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Südniedersachsen: Bund fördert Projektphasen von vier Bündnissen

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18:00 20.07.2020
Elektrogeräte liegen in einem Sammelbehälter für Elektroschrott – das Bündnis „Innovationsregion Harz“ wirbt für einen nachhaltigen Umgang mit Elektrogeräten. Quelle: dpa
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Göttingen/Harz

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert im Zuge des Programms „Innovation & Strukturwandel“ vier Bündnisse aus Südniedersachsen, die der Region neue Impulse geben wollen, teilt die Südniedersachsen-Stiftung mit. Die Innovationsfelder der Initiativen reichen vom Bau- und Rohstoffsektor über die Gesundheitswirtschaft bis hin zur Energiewirtschaft und Energietechnik. Die mehrmonatige Konzeptphase beginnt jeweils am 1. September.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft habe Südniedersachsen als eine von bundesweit zwölf Aufsteigerregionen identifiziert, heißt es in der Pressemitteilung. Die Region biete „eine gute Basis für einen nachhaltigen innovationsbasierten Strukturwandel“. Die geförderten vier Bündnisse könnten auf ein funktionierendes Netzwerk von Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen zurückgreifen. Würden sich die Bündnisse in der Konzeptphase gegen die bundesweite Konkurrenz durchsetzen, könnten sie in die mehrjährige Umsetzungsphase starten, die frühestens 2021 beginnen soll.

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„c³-tech“: Senkrechte Gebäudeflächen für Solarthermie nutzen

Und: „Über den Südniedersachsen-Innovations-Campus (SNIC) können bei Bedarf weitere Kontakte hergestellt werden“, zitiert die Süniedersachsen-Stiftung Randolf Hoffmann. Der Leiter der Abteilung für Forschung und Entwicklung bei der MID Solutions GmbH koordiniert die Initiative „c³-tech“ (Göttingen/Harz). Das Bündnis möchte senkrechte Gebäudeflächen für Solarthermie nutzen. Die benötigten Kollektormodule sollen mit Hilfe einer innovativen Kunststoffverbindung im Spritzgießprozess hergestellt werden. So könne unter anderem der Eintrag von CO2 in die Atmosphäre „wirksam reduziert“ werden.

Die Initiative „SNiPoCC“ (Göttingen) möchte neuartige „next generation“-Vor-Ort-Schnelltests, sogenannte Point-of-Care Tests, im medizinischen Bereich, also in der Gesundheitswirtschaft entwickeln, heißt es in der Mitteilung. Dr. Dimitrios Theodoridis (nal von minden GmbH) sei der Koordinator des Bündnisses. Ziel sei es, die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit insbesondere kleiner und mittlerer Unternehmen zu stärken. Zudem soll die Verwertungs- und Innovationsorientierung von Hochschulen und Forschungseinrichtungen verbessert werden.

Innovationsregion Harz: Kreislaufwirtschaft für Elektrogeräte

Der Frage, wie eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft für Elektrogeräte in der Region aufgebaut werden könne, gehe das Projekt „Innovationsregion Harz“ nach. „Ein nachhaltiger Umgang mit Elektrogeräten ist ein wichtiger Innovationstreiber auf dem Weg zu einer Kreislaufwirtschaftsgesellschaft“, so Projektleiterin Dr. Asja Mrotzek-Blöß von der TU Clausthal. Die technische und wissenschaftliche Tradition in der Innovationsregion Harz verspreche „ schnelle Umsetzungspotenziale“ so die Stiftung. Die Initiatoren des Bündnisses erhoffen sich zudem, mit dem Projekt qualifiziertes Personal in der Region zu halten und neue Fachkräfte für künftige Herausforderungen zu gewinnen.

Dr. Tim Schneider von der Geschäftsführung der Südniedersachsen-Stiftung und Koordinator der Initiative „ViridisH2“ (Göttingen), sieht in Südniedersachsen Potenzial zur Innovationsführerschaft: „Wir wollen klimafreundliche Mobilität durch den Aufbau einer dezentralen grünen Wasserstoffwirtschaft ermöglichen, die von der Herstellung bis zum Verbrauch reicht.“ Dabei setze der Verbund auf das innovative Verfahren der Plasmalyse. Auch das Projekt „ViridisH2“ soll Vorbildcharakter haben, heißt es in der Mitteilung der Stiftung: „Das Vorhaben eine grüne Wasserstoffwirtschaft in Südniedersachsen zu etablieren, soll in Zukunft als Blaupause für vergleichbare strukturschwache Regionen in Deutschland dienen.“

Von Stefan Kirchhoff