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Regional Umsatzverdoppelung für 2025 angepeilt
Nachrichten Wirtschaft Regional Umsatzverdoppelung für 2025 angepeilt
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00:21 31.03.2019
Joachim Kreuzburg referiert bei der Sartorius-Hauptversammlung. Quelle: r
Göttingen

In der voll besetzten Göttinger Lokhalle referierte Kreuzburg sowohl über die Ergebnisse des vergangenen Jahres als auch über die Prognosen für 2019 und darüber hinaus. Die Schwerpunkte der Geschäftstätigkeit blieben Nordamerika und China, wo es auch 2018 die größten Umsatzzuwächse gegeben habe – gegenüber dem Vorjahr 16,5 Prozent mehr in Nordamerika, 15,5 Prozent mehr in Südostasien. In Nordeuropa seien die Umsätze um 9,5 Prozent gestiegen.

2018 sei mit 15,2 Prozent das Jahr des vorläufigen Höhepunkts der Investitionsquote für Sartorius gewesen, erklärte Kreuzburg. Für 2019 strebe das Unternehmen eine Quote von etwa zwölf Prozent an. Trotz der hohen Investitionen sei die Eigenkapitalquote im vergangenen Jahr von 35,1 auf 38,5 Prozent gestiegen.

Problem Brexit

Nachdem der Umsatz des Unternehmens im vergangenen Jahr um 13,2 Prozent gestiegen sei, werde das Wachstum im laufenden Jahr zwischen sieben und elf Prozent liegen, erklärte Kreuzburg. In diese Kalkulation sei allerdings das Szenario eines ungeregelten Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union („Brexit“) nicht eingerechnet. Für diesen Fall rechne er mit einer Unterbrechung der Lieferketten, sagte Kreuzburg.

Ausführlich sprach der Sartorius-Vorstandschef über die strategische Position und künftige Ausrichtung des Unternehmens. Die orientiere sich an der Erwartung, dass bei einer weiter wachsenden und dabei älter werdenden Bevölkerung immer mehr Menschen auf gesundheitliche Dienstleistungen und Waren angewiesen seien. Mittlerweile gebe es einfachere und schnellere Fortschritte im Bereich Life Science, wozu Sartorius mit seinem Portfolio signifikante Beiträge leisten könne.

Dementsprechend lege Sartorius seinen Fokus zunehmend auf den Biopharma-Markt. Die strategische Grundposition von Sartorius: „bessere Gesundheit für mehr Menschen“. Nach aktuelle Studien werde es 2050 weltweit zwei Milliarden Menschen geben werde, die 60 Jahre oder älter sind – und immer mehr davon könnten sich Medikamente leisten.

Besonders stark, erklärte Kreuzburg, werde in nächster Zeit der Biosimilar-Markt (Nachahmerprodukte) wachsen. Der Patentschutz zahlreicher großer Umsatzbringer im Pharma-Markt werde in den kommenden Jahren auslaufen, Sartorius könne Unternehmen dabei helfen, neue Produktionslinien schnell in Betrieb zu nehmen: „Time-to-Market ist entscheidend. Nur die ersten Anbieter verdienen Geld.“

Versuch und Irrtum

Ein weiteres Problem für die Pharma-Branche: Es wird immer teurer, neue Substanzen auf den Markt zu bringen. Hätte in den 1950er Jahren für eine Milliarde Euro noch etwa 50 Medikamente auf den Markt gebracht werden können, sei es derzeit nur ein einziges. Kreuzburg: „Nur jeder zehntausendste Wirkstoffkandidat erreicht den Markt. Das entspricht letztlich der Methode Versuch und Irrtum.“ Hier gebe es in der Pharmaindustrie deutlichen Verbesserungsbedarf.

Genau hier biete Sartorius entscheidende Verbesserungen an. Unter anderem gehe es darum, Chancen wie auch Sackgassen früh zu erkennen. Wenn man in dem etwa zwölfjährigen Marktreifeprozess erst spät scheitere, „dann ist das ein teures Scheitern“, erklärte Kreuzburg.

Für die Zukunft plane Sartorius einen weiteren Personalzuwachs. In Göttingen beschäftigt das Unternehmen 2980 Menschen aus 42 Nationen, davon etwa 160 Auszubildende. Weltweit sind es derzeit 8125 Personen aus 77 Nationen. Im Jahr 2025 soll es etwa 15 000 Sartorius-Mitarbeiter geben.

Außerdem beschloss der Sartorius-Aufsichtsrat, die Bestellung von Vorstandsmitglied Rainer Lehmann um fünf Jahre bis zum 28. Februar 2025 zu verlängern. Lehmann ist mit rund zweijähriger Unterbrechung seit 1999 für Sartorius tätig und seit März 2017 Mitglied des Vorstands. Dort verantwortet er die Bereiche Finanzen, Informationstechnik und Geschäftsprozesse.

Von Matthias Heinzel

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