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Regional Sartorius: Bis zu 3500 Arbeitsplätze in Göttingen
Nachrichten Wirtschaft Regional Sartorius: Bis zu 3500 Arbeitsplätze in Göttingen
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00:22 22.02.2019
Sartorius hat seinen Wachstumskurs 2018 in beiden Sparten und allen Regionen fortgesetzt – erläutert Vorstandsvorsitzender Joachim Kreuzburg bei der Bilanzpressekonferenz. Im Hintergrund: Petra Kirchhoff, Leiterin der Unternehmenskommunikation. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Der Sartorius-Konzern hat bei seiner Bilanzpressekonferenz erfolgreiche Zahlen für das Geschäftsjahr 2018 vorgelegt. Der Vorstandsvorsitzende des Pharma- und Labor-Zulieferers, Joachim Kreuzburg, sieht für die kommenden Jahre noch deutliches Wachstumspotenzial – auch am Standort Göttingen. Die Dividende soll im Vergleich zum Vorjahr um elf Cent steigen, und zwar auf 61 Cent pro Stamm- und 62 Cent pro Vorzugsaktie.

Sartorius: Erweiterungsbauten des Unternehmens an der Otto-Brenner-Straße. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Umsatz um 13,2 Prozent gestiegen

Zwar habe die Laborsparte aufgrund der zurückgehenden Nachfrage aus Europa in der zweiten Jahreshälfte 2018 geschwächelt. Insgesamt konnte Kreuzburg aber auf solide Zahlen verweisen. So sei der Umsatz konzernweit im Vergleich zu 2017 um 13,2 Prozent auf 1,566 Milliarden Euro gestiegen, wobei allein die Sparte Bioprocess Solutions 2018 einen Umsatz von 1,143 Milliarden Euro erwirtschaftet habe. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisation (EBITDA) habe 2018 um 14,7 Prozent auf 405 Millionen Euro gesteigert werden können; die entsprechende Marge habe sich um 0,8 Prozentpunkte auf 25,9 Prozent erhöht.

Der Konzern-Nettogewinn stieg laut Kreuzburg auf 175,6 Millionen Euro (Vorjahr: 144 Millionen Euro). Der Gewinn je Stammaktie liege somit bei 2,56 Euro (Vorjahr: 2,10 Euro) beziehungsweise 2,57 Euro (Vorjahr: 2,11 Euro). Die Eigenkapitalquote habe zum Jahresende 2018 mit 38,5 Prozent ebenfalls über dem Vorjahresniveau (35,1 Prozent) gelegen; der sogenannte dynamische Verschuldungsgrad sei leicht von 2,5 auf 2,4 zurückgegangen. „Wir sind finanziell sehr gut aufgestellt“, betonte Kreuzburg. Für weitere Akquisitionen könne man bis zu zwei Milliarden Euro ausgeben.

Bauarbeiten auf dem wachsenden Sartorius-Gelände. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Potenziale in den USA und China

Große Potenziale sieht Kreuzburg in den Märkten Amerika und Asien – mit den Schwerpunkten USA und China. „Unser Geschäft in Amerika könnte doppelt so groß sein“, sagte er vor den anwesenden Journalisten. Hier sehe er „viel Potenzial für weiteres Wachstum“. Konzernweit sei der Höhepunkt der Investitionsphase nun erreicht; zwischen 2015 und 2019 habe Sartorius fast eine Milliarde Euro investiert. Auch der Standort Göttingen profitiere deutlich davon, etwa durch die Erweiterung der Membran-Produktion, den Ausbau von Vertrieb und Marketing und die Inbetriebnahme einer Kita mit 50 Plätzen.

Weltweit bis 2025 etwa 15 000 Mitarbeiter

In Göttingen seien Ende 2018 insgesamt mehr als 2600 Menschen aus 42 Nationen beschäftigt gewesen, 200 mehr als 2017. Rechnet man die Auszubildenden dazu, seien es sogar rund 2800. Insgesamt beschäftige Sartorius weltweit mittlerweile mehr als 8100 Mitarbeiter, bis 2025 sollen es etwa 15 000 werden. „In Göttingen werden wir die Zahl der Beschäftigten bis dahin auf etwa 3500 steigern können“, prognostizierte der Vorstandsvorsitzende des MDAX- und TechDAX-Konzerns. Mehr dürften es seiner Einschätzung nach allerdings nicht werden – was nicht an räumlichen Kapazitäten liege, sondern eher an der Bereitschaft qualifizierter Fachkräfte, nach Göttingen zu kommen und hier dauerhaft zu arbeiten.

Dies sei ein Grund dafür, warum sich Sartorius auch im Bötzow-Areal von Ottobock-Eigner Hans Georg Näder in Berlin engagiere und hier auf bis zu 3000 Quadratmetern Arbeitsplätze anbieten will. Mit dem gemeinsam mit BCG Ventures gegründeten Start-Up „LabTwin“ wolle man sich dort nachhaltig Zugang zum Talente-Pool der Hauptstadt verschaffen.

Klare Visionen: Joachim Kreuzburg. Quelle: Christina Hinzmann / GT

Kreuzburg will weiter „profitabel wachsen“

Für das Jahr 2019 geht Sartorius eigenen Angaben zufolge von einem weiteren „profitablen Wachstum“ aus. So soll sich der Konzernumsatz um etwa sieben bis elf Prozent erhöhen. „Diese Prognose berücksichtigt Veränderungen in der vertrieblichen Zusammenarbeit mit dem Lonza-Konzern im Bereich Zellkulturmedien, ohne die das Umsatzwachstum wohl um zwei Prozent höher ausfallen würde“, so Kreuzburg.

Arbeit in der Pharmaforschung – mit Bioanalytik-Systemen von Sartorius. Quelle: Sartorius / Peter Ginter

Ziel: Konzernumsatz erneut verdoppeln

Vor dem Hintergrund weltweiter Trends, die zu einer kontinuierlich steigenden Nachfrage nach biopharmazeutisch hergestellten Medikamenten und Impfstoffen führen dürften (bis 2050 werde es allein zwei Milliarden Menschen geben, die 60 Jahre oder älter sind – und immer mehr davon würden sich Medikamente leisten können), peilt Sartorius auch über 2019 hinaus „deutliches Wachstum“ an. So soll sich im Fünfjahresabschnitt 2020 bis 2025 der Konzernumsatz erneut verdoppeln auf dann vier Milliarden Euro, wobei dieses Wachstum zu zwei Dritteln organisch und zu einem Drittel durch Akquisitionen erreicht werden soll. Kreuzburg strebt dabei eine weitere Optimierung von Arbeitsprozessen durch Digitalisierung und Automatisierung an. Vor allem in der Bioanalytik gebe es große Potenziale.

Medikamentenproduktion mit Sartorius-Produkten. Quelle: Sartorius / Peter Ginter

Von Markus Riese

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