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Regional Hilfe bei Neuorientierung
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18:14 24.01.2019
Informationsnachmittag: Das Berufsinformationszentrum (BiZ) der Göttinger Arbeitsagentur zeigt Perspektiven für Studienaussteiger auf. Quelle: Peter Heller
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Göttingen

 „Wenn sich jemand entscheidet, sein Studium vorzeitig zu beenden, ist das keineswegs das Ende seiner beruflichen Karriere.“ Berufsberaterin Simone Bettenhausen heißt ein knappes Dutzend junger Menschen willkommen. Sie haben ihr Studium vorzeitig beendet oder tragen sich mit diesem Gedanken.

Zweimal im Jahr bietet das Hochschulteam der Göttinger Agentur für Arbeit eine Informationsveranstaltung für Studienaussteiger an. Die Betreffenden werden angeregt, sich mit der Frage auseinanderzusetzen, wo sie wirklich hin wollen. „Soll es ein anderer Studiengang sein? Oder eine Ausbildung“, stellt die Berufsberaterin zwei Alternativen zur Auswahl.

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Möglichkeiten zur Berufsausbildung

Den Teilnehmern der Runde werden Möglichkeiten zur Berufsausbildung nahegebracht. Dafür hat sich Simone Bettenhausen Verstärkung bei der IHK, der Handwerkskammer sowie er Beschäftigungsförderung Göttingen geholt. Außerdem stehen zwei junge Männer Rede und Antwort, die nach ihrem Studienausstieg eine Berufsausbildung begonnen haben.

So Robin Lichtenberg: Der 30-jährige Ex-Student kam vor vier Jahren mit sich überein, dass das Studium der Chemie nicht passt und begann als Bauhelfer zu arbeiten. Schnell schloss sich eine Ausbildung als Maler und Lackierer an. Aktuell macht Lichtenberg seinen Meister und findet rückblickend: „Damals habe ich das noch nicht so sehen können, heute kann ich sagen, dass es die beste Entscheidung war, die ich treffen konnte.“

Neuorientierung nach einem Unfall

Ähnlich positiv bewertet Brian Winkelmann sein Umschwenken von Studium auf Berufsausbildung. Zweieinhalb Jahre lang studierte der 22-Jährige auf Lehramt, musste sich nach einem Unfall neu orientieren und begann als Auszubildender bei einer Versicherung. „Ich habe früher gedacht, das ist Türklinkenputzen. So ist es nicht“, sagt er. Inzwischen ist er im dritten Ausbildungsjahr und macht parallel bereits einen Ausbilderschein. Seine Pläne? „Vielleicht Fachwirt. Auf jeden Fall in der Branche bleiben.“

Annika Heinemann von der Beschäftigungsförderung Göttingen erklärt: „Wir bieten Einzeltermine an. Wir unterstützen dabei, sich darüber klar zu werden, wo die Reise hingehen soll.“ Diese Unterstützung ist nicht kostenfrei, es sei denn, die Agentur für Arbeit beziehungsweise das Jobcenter geben grünes Licht für eine Kostenübernahme.

Ins Studium gestolpert

Konkrete Hilfe bietet das Hochschulteam der Agentur für Arbeit jeden Montag von 9 bis 12.30 Uhr im Unibüro am Platz der Göttinger Sieben an, Rufnummer 08 00 / 45 55 500. Ein Angebot, das vielleicht Sebastian annehmen wird. Der junge Mann ist in sein Studium der Informatik „reingestolpert“, wie er sagt. Das sei so trocken, dass er sich definitiv umorientieren will.

Von Ullrich Meinhard

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