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Regional Treffen der Ideengeber in der Fläche
Nachrichten Wirtschaft Regional Treffen der Ideengeber in der Fläche
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16:13 07.06.2018
Mascha Albrecht, Leiterin der SNIC-Geschäftsstelle, Sergei Bojew und Prof. Jörg Lahner.
Mascha Albrecht, Leiterin der SNIC-Geschäftsstelle, Sergei Bojew und Prof. Jörg Lahner. Quelle: pek
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Göttingen

Das Gründungspotenzial noch mehr ausschöpfen – das ist das Ziel, des Südniedersachsen Innovationscampus (SNIC). Das wollen die Organisatoren um Prof. Jörg Lahner von der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst jetzt auch in der Fläche umsetzen.

Sergei Bojew hat mit anderen zusammen vor einigen Jahren den Verein Startup Göttingen gegründete. Inzwischen engagiert er sich auch für SNIC und organisiert die Meetups. Die Idee dahinter erläutert Lahner: Im Zeitraum weit vor einer Firmengründung „eine positive Stimmung, ein positives Grundgefühl erzeugen“. Die Teilnehmer sollen sich auf Augenhöhe begegnen und „entspannt beim Bier sprechen“. Dabei soll es um Geschäftsideen gehen. So könnte es um neue Produkte gehen wie eine Art Zwiebelmus, für das es laut Bojew kein deutsche Wort gibt, oder um eine Wurst, „die mehr Eiweiß enthält als Eiweiß“. Beide Produkte besitzen laut seiner Aussage bereits Marktreife.

Netzwerktreffen und Selbsthilfegruppe

Organisator Bojew ergänzt: Die Abende seien einerseits Netzwerktreffen, andererseits aber auch Selbsthilfegruppe. Viele Teilnehmer hätten Ideen, aber keine Ansprechpartner. Dieser Mangel soll durch die Meetups beseitigt werden.

Der große Vorteil: Mit dem SNIC steht ein große Netzwerk hinter der Aktion, das bei der Organisation helfen kann. Lahner: „SNIC als Netzwerk bietet die kurzen Wege.“ So ist es möglich, über SINC Referenten zu den Treffen einzuladen, die über ihre Erfahrungen berichten. So hat der Crowdfunding-Berater Dennis Brüntje in Osterode, dem ersten Meetup-Ort von seinem Fachgebiet berichtet. Boris Hilmann von Yourcar liefert einen Praxisbericht und Rechtsanwalt Jan N. Machunsky beleuchtete rechtliche Fragen rund um eine Unternehmensgründung. In Northeim gab es bislang nur Praxisberichte, in Holzminden ist Ende Mai der erste Meetup über die Bühne gegangen.

Erfolg nicht zwingendes Ziel

„Wir haben bei jedem dieser Orte gehört, da gibt es doch niemanden, das wird nichts“, berichtete Lahner. Inzwischen kämen zwischen 30 und 70 interessierte zu den Treffen, sagte Bojew. Dabei sei der Erfolg nicht zwingendes Ziel. Bojew: „Ob die erste Gründung was wird oder die zehnte, ist egal.“

Menschen aus allen Bevölkerungsschichten kommen laut Bojew zu den Meetups, die im Acht-Wochen-Rhythmus angeboten werden. Abiturienten wollten ausloten, ob die Selbstständigkeit etwas für sie sei. Auch Ältere mit Zeit und Geld seien dabei. Entscheidend dabei sein der niedrigschwellige Einstieg.

„Das Denken verändern“

Über die Rolle des SNIC und der Organisatoren sagt Lahner: „Man hat immer nur unterstützende Wirkung. Die Leute, die Ideen haben, sind entscheidend.“ Doch kurz oder mittelfristig will er mit seinem Team „das Denken verändern“. Langfristig hofft Lahner, das Menschen vor Ort die Organisation und Durchführung dieser Meetups übernehmen, die mit viel ehrenamtlichem Engagement und finanzieller Förderung umgesetzt werden. Er ist überzeugt, „dass man mit gezielten Anstößen einiges bewirken kann“.

Von Peter Krüger-Lenz

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