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Regional Sartorius will 700 neue Jobs in Göttingen schaffen
Nachrichten Wirtschaft Regional Sartorius will 700 neue Jobs in Göttingen schaffen
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16:37 27.03.2019
Joachim Kreuzburg, Vorstandsvorsitzender von Sartorius. Quelle: Christina Hinzmann
Göttingen

Sartorius boomt. Sichtbar ist das nicht nur an den Zahlen im Geschäftsbericht, den nicht nur die Aktionäre im Vorfeld der am Donnerstag, 28. März, in der Göttinger Lokhalle abgehaltenen Hauptversammlung aufmerksam gelesen haben, sondern auch an der neu entstandenen Konzernzentrale im Groner Industriegebiet. Hier sollen in den nächsten Jahren bis zu 700 weitere Jobs entstehen. Das Recruiting ist jedoch ein Kraftakt.

Die Sartorius AG ist weiter auf Expansionskurs. Aus den Gebäuden des ehemaligen Firmengeländes an der Weender Landstraße ist der Pharma- und Labor-Zulieferer gut sichtbar herausgewachsen. Im Groner Industriegebiet ist deswegen die größere neue Konzernzentrale entstanden. Gut 500 Millionen Euro hat das Unternehmen in den neuen Standort investiert. Und die Bautätigkeiten sind längst nicht beendet. Aktuell ist das Sartorius-Forum kurz vor der Fertigstellung. Bis 2025, so kündigte Sartorius-Vorstandsvorsitzender Joachim Kreuzburg unlängst an, könnten hier auf dem Sartorius-Campus bis zu 3500 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz haben. Aktuell beschäftigt Sartorius in Göttingen 2980 Personen aus 42 Nationen, davon sind rund 160 Auszubildende.

„Menschen finden, die bereit sind, nach Göttingen zu kommen“

Für Kreuzburg ist klar, dass es kein Leichtes ist, kreative Köpfe und Experten davon zu überzeugen, nach Göttingen zu kommen. Obwohl er immer wieder wiederholt, dass Göttingen Herz, Kopf und Motor des Konzerns ist, wo immer alle Fäden zusammenlaufen werden. „Neben spannenden Arbeitsinhalten ist für uns auch die Attraktivität des Arbeitsplatzes wichtig. Wir konkurrieren mit großen Unternehmen, die Arbeitsplätze in beliebten Metropolen anbieten“, sagt Kreuzburg. Nur ein Teil der potenziellen Bewerber komme aus Göttingen oder kenne Göttingen aus der Studienzeit. „Wir müssen auch Menschen finden, die bereit sind, nach Göttingen zu kommen und hier heimisch werden wollen. Als Arbeitgeber bieten wir verschiedenste Arbeitszeitmodelle und sorgen in den neuen Räumen für ein angenehmes Arbeitsklima. Das Feedback, das wir von Mitarbeitern erhalten, ist wirklich positiv“, betont der 53-Jährige. Für Mitarbeiter-Kinder stehe sogar eine Kita mit 50 Plätzen zur Verfügung. Aktiv engagiert sich Sartorius zudem stark für die Umsetzung des neuen Welcome Centres.

„Zeitverträge noch weiter reduziert“

Mit 3500 Mitarbeitern dürfte Göttingen dann seine maximale Größe erreicht haben, so Kreuzburg. Mehr dürften es nicht werden – was allerdings nicht an den räumlichen Kapazitäten liege, sondern eher an der Bereitschaft qualifizierter Fachkräfte nach Göttingen zu kommen und hier dauerhaft zu arbeiten. Göttingen ist der größte Produktionsstandort des Unternehmens. Es freut Kreuzburg, dass „Zeitverträge noch weiter reduziert werden konnten und hier insbesondere Festangestellte arbeiten“.

2011 sei mit den Planungen für die neue Konzernzentrale begonnen worden. Aus allen Bereichen seien Arbeitnehmer mit am Tisch gewesen. So sei dann ein Masterplan 2020 entstanden. „Diesen Plan werden wir schneller als ursprünglich geplant schon im Mai 2019 abgearbeitet haben und in einigen Bereichen sogar schon neue Ideen und Pläne verwirklicht haben. So zum Beispiel den Bau eines zweiten Parkhauses oder die Erweiterung des Firmengeländes über den Elliehäuser Weg hinaus“, betont Kreuzburg. Sowohl die Produktionsstätten als auch die Verwaltungsräume muten dabei bisweilen futuristisch an. Große Glasflächen prägen die Fassaden. Im Inneren wechseln sich großflächige Büros mit Arealen ab, die Lounge-Charakter haben. Telefoniert wird via Voice-IP, Telefone am Platz gibt es nicht. Dafür reichlich kleinere Rückzugsräume zum Telefonieren oder Think Tanks für Besprechungen. Das komme generell gut an, auch wenn einige langjährige Mitarbeiter zu Beginn ein wenig gefremdelt hätten, so der Sartorius-Chef.

Wichtiger Zugang zu Berliner Talente-Pool

Wichtig ist für Kreuzburg auch der Standort Berlin. Hier ist Sartorius auf dem Bötzow-Areal von Ottobock-Eigner Hans Georg Näder mit einer Dependance vertreten. „Berlin hat eine lebendige Startup-Szene und wird auch beim Thema Life Science immer stärker. Es ist wichtig für uns, Zugang zu dem großen Talente-Pool zu haben. Und von der Konzernzentrale Göttingen ist Berlin nur gut zwei Stunden mit dem Zug entfernt“, sagt Kreuzburg.

Konzernumsatz soll mehr als verdoppelt werden

Der Göttinger Blick auf Göttingens größten privaten Arbeitgeber zeigt zwar imposant den Wachstumskurs des Unternehmens, ist aber nur ein Teil des Ganzen. So will der Konzern bis 2025 auch seinen Umsatz mehr als verdoppeln. Anlass zu diesen optimistischen Prognosen gebe der weltweite Trend, dass es zu einer kontinuierlich steigenden Nachfrage nach biopharmazeutisch hergestellten Medikamenten und Impfstoffen kommt. Aktuelle Studien besagen, dass es in 2050 weltweit zwei Milliarden Menschen geben werde, die 60 Jahre oder älter sind – und immer mehr davon würden sich Medikamente leisten können.

Diesen Markt will Sartorius mit steigendem Anteil bedienen und sieht sich dafür gut gerüstet. So soll sich bis 2025 der Konzernumsatz von aktuell knapp 1,6 Milliarden Euro auf dann vier Milliarden Euro mehr als verdoppeln. Dabei soll dieses Wachstum zu zwei Dritteln organisch und zu einem Drittel durch Akquisitionen erreicht werden. Weltweit arbeiten nach diesen Plänen im Jahr 2025 dann etwa 15000 Mitarbeiter für Sartorius. Aktuell sind es 8125 (77 Nationalitäten). Vor Kreuzburg und dessen Sartorius-Team liegen also offensichtlich weitere ereignisreiche Jahre.

Von Mark Bambey

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