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Regional Kleinste Sparkasse Deutschlands führt Fusionsgespräche
Nachrichten Wirtschaft Regional Kleinste Sparkasse Deutschlands führt Fusionsgespräche
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00:24 15.04.2019
Die Stadtsparkasse Bad Sachsa könnte ihren Status als kleinste Sparkasse Deutschlands verlieren. Es stehen Fusionsgespräche mit der Sparkasse Osterode an. Quelle: Stadtsparkasse/SSK Bad Sachsa
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Osterode

Nach dem Scheitern der Vierer-Fusion der Sparkassen Duderstadt, Hann. Münden, Osterode und Bad Sachsa im Landkreis Göttingen bahnt sich eine kleine Lösung im Harz an. Im östlichen Landkreis wollen die Sparkassen Osterode und Bad Sachsa Sondierungsgespräche für eine Verschmelzung beider Kreditinstitute aufnehmen. Das haben die Verwaltungsräte beider Häuser einstimmig beschlossen, die Mitarbeiter sind informiert worden.

Verschärfte Rahmenbedingungen

Die Stadtsparkasse Bad Sachsa würde mit der Fusion ihren Status als kleinste selbstständige Sparkasse Deutschlands verlieren. Ein Alleinstellungsmerkmal, auf die sie gerne verzichten würde. Schließlich gelten für David und Goliath, für local und global player am Finanzmarkt dieselben Spielregeln. Und diese Rahmenbedingungen, die sich in der jüngeren Vergangenheit verschärft haben, stellen die kleinen Häuser vor große Herausforderungen. Das gilt für Regulatorik und Digitalisierung ebenso wie für die Folgen des anhaltenden Niedrigzinsniveaus. „Wir sind nur in Bad Sachsa tätig und stark vor Ort, müssen aber die gleichen Anforderungen erfüllen wie die großen Institute, für die die Regeln gemacht werden“, sagt Vorstand Heiko Jödecke: „Da viele komplexe Themen in einer größeren Einheit besser zu handhaben sind, haben wir im Verwaltungsrat ergebnisoffene Fusionsgespräche beschlossen und erarbeiten mit der Sparkasse Osterode ein Konzept für ein gemeinsames Haus, das dann den politischen Gremien vorgelegt wird.“ Selbst die Vierer-Fusion hätte im bundesweiten Vergleich zu einer eher unterdurchschnittlichen Größenordnung geführt, merkt Jödecke an. In Bad Sachsa hat der Rat der Stadt über die Fusion zu befinden, kommunale Träger der Sparkasse Osterode sind der Landkreis Göttingen sowie die Städte Osterode und Bad Lauterberg.

Ist vor drei Jahren modernisiert worden: die Kundenhalle der Stadtsparkasse Bad Sachsa. Quelle: Klaus Bellmer

Die Stadtsparkasse Bad Sachsa verfügt über nur eine Geschäftsstelle mit 39 Mitarbeitern in einem repräsentativen Gebäude, dessen Kundenhalle erst vor drei Jahren modernisiert wurde. Die Bilanzsumme belief sich nach Angaben Jödeckes 2018 auf mehr als 130 Millionen Euro, die Kunden-Einlagen auf 105 Millionen Euro. Zur Sparkasse Osterode gehören elf Filialen mit 213 Mitarbeitern. Als Bilanzsumme zum Jahresabschluss 2018 nennt Vorstandsmitglied Uwe Maier 857 Millionen Euro, als aktuelle Kundeneinlagen – inklusive Deka-Bank – 764 Millionen Euro.

„Ideale Partnerschaft“

Obwohl die Sparkasse Osterode sechsmal größer ist als die Stadtsparkasse Bad Sachsa, sollen die Gespräche auf Augenhöhe geführt werden. Maier spricht von einem partnerschaftlichen Verhältnis und Verhandlungen in freundschaftlicher Atmosphäre, von einer „auch von der räumlichen Anbindung her idealen Partnerschaft nach dem bedauernswerten Scheitern der Vierer-Fusion“. Die konkreten Auswirkungen des möglichen Zusammenschlusses auf Filialen und Mitarbeiter sind derzeit noch offen. „Die Optimierung des Filialnetzes ist ein permanentes Thema“, sagt Maier: „Wir denken allenfalls über die Aufgabe von Ein-Mann-Filialen nach, das hat aber nichts mit der Fusion zu tun.“

Die Vierer-Fusion war krachend am für viele Beteiligte überraschenden Votum des Rates der Stadt Duderstadt gescheitert: 29 Ratsmitglieder hatten im Dezember 2018 gegen eine Fusion der Sparkasse Duderstadt mit Hann. Münden, Osterode und Bad Sachsa gestimmt, nur drei dafür. Auch der Rat der Stadt Bad Lauterberg, die 22 Prozent Anteile an der Sparkasse Osterode hat, hatte die Vierer-Fusion abgelehnt, damit aber nicht das Votum der Stadt Osterode und des Landkreises Göttingen blockieren können. In Hann. Münden waren Mitarbeiter der Sparkasse auf die Straße gegangen, um gegen die Fusion zu protestieren.

Ob die Fusionsgespräche im Harz Auswirkungen auf das benachbarte Eichsfeld haben könnten, ist fraglich. Bei der Sparkasse Duderstadt, deren Vorstandsvorsitzender Uwe Hacke zuvor im Vorstand der Sparkasse Osterode tätig war, hält man sich bedeckt bei dem sensiblen Thema. „Da es sich um Fusionsgespräche von anderen Sparkassen handelt, steht es mir nicht zu, das zu kommentieren“, sagt Vorstandsmitglied Markus Teichert: „Ich wünsche den Vorstandskollegen und Trägervertretern der Sparkassen Osterode und Bad Sachsa gute und konstruktive Gespräche.“

Landrat setzt auf Ende von Kirchturmpolitik

Die Fusionsbemühungen im Harz wundern den Vorstandsvorsitzenden der Sparkasse Hann. Münden, Thomas Scheffler, nicht. Der Protest in Hann. Münden gegen lange Fahrstrecken insbesondere für Teilzeitkräfte sei verständlich gewesen, auch die Mitarbeiter würden aber die Notwendigkeit von Veränderungen sehen. Größere Einheiten seien sinnvoll, die derzeitige Struktur nicht auf immer und ewig festgeschrieben. Darauf setzt auch Landrat Bernhard Reuter (SPD). Die ursprünglich geplante Vierer-Fusion werde nicht weiter verfolgt, die Fusion im Harz begrüßt. „Für den Träger der Stadtsparkasse Bad Sachsa ist das ein ebenso notwendiger wie wichtiger Schritt, den der Landkreis als einer der Träger der Sparkasse Osterode gern und aus Überzeugung unterstützt“, sagt Reuter: „Langfristig heißt das Ziel ein Landkreis und eine Sparkasse. Ich bin der festen Überzeugung, dass dieses Ziel auch erreicht wird, wenn die Generation der Kirchturmpolitiker endgültig abgetreten ist.“

Von Kuno Mahnkopf

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