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Regional Sartorius peilt 2 Milliarden Euro Umsatz an
Nachrichten Wirtschaft Regional Sartorius peilt 2 Milliarden Euro Umsatz an
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19:41 13.03.2012
Von Hanne-Dore Schumacher
Will den Erfolgskurs des Sartorius-Konzerns 2012 fortsetzen: Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender der Sartorius AG.
Will den Erfolgskurs des Sartorius-Konzerns 2012 fortsetzen: Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender der Sartorius AG. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

In allen Bereichen, in der Biotechnologie und der Mechatronik, habe man zugelegt, auch in allen Regionen der Welt, vor allem in Asien. Die Aktionäre sollen am guten Geschäftsverlauf durch eine erhöhte Dividende partizipieren. Am 19. April wird der Hauptversammlung eine Anhebung der Dividende auf 0,82 Euro je Vorzugsaktie (Vorjahr: 0,62) und 0,80 Euro je Stammaktie (0,60) vorgeschlagen. Damit erhöht sich die Ausschüttungssumme gegenüber dem Vorjahr um 32,8 Prozent auf 13,8 Mio. Euro. Die Göttinger betrachten sich als Aufstiegskandidat für den Tec-Dax.

Kreuburg stellte die neue Spartenstruktur des Konzerns vor. Vom ersten Quartal 2012 an wird das Unternehmen seine Geschäftszahlen nach drei Segmenten berichten: Bioprocess Solutions, Lab Products & Services und Industrial Weighing. Vom Bereich Industrie-Waagen allerdings werde man sich wohl trennen. Ende des ersten Halbjahres soll der Markt sondiert werden. „Ohne Zeitdruck.“ Betroffen von einem Verkauf (es haben sich schon zehn Interessenten gemeldet) wären 300 Mitarbeiter in Deutschland (Hamburg und Aachen), 70 davon in Göttingen. In diesem Bereich macht Sartorius 100 Mio. Euro Umsatz und 10 Mio. Euro Gewinn. Er gehe davon aus, dass ein neuer Eigner den Standort Göttingen erhalten wird, sagte Kreuzburg.

Drei große Bauprojekte

In drei große Bauprojekte investiert der Konzern derzeit: In Puerto Rico wird ein Filterwerk  für 20 Mio. Euro erweitert und modernisiert. Im Juni findet die Eröffnung statt. 15 Mio. Euro fließen in eine neue Produktionsstätte für Fermenter und Bioreaktoren in Guxhagen bei Melsungen. Der Bezug ist ebenfalls für Juni avisiert. Auch in Göttingen wird kräftig investiert, um die Membrankapazitäten zu erweitern. 25 Mio. Euro fasst der Konzern am Firmensitz an. Der Neubau wird im April eröffnet. Erweiterungspläne gibt es zudem für die Spritzgussfertigung in Göttingen. Die Produktionsfläche der vor fünf Jahren erworbenen Firma Tohaplast soll in diesem Jahr für circa 3 Mio. Euro  verdoppelt werden.

Bis zum Jahr 2020, so rechnet Kreuzburg, sollte auch der Sartorius-Standort in der Weender Landstraße, wo sich noch ein Drittel der Fertigung befindet, aufgegeben werden. „Bis dahin haben wir alles zusammengefasst“, ist sich Kreuzburg sicher. Am Areal an der Otto-Brenner-Straße habe Sartorius Optionen auf mehr als 20 000 Quadratmeter Fläche. Um die Bedeutung des Standortes Göttingen zu unterstreichen, wies der Vorstand auf 32 Mio. Euro hin, die allein in Göttingen in Forschung und Entwicklung fließen. Der Ausbildung wird großer Stellenwert beigemessen. Von 102 Lehrlingen werden 79 in Göttingen ausgebildet. Im Herbst sollen weitere 50 Auszubildende hinzukommen, kündigte Kreuzburg an.

Sowohl in der Biotechnologie als auch im Laborsegment wollen die Göttinger ihr Geschäft in den kommenden acht Jahren verdoppeln. Bis zum Jahr 2020, so kündigte Kreuzburg am Dienstag an, soll der Konzern-Umsatz auf 2 Milliarden Euro steigen.

Zahlen und Fakten

Sartorius hat 2011 einen Umsatz von 733,1 Mio. Euro (+11,2%) und einen operativen Gewinn von 112,2 Mio. Euro (+31,2%) erzielt. Die Gewinnmarge: 15,3 Prozent. Der Auftragseingang erhöhte sich auf 749,5 Mio. Euro (+10%). Für Forschung und Entwicklung wurden 44,3 Mio. Euro aufgewendet. Der Konzern beschäftigt weltweit 5299 Mitarbeiter (Vorjahr 4887), 1814 davon in Göttingen (+11,1%).