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00:25 18.03.2018
„Die meisten Kunden wollen ihre Bankgeschäfte schnell, komfortabel und sicher abwickeln,“ sagt Mönnecke. das gilt auch für das Online-Banking. Quelle: dpa
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Göttingen

Guido Mönnecke ist in Südniedersachsen kein Unbekannter: Er war früher Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Northeim – und erklärt nun, warum die Sparkassen landesweit in ihre „digitale Fitness“ investieren.

Sehen Sie in der Digitalisierung eher eine Chance oder Gefahr?

Die Digitalisierung sehen wir als Chance, die Nähe zu unseren Kunden im digitalen Zeitalter weiter zu stärken und unsere internen Abläufe effizienter zu gestalten.

Wie sieht die digitale Agenda der Sparkassen aus?

Wir werden unser Geschäftsmodell entlang der Kundenwünsche und unter Einbeziehung der digitalen Möglichkeiten weiterentwickeln. Der Kunde steht dabei immer im Mittelpunkt. Die meisten Kunden wollen ihre Bankgeschäfte schnell, komfortabel und sicher abwickeln. Deshalb investieren die Sparkassen auch in ihre digitale Fitness mit einem Ausbau der medialen Kanäle. Dazu gehört auch, dass wir unsere Mitarbeiter fit in der Nutzung digitaler Anwendungen und für die digitale Arbeitswelt machen.

Wie wird sich die Digitalisierung auf das Filialnetz auswirken?

Viele Kunden suchen, gerade bei komplexen Anliegen wie dem Hauskauf oder der Altersvorsorge, das persönliche Gespräch mit ihrem Berater in der Filiale und finden es dort auch. Die Filiale wird immer ein wichtiger Bestandteil des Geschäftsmodells der Sparkassen bleiben. Die Sparkassen bauen die Beratungskompetenz vor Ort gezielt weiter aus und bleiben dezentral mit entsprechend ausgestatteten Filialen in der Fläche. Die Kunden erreichen ihre Sparkasse heute aber auch über viele weitere Wege: Telefon, online, mobil. Auch diese bauen wir konsequent aus und verbinden sie miteinander. Erstmals haben Privatkunden in Niedersachsen mehr Online-Konten als traditionelle Konten, und auch bei den Geschäftsabschlüssen über mobile Endgeräte hat die Zahl enorm zugelegt. Fast eine Milliarde Mal wird unsere Internetfiliale jeden Monat aufgerufen. Wir haben damit mehr Klicks auf unseren Seiten als bild.de. Unsere Sparkassen-App ist die beliebteste und erfolgreichste Banking-App mit bundesweit fünf Millionen Nutzern, in Niedersachsen etwa 550 000, und sie ist sogar so gut, dass sie auch von vielen Nicht-Kunden genutzt wird. In den meisten Sparkassen gibt es inzwischen eine neue Art der „Filiale“: Das Kunden-Service-Center ist unsere multimediale Drehscheibe, die je nach Ausgestaltung in der einzelnen Sparkasse telefonisch, per Chat oder über Video erreichbar ist.

Wie wird sich die Digitalisierung auf die Mitarbeiter(zahl) auswirken?

Auch in Zukunft wird es in den Sparkassen viele attraktive Aufgabengebiete und Positionen geben, die uns zum attraktiven Arbeitgeber machen, zu dem gut qualifizierte Mitarbeiter gerne kommen. Da inzwischen viele Serviceleistungen dank der digitalen Angebote schnell und bequem von überall und zu jeder Zeit von unseren Kunden erledigt werden können, wird für diese Aufgaben künftig weniger Personal benötigt. Die verantwortungsbewusste Beratung bleibt integraler Bestandteil unseres Geschäftsmodells. Dafür brauchen wir auch weiterhin qualifizierte Mitarbeiter. Darüber hinaus fallen im Zuge der Digitalisierung und angesichts weiterer Faktoren wie den zunehmenden regulatorischen Vorgaben auch weitere Aufgaben an, für die wir Mitarbeiter brauchen, die die hohen qualitativen Anforderungen erfüllen. Grundsätzlich spielen digitale Kompetenzen eine große Rolle – sowohl in der Kundenberatung als auch in zentralen Abteilungen.

Wird sich das Berufsbild des Bankkaufmanns ändern?

Das zentrale Bedürfnis der Menschen nach finanzieller Sicherheit wird bleiben. Daher bleibt auch das generalistische Berufsbild des Bankkaufmannes erhalten, der den Kunden kennt und in finanziellen Angelegenheiten optimal berät. Unverändert sind junge Leute gesucht, die flexibel, aufgeschlossen sowie technisch affin sind und Spaß an der Beratung von Kunden haben. Denn das Bankgeschäft bleibt ein Geschäft von Mensch zu Mensch. Da die Beratung zunehmend digitaler wird, müssen aber auch unsere Mitarbeiter entsprechend qualifiziert sein und sich mit den vielfältigen technischen Möglichkeiten auskennen. Daher wird das Berufsbild des Bankkaufmannes aktuell von den Industrie- und Handelskammern überarbeitet.

Welche Lösungen haben Sie für Ihre Kunden aktuell und künftig im Regal?

Sowohl im Hinblick auf die Beratung als auch bei unseren Investitionen in moderne Bankprodukte gilt der Grundsatz, dass der Kundennutzen und der Kundenwunsch im Vordergrund steht. Daran richtet sich unsere digitale Agenda aus. Unser Angebot ist heute bereits groß und wird stetig weiterentwickelt.

Einige Beispiele: 2017 haben wir das Handy-zu-Handyzahlverfahren Kwitt sehr erfolgreich auf den Markt gebracht. Insbesondere die junge Zielgruppe reagiert positiv auf das neue Angebot; andere Bankengruppen haben großes Interesse, hier stärker mit uns zusammen zu arbeiten. Ferner haben wir mit Kwitt den ersten Schritt in Richtung Instant Payment, also Bezahlen in Echtzeit, gemacht. Die Sparkassen-Finanzgruppe will die Echtzeit-Überweisung zur Jahresmitte 2018 realisieren. Unsere Kunden können dann insbesondere im Online-Handel Rechnungen blitzschnell überweisen.

Mitte 2018 soll auch das mobile Bezahlen mit Smartphones möglich werden. Das heißt, wir bringen die Girocard ins Handy und unser Kunde kann kontaktlos bezahlen. Ganz aktuell wird der sogenannte „elektronische Safe (eSafe)“ in vielen Sparkassen eingeführt. Damit hat der Kunde die Möglichkeit, private elektronische Dokumente in den sicheren IT-Systemen der Sparkassen zu verwahren. 2018 werden wir auch mit Data Analytics starten, um aus den bei uns gespeicherten Daten im Sinne der Kunden die richtigen Schlüsse zu ziehen, also die richtigen Beratungsansätze und Produkte für unsere Kunden zu finden.

Hinzu kommt 2018 zudem der Vertrauensdienst YES, mit dem eine Identifikation beim Online-Kauf mit den bei den Sparkassen bereits vorhandenen persönlichen Daten möglich ist. Darüber hinaus entwickeln wir unser Onlinebanking zu einer multibankfähigen Finanzplattform weiter. Wir sind aber auch für Vereine und die Gesellschaft aktiv und schaffen mit dem Spendenportal „Einfach.Gut.Machen.“ und der Vereinssoftware „S-Verein“ zeitgemäße digitale Angebote.

Guido Mönnecke Quelle: Harald Wenzel

Von Mark Bambey

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