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Regional Sartorius korrigiert Umsatzziele nach oben
Nachrichten Wirtschaft Regional Sartorius korrigiert Umsatzziele nach oben
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13:00 21.04.2020
Sartorius boomt – und profitiert von gestiegenen Auftragseingängen während der Corona-Pandemie. Quelle: Swen Pförtner
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Göttingen

Sartorius ist mit deutlich zweistelligem Wachstum bei Auftragseingang, Umsatz und Ertrag dynamisch in das Geschäftsjahr 2020 gestartet. „Wir sind in Summe sehr zufrieden mit unseren Ergebnissen des ersten Quartals und zuversichtlich für den weiteren Jahresverlauf“, sagte Konzernchef Joachim Kreuzburg. „Natürlich stellt die Coronavirus-Pandemie auch uns vor operative Herausforderungen, die wir aber bislang erfolgreich bewältigen konnten.“

Kreuzburg verwies darauf, dass Sartorius als ein für den Gesundheitssektor relevantes Unternehmen von staatlichen Lockdowns relativ wenig betroffen oder ausgenommen sei und deshalb die Produktion in allen Werken weitgehend unterbrechungsfrei laufe. Auch Lieferketten konnten überwiegend intakt gehalten werden. Mit Blick auf die Auftragslage gäbe es in den Sparten unterschiedliche Effekte. So habe der Stillstand der wirtschaftlichen Aktivität in China in den Monaten Januar und Februar die Nachfrage nach Laborinstrumenten spürbar gedämpft. Hingegen sei die Nachfrage nach Verbrauchsmaterial für die Produktion von Medikamenten und Impfstoffen sowie für diagnostische Testkits zuletzt lebhaft gestiegen und teilweise von Vorzieheffekten durch Lageraufbau geprägt gewesen. „Auf Konzernebene haben sich solche gegenläufigen Effekte weitgehend ausgeglichen“, sagte Kreuzburg.

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Geschäftsentwicklung im Konzern

Der Konzernumsatz stieg im ersten Quartal gegenüber einer moderaten Vorjahresbasis währungsbereinigt um 16,5% auf 509,9 Millionen Euro. Die Akquisition des Zellkulturmedienspezialisten Biological Industries, die Sartorius im Dezember 2019 abgeschlossen hatte, trug wie erwartet gut einen Prozentpunkt zum Wachstum bei.

Sartorius hat seine Umsätze in allen Geschäftsregionen in fast identischem Maße zweistellig gesteigert, teilt das Unternehmen mit. Die Region Amerika schloss das erste Quartal mit einem Umsatzplus von 17,1 Prozent auf 180,7 Mio. Euro ab. In Asien/Pazifik stiegen die Umsätze um 16,3 % auf 122,2 Mio. Euro. Während die Bioprozess-Sparte in dieser Region größere Equipment-Aufträge gewinnen konnte, verzeichnete die Laborsparte vor allem in den ersten beiden Monaten des Jahres einen deutlichen Umsatzrückgang. Im März zogen die Geschäfte in China hingegen wieder an.

Geschäftsentwicklung der Sparten

Die Sparte Bioprocess Solutions erzielte gegenüber einem relativ moderaten Vorjahresquartal einen Umsatzanstieg von 22,4% auf 394,3 Mio. Euro. Der anorganische Wachstumsbeitrag durch die Akquisition von Biological Industries betrug knapp einen Prozentpunkt. Mit rund zwei Prozentpunkten Wachstumsbeitrag deutlich bemerkbar machten sich Vorzieheffekte von Kunden, die im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie ihre Lager aufstockten. Noch dynamischer als der Umsatz erhöhte sich der Auftragseingang mit einem Plus von 39,6% auf 506,2 Mio. Euro, der stark beeinflusst war von größeren Equipment-Aufträgen aus China sowie Vorzieheffekten.

Die Entwicklung der Sparte Lab Products & Services war im ersten Quartal durch die in China stark reduzierte Nachfrage vor allem nach Laborinstrumenten beeinflusst. Die Auswirkung der Pandemiekrise betrug etwa minus 6 Prozentpunkte auf den Spartenumsatz, der sich mit einem Plus von 0,1% (nominal +0,5%) auf 115,6 Mio. Euro auf dem Niveau des Vorjahres bewegte.

Auf Basis der Resultate des ersten Quartals und im Zusammenhang mit dem bevorstehenden Vollzug der Akquisition ausgewählter Life-Science-Geschäfte von Danaher passt Sartorius seine Prognose für das Gesamtjahr 2020 an. Der Konzern erwartet nun ein Umsatzwachstum von 15 bis 19 Prozent, zuvor waren 10 bis 13 Prozent kalkuliert worden.

Übernahme einzelner Sparten von Danaher

Sartorius rechnet weiter damit, innerhalb der nächsten Wochen die letzten Kartellfreigaben zu erhalten und die geplante Übernahme ausgewählter Life-Science-Geschäfte des Danaher-Konzerns abschließen zu können. „Wir sind zuversichtlich, die Akquisition in Kürze vollziehen und mit der Integration beginnen zu können“, sagte Geschäftsführer Joachim Kreuzburg. „Durch den Zukauf erweitern wir in beiden Sparten unser Angebot sehr substanziell um innovative Technologien, mit denen wir unsere Pharma-Kunden noch umfassender bei der Entwicklung und Produktion von Biotech-Medikamenten und Impfstoffen unterstützen können. Die Integration wird während der Coronavirus-Pandemie aufgrund der verschiedenen Einschränkungen eine besondere Herausforderung, auf die wir uns allerdings intensiv vorbereitet haben.“ Die aktuellen Geschäftszahlen des Konzern gehen von der Annahme aus, dass das Danaher-Portfolio ab Mai 2020 darin einbezogen werden kann.

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Von Tobias Christ/r