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Regional Seminar über Arbeitsvertrag und -zeugnis
Nachrichten Wirtschaft Regional Seminar über Arbeitsvertrag und -zeugnis
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21:42 24.05.2016
Von Hauke Rudolph
Quelle: Andrea Warnecke (Symbolbild)
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Göttingen

Was die Bedeutung der Arbeitszeugnisse angeht: Sie werde von den Beschäftigten überschätzt. Mittlerweile seien 86 Prozent aller Zeugnisse „sehr gut“ oder „gut“ – wo sei da noch die Aussagekraft? Zeugnisse seien bei einer Bewerbung nur ein Kriterium von vielen, für die Personalabteilungen nehme ihre Bedeutung eher ab.

Beweislast liegt beim Arbeitgeber

Einen Anspruch hat der Beschäftigte laut Bundesarbeitsgericht nur auf die Note „befriedigend“. Will er ein „gut“ oder „sehr gut“, fällt ihm vor dem Arbeitsgericht die Beweislast zu. Umgekehrt trägt der Arbeitgeber die Beweislast, will er eine schlechtere Note als „befriedigend“ geben.

Für die Richter seien solche Streitfälle tendenziell unangenehm, weil sie schwer entscheidbar seien, so Schwedhelm. Die häufige Lösung: Die beiden Parteien treffen sich in der Mitte – für die Arbeitsleistung gibt es dann beispielsweise die Note zwei, fürs Sozialverhalten eine drei.

Was übertrieben gute Zeugnisse angeht, in denen die Leistungen des Arbeitnehmers aufgebauscht werden: Sie können kontraproduktiv sein, weil sie bei den Personalverantwortlichen Verdacht erregen können, was dazu führt, dass die Kenntnisse des Kandidaten beim Bewerbungsgespräch besonders genau unter die Lupe genommen werden.

Kurioses im Arbeitsvertrag

Was im Arbeitsvertrag stehen sollte, ist im – unter nicht-Experten wenig bekannten – „15. Gesetz über den Nachweis der für ein Arbeitsverhältnis geltenden wesentlichen Bedingungen“ aus dem Jahr 1995 geregelt. Schwedhelm wies auf ein Kuriosum hin: Fehlt im Vertrag ein Hinweis auf die Arbeitszeit, so kann in einem Rechtsstreit das Arbeitszeitgesetz zur Anwendung kommen, und das sieht nach wie vor eine Arbeitszeit von 48 Stunden bei einer Sechs-Tage-Woche vor.