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Regional Sigmar Gabriel bei der Einbecker KWS Saat AG Einbeck
Nachrichten Wirtschaft Regional Sigmar Gabriel bei der Einbecker KWS Saat AG Einbeck
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14:51 10.07.2014
Von Hanne-Dore Schumacher
Ein kurzer Eingriff und schon ist der Weizen kastriert: Bundesunweltminister Sigmar Gabriel entfernt nach Anleitung von KWS-Mitarbeiterin Christine Rust die männlichen Teile der Pflanze am lebenden Objekt. Quelle: Heller
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Einbeck

„Ohne innovative Pflanzenzüchtung kommen wir nicht weiter“, meinte Sozialdemokrat Gabriel. Zuvor hatte er gut eine Stunde mit dem Vorstand des Saatgut-Unternehmens gesprochen.

Ein fruchtbarer Austausch, so Gabriel, mit Lernerfolgen auf beiden Seiten. 

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„Wir wollen gentechnisch veränderte Pflanzenzucht auf jeden Fall zulassen“, so der Minister, „aber nicht mit Kollateralschäden in der Natur.“ Forschung in diesem Bereich sei unabdingbar. Denn den Herausforderungen, die die Ernährung der wachsenden Weltbevölkerung und ihr Energiehunger stelle, könne man anders kaum beikommen.

Er sprach sich jedoch –  in Bezug auf jüngste Diskussionen auf EU-Ebene – dafür aus, dass es jedem Land überlassen bleiben müsse, sich gegen den Anbau gentechnisch manipulierter Pflanzen zu entscheiden. 

KWS auf der anderen Seite habe mehr über die Bedenken gegenüber der grünen Gentechnik erfahren, erklärte Vorstandsprecher Philip von dem Bussche. Außerdem wisse man jetzt, wie komplex die politische Maschinerie sei. Sollte sich der Weg der grünen Gentechnik als gefährlich erweisen, würde man jedoch davon absehen, ihn weiterzugehen. 

Und um auch die Praxis der Pflanzenzucht kennenzulernen,  durfte der Minister bei der Kastration von Weizen selbst Hand anlegen. Der Besuch einer neuen Biogasanlage hingegen musste entfallen. Bereits seit 2002 erforscht KWS die Nutzung von Pflanzen als Bioerdgas. Doch dazu blieb keine Zeit. Gabriels nächster Termin wartete bereits. Ob sein Patient die OP überlebt hat, blieb ungeklärt. Von Erik Westermann