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Regional SNIC Accelerator: Support für Start-ups in Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional SNIC Accelerator: Support für Start-ups in Göttingen
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00:26 22.03.2018
Der „SNIC Life Science Accelerator“ hat am 1. Januar den Betrieb aufgenommen. Gemeinsam mit Vertretern der südniedersächsischen Sparkassen haben Dirk Kautz Mascha Albrecht und Ursula Haufe am 16. März über den aktuellen Stand des Projekts informiert.
Der „SNIC Life Science Accelerator“ hat am 1. Januar den Betrieb aufgenommen. Gemeinsam mit Vertretern der südniedersächsischen Sparkassen haben Dirk Kautz Mascha Albrecht und Ursula Haufe am 16. März über den aktuellen Stand des Projekts informiert. Quelle: r
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Göttingen

Die ersten fünf Firmengründer-Teams werden jetzt vom Göttinger Life Science Accelerator des Südniedersachsen-Innovationscampus (SNIC) unterstützt. Ein dreiköpfiges Team um Leiter Dirk Kautz betreut die Gründer jeweils sechs Monate lang. In dieser Zeit sollen sie ein wichtiges Etappenziel erreichen.

„Die fünf ausgewählten Teams sind in den Bereichen Medizintechnik, digitale Anwendungen und Technologie aktiv“, berichtet Kautz. Es handele sich, bis auf einen Fall, um Ausgründungen aus Göttinger Forschungseinrichtungen. Die Universität und die Universitätsmedizin seien ebenso vertreten wie die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) sowie das Max-Planck-Institut für Dynamik und Selbstorganisation. Eine Firma sei bereits gegründet, die anderen Teams bereiteten den Schritt in die Selbstständigkeit vor.

„In den kommenden sechs Monaten wollen die Gründer bei einem wichtigen Zwischenziel den Durchbruch schaffen“, erläutert Kautz. Das könnte das Stellen eines Förderantrags, das Erarbeiten eines Vertriebskonzepts oder das Entwickeln eines neuen Produkts sein. Sie würden beraten und gecoacht. In das Accelerator-Projekt eingebundene Firmen wie B. Braun aus Melsungen, Evotec und Sartorius aus Göttingen oder Ottobock aus Duderstadt unterstützten die Gründer mit ihrem Know-how. Der Accelerator, der „Beschleuniger“ der Gründungen, stelle bei Bedarf am Sitz des SNIC auf dem ehemaligen Sartorius-Gelände an der Weender Landstraße Räume.

Hoher Finanzierungsbedarf

„Wir können uns nicht an der Finanzierung beteiligen, aber bei der Suche nach einer öffentlichen Förderung, nach Risikokapital oder einem Bankkredit helfen“, führt Kautz aus. Gründer benötigten seinen Angaben zufolge im Life-Science-Bereich Summen von mehreren 100000 Euro bis hin zu zweistelligen Millionen-Beträgen. „Das SNIC ist dabei, ein Netzwerk von Business Angeln aufzubauen – Unternehmern, die privates Geld in Start-ups stecken und die Gründer beraten“, berichtet Mascha Albrecht, die Leiterin der SNIC-Geschäftsstelle.

„Wir suchen bereits die nächsten Gründerteams für die kommende Runde“, sagt Kautz. Sie nähmen Bewerbungen an. Diese würden nach einer Präsentation vom sogenannten „AcceleRat“, einem mit Vertretern von regionalen Firmen besetzten Gremium, bewertet.

Die Entscheidung über die Aufnahme ins Programm treffe die Steuerungsgruppe. Ihr gehörten Vertreter von Stadt und Landkreis Göttingen sowie der Landkreise Goslar, Holzminden und Northeim mit ihren Wirtschaftsförderungen an. Außerdem seien die Universität und die Universitätsmedizin Göttingen, die HAWK und die Private Hochschule Göttingen (PFH) mit dabei. Sie seien auch Träger des SNIC.

„Finanziert wird der Accelerator in den kommenden zwei Jahren mit 300000 Euro“, sagt SNIC-Geschäftsführerin Albrecht – also 150000 Euro pro Jahr. Das Geld komme zur Hälfte vom Land Niedersachsen, das weitere sieben solcher Zentren fördere. Die andere Hälfte würden sieben Sparkassen aufbringen – und zwar jene aus Bad Sachsa, Duderstadt, Einbeck, Göttingen, Hann. Münden, Northeim und Osterode.

Region als Gründungsstandort

Mit den Accelerator, so Ursula Haufe, Geschäftsführerin der städtischen Wirtschaftsförderung Göttingens (GWG), mache die Region auf sich als „Gründungsstandort“ aufmerksam. Die GWG koordiniere das Accelerator-Projekt.

„Mit dem Accelerator bauen wir unser Angebot im Bereich der Gründungsförderung weiter aus“, betont Albrecht hierzu. Das SNIC berate bereits beim Crowdfunding, organisiere Treffen für Gründer in Göttingen, aber auch in Osterode und demnächst zusätzlich in Northeim und Holzminden. Seit Anfang 2017 gebe es außerdem den „Pre-Inkubator“, der Gründerteams unterstütze, die noch ganz am Anfang stehen.

Von Michael Caspar