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Regional Schriftzug am Haus der Vereinigung Göttinger Werke restauriert
Nachrichten Wirtschaft Regional Schriftzug am Haus der Vereinigung Göttinger Werke restauriert
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17:00 20.11.2018
Martin Rühlmann (l.) und Sven Arnold restaurieren den Schriftzug.
Martin Rühlmann (l.) und Sven Arnold restaurieren den Schriftzug. Quelle: r
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Göttingen

Drei Unternehmen der „Vereinigung Göttinger Werke“ werden benannt; ihre Firmierungen stehen neben der Bezeichnung des Verbunds. Die Gruppe war der Vorläufer von Measurement Valley.

Die Namen Sartorius Werke, Gebr. Ruhstrat, Spindler & Hoyer, Elektroschaltwerk sind jetzt klar zu erkennen. Eine Tafel erläutert die Hintergründe, teilt Claudia Trepte, Geschäftsführerin des Wirtschaftsverbands Measurement Valley, mit. An der Hospitalstraße (gegenüber des Wöhlerplatzes) habe die VGW ihren Sitz gehabt, so Trepte. „Dieser Ort hat somit ein beträchtliches Gewicht für die Wirtschaftsgeschichte Göttingens.“

Göttinger Firmen der Feinmechanik und Optik kooperieren für den gemeinsamen Exporterfolg

„Noch ein Jahr und wir hätten den historischen Schriftzug mit dem Handbesen von der Wand fegen können“, hätten Martin Rühlmann und Sven Arnold vom Malerfachbetrieb Lisa Witte und Sohn vor der Wiederherstellung festgestellt. „Ort und Schriftzug sind bedeutsam“, so Trepte. „Die Vereinigung Göttinger Werke VGW verdeutlicht schon in ihrer Gründung 1921 ein vorbildliches Zusammenarbeiten hiesiger Firmen der Feinmechanik und Optik – zunächst für den gemeinsamen Exporterfolg auf dem Weltmarkt.“

150 000 Mark von elf Göttinger Firmen

Elf Firmen, unter ihnen Ruhstrat, Lambrecht, Sartorius, Spindler & Hoyer (heute Qioptiq/Excellitas) und Winkel (heute Carl Zeiss), mit 13 Privatpersonen, hätten 150 000 Mark zur Gründung der GmbH aufgebracht. Als Geschäftsführer sei Dr. Erich Löwenstein eingesetzt worden, „der im November 1935 unter dem Druck der nationalsozialistischen Verfolgung nach New York emigrierte“. Wenige Jahre später habe sich der Verbund aufgelöst.

„Messtechnikunternehmen unauflöslich mit der Göttinger Universität verbunden“

Diese für die Stadt und die Region „äußerst wichtigen Messtechnikunternehmen sind unauflöslich mit der Göttinger Universität und ihren naturwissenschaftlichen Disziplinen verbunden und hatten schon in den 1830er-Jahren unter dem Einfluss von Gauß und Weber eine weltweit führende Position eingenommen“, so Trepte. Heute hätten Messtechnikunternehmen in Göttingen und der Region „eine einmalige Dichte und genießen Weltruf“.

Von Stefdan Kirchhoff

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