mehr ihre Freizeit opfern, freut sich Bartsch schon jetzt. Und sie könnten einen wichtigen Schritt zur Marktreife finanzieren. Ansonsten sind sich die Gründer sicher, dass sich ihr Kapitalbedarf zunächst in Grenzen hält. Sie kalkulieren mit einer Marktreife in sechs bis zwölf Monaten. Und auch dank des Feedbacks aus den durch das SNIC gefundenen Netzwerken sagt Trippler: „Man wird immer heißer auf diesen Moment.“

Der Pre-Inkubator

Bis zur Unternehmensgründung soll der Pre-Inkubator Studenten helfen, aus Projektideen Geschäftsmodelle zu entwickeln. Er ist Teil des Südniedersachsen InnovationsCampus, bei dem sich hiesige Hochschulen, Wirtschafsförderungen, Handels- und Handwerkskammern sowie die Landkreise Göttingen, Holzminden und Goslar zusammengeschlossen haben. Mit unterschiedlichen Vorhaben sollen Wissenschaft und Wirtschaft zusamm engeführt, Kooperationsprojekte entwickelt und Gründer unterstützt werden.