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Regional Slowenen sammeln in Göttingen Arbeitserfahrungen
Nachrichten Wirtschaft Regional Slowenen sammeln in Göttingen Arbeitserfahrungen
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07:00 10.04.2019
Macht ihr Praktikum beim Amt für Brand- und Katastrophenschutz in Göttingen: Neja Jekove. Quelle: r
Göttingen

Der achtwöchige Aufenthalt wird vom Europäischen Sozialfond und vom slowenischen Arbeitsamt finanziert. „Die Teilnehmer sind vier Tage in der Woche für ein Praktikum im Betrieb, einen Tag lernen sie bei uns an der Levinstraße 1 Deutsch“, berichtet der zuständige Projektpartner vor Ort, Hendrik Abel von der Beschäftigungsförderung Göttingen. Seine Mitarbeiterin, Rabea Fischer, betreut die mittlerweile dritte Gruppe aus Slowenien. Die Teilnehmer, so Abel, hätten nach Studium oder Ausbildung keine angemessene Stelle gefunden und seien daher vom Arbeitsmarktservice ihres Landes für das Programm ausgewählt worden.

Deutschkenntnisse sind in Slowenien hilfreich

„Wer fließend Deutsch spricht, findet in Slowenien besser Arbeit“, berichtet Teilnehmer Nejc Klajnšek (26). Viele slowenische Firmen unterhielten Geschäftsbeziehungen mit Österreich oder Deutschland. Nicht wenige der Programmteilnehmer hätten bereits in der Grundschule und später am Gymnasium Deutsch gelernt. Alle beherrschten zudem Englisch.

Klajnšek hat Wirtschaftswissenschaften mit Schwerpunkt Finanzen studiert. Er hätte in einer Bank ein Praktikum machen können, entschied sich aber für den Hort der Hermann-Noll-Grundschule. „Den Kindern macht es großen Spaß, mir beim Fußballspielen oder beim Malen Deutsch beizubringen“, freut sich der Ganztagsbetreuer.

Geografin arbeitet in Reinhäuser Ingenieurbüro

Barbara Oblakovič (25), die Geografie studiert hat, ist es wichtiger, Erfahrungen in ihrem Beruf zu sammeln. Sie arbeitet bei Geries Ingenieure, einem Büro für Standorterkundung in Reinhausen. „Die Praktikanten aus Slowenien bringen das nötige Fachwissen mit und sind bereit, sich in neue Arbeitsgebiete einzuarbeiten“, lobt Diplom-Ingenieurin Bärbel Diebel-Geries. Ihre letzte Praktikantin habe im Anschluss in ihrer Heimat eine Stelle gefunden.

„Wer ein Auslandspraktikum macht, zeigt, dass er flexibel und offen ist“, meint Urška Korošec (27). Das schätzten Arbeitgeber. Die Absolventin eines Naturschutz- und Ökologie-Studiums betreut derzeit als Praktikantin des Regionalen Umweltbildungszentrums Reinhausen Kindergruppen.

Brandschutzstudium in Belgien

Einige Slowenen können sich vorstellen, in Deutschland zu bleiben. „Ich kann hier meine Fachkenntnisse viel besser einbringen als in meiner Heimat“, ist Neja Jekovec (25) überzeugt. Sie hat in Belgien ein englischsprachiges Studium im Bereich Brandschutz abgeschlossen und macht ihr Praktikum beim Amt für Brand- und Katastrophenschutz in Göttingen. „Sie hat auch Praxistage beim Landkreis, bei der Berufsfeuerwehr und der Industrie“, sagt ihr Betreuer, Jan Tino Demel. So könne sie Kontakte knüpfen. Das nötige Fachwissen bringe sie mit. Nun müsse sie sich das Fachvokabular aneignen, um ihre Planungen zum vorbeugenden Brandschutz sicher auf Deutsch präsentieren und gegen Einwände vertreten zu können.

„Fachkräfte in der Umweltbildung sind derzeit in Schulen der Region erstaunlich gefragt“, berichtet Gerhard Viehrig vom Regionalen Umweltbildungszentrum Reinhausen. Viele der Fachkräfte seien als freie Mitarbeiter bei Bildungsträgern tätig.

Musiklehrer fährt Lkw

„Eine Teilnehmerin des Vorjahrs, eine studierte Touristikerin, bekam nach ihrem Hotel-Praktikum in Göttingen einen Arbeitsvertrag angeboten“, berichtet Projektleiter Abel. Ein anderer Vorjahres-Teilnehmer, ein Koch, mache derzeit über ein anderes Programm, Adelante, eine Anpassungsqualifizierung in Göttingen. Gute Chancen auf eine Stelle habe auch ein slowenischer Musiklehrer, der derzeit bei einer Spedition ein Praktikum als LKW-Fahrer absolviere.

Von Michael Caspar

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