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Regional Göttinger IT-Dienstleister will von Konkurrent Schadensersatz in Millionenhöhe
Nachrichten Wirtschaft Regional Göttinger IT-Dienstleister will von Konkurrent Schadensersatz in Millionenhöhe
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19:06 13.09.2019
Die Sycor GmbH, hier die Firmenzentrale am Göttinger Bahnhof, verklagt die Arineo GmbH auf Schadensersatz. Quelle: R
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Göttingen

„Der Sycor ist aufgrund der Abwerbung von Mitarbeitern und Kunden durch die neu gegründete Arineo GmbH bisher ein Schaden von mehr als 8 Millionen Euro entstanden und es ist leider davon auszugehen, dass sich der Schaden noch erhöht. Deswegen klagen wir auf Schadensersatz“, betont Ronald Geiger.

Der Sycor-Geschäftsführer unterstreicht dabei, dass sich Sycor nicht gegen die gewechselten Ex-Mitarbeiter wende, sondern gegen die Firma Arineo und die verantwortlichen ehemaligen Führungskräfte des eigenen Unternehmens. „Wir lassen uns durch diese Aktivitäten nicht von unserem Wachstumskurs abbringen. Aber wir müssen unser Unternehmen schützen und bauen dabei auf die Justiz“, so Geiger.

Klage am 11. September zugestellt

Im Juli 2019 hat der österreichische Ableger des IT-Dienstleistungsunternehmens Sycor eine Klage gegen die Arineo GmbH und die Arineo Austria GmbH in Österreich eingereicht. Es geht dabei um die Abwerbung von Mitarbeitern und Kunden. „Sycor hat handfeste Anhaltspunkte dafür, dass Arineo sich dabei unlauterer Mittel bedient hat. Aus diesem Grund hat die Sycor jetzt auch Klage gegen die Arineo GmbH in Deutschland eingereicht“, begründet Geiger die Klage. Sie sei am Arbeitsgericht Göttingen eingereicht worden und der Arineo GmbH am Mittwoch, 11. September, zugestellt worden.

Arineo-Geschäftsführung reagiert gelassen

Marko Weinrich, seit Juli 2019 Mitglied der Geschäftsführung der Arineo GmbH und Gründer der Sycor im Jahr 1998, sieht der Klage „vollkommen gelassen“ entgegen. Der Vorwurf sei bereits aus Österreich bekannt, und es sei somit zu erwarten gewesen, dass das Thema auch nach Deutschland getragen werde. „Wir haben kurz überlegt, ob wir reagieren müssen, aber das müssen wir nicht. Die Vorwürfe sind konstruiert. In Süddeutschland waren wir wegen der in Österreich anhängigen Klage bereits vor Gericht, und der Richter hat zu den Vorwürfen nur mit dem Kopf geschüttelt“, sagt der langjährige Sycor-Geschäftsführer Weinrich.

Die Sycor bezichtigt Arineo einer systematischen Vorgehensweise, um Personal und Kunden von der Sycor abzuwerben. Im Juli sagte Arineo-Geschäftsführer Weinrich, dass bis auf zwei alle der etwa 170 Arineo-Angestellten ehemals in Diensten der Sycor gestanden haben. Nach sechs Monaten am Markt habe Arineo im Mai mehr als eine Million Euro Umsatz erwirtschaftet.

Vorwurf unlautere Mitbewerberbehinderung

Aus Sicht der Sycor stelle das beschriebene Verhalten der Arineo sowie der ehemaligen Geschäftsführer und Führungskräfte der Sycor GmbH eine unlautere Mitbewerberbehinderung dar, da es den Beklagten darum gehe, die Sycor zu schädigen. Zusätzlich hätten die Beklagten, laut Sycor, unlautere Mittel wie etwa Massenabwerbeveranstaltungen und Nutzung von Ressourcen der Sycor zum Aufbau der Arineo angewandt. In ihrer Klage bezieht sich Sycor auf Paragraf 4 Nr. 4 des Gesetzes gegen den Unlauteren Wettbewerb, der die gezielte Behinderung von Mitbewerbern regelt.

Sycor-CEO Geiger: „Wir gewinnen wichtige Projekte und Kunden“

Die Talsohle sei allerdings durchschritten, so Geiger. Etwa 250 Kündigungen habe die Sycor in den vergangenen zehn Monaten hinnehmen müssen. „Seit Juni haben wir die Personalentwicklung wieder stabilisieren können. Wir stellen verstärkt ein und gewinnen auch wichtige Projekte und Kunden. Die Unterstützung von Hans Georg Näder wirkt spürbar. Er ist sehr eng an der Sycor dran und hilft mit zusätzlichen Investitionen. Die Sycor wird dynamisch weiterentwickelt“, betont Geiger. Es gebe derzeit schon ein groß angelegtes Projekt zur Zukunftsgestaltung der Sycor, in dem viele Mitarbeiter der Sycor aktiv eingebunden sind. „Wir erarbeiten uns gemeinsam, wie wir künftig bei Sycor zusammenarbeiten wollen.“

Von Mark Bambey

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