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Regional Technischer Überwachungsverein feiert 150-jähriges Bestehen
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17:21 03.06.2019
Technischer Überwachungsverein feiert 150-jähriges Bestehen. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Das 150-jährige Bestehen des TÜVs Nord haben Mitarbeiter und Ruheständler des Göttinger Standorts am Montag bei hochsommerlichen Temperaturen gefeiert.

Mit der Gründung eines Dampfkessel-Überwachungsvereins (DÜV) in Hamburg begann 1869 die Geschichte des heutigen Unternehmens, das später in Technischer Überwachungsverein (TÜV) umbenannt worden ist. Darüber informierte eine Roadshow-Ausstellung. Durch eine Fusion entstand 2004 die TÜV Nord Group. Der Technologie-Dienstleister beschäftigt in mehr als 70 Staaten 13.000 Mitarbeiter, davon 7000 Beschäftigte in Deutschland.

In Göttingen eröffnete das Unternehmen 1954 seine erste Prüfstelle. Kfz-Meister Herbert Böning kam 1958 dazu. Auf Knien hätten sie damals Fahrzeuge geprüft, erinnerte sich der 86-Jährige am Montag. An der Industriestraße in Grone, wo 2017 die Spedition Krüger einen Anbau hochgezogen hat, ist das Unternehmen damals ansässig gewesen.

Standort Weene besteht seit 1963

1963 entstand der heutige Hauptstandort an der Rudolf-Diesel-Straße in Weende. „Ende der 70er-Jahre begannen wir damit, Fahrzeuguntersuchungen in den Autowerkstätten durchzuführen“, erinnerte sich Ruheständler Paul Kopp aus Duderstadt. 2006 kam eine TÜV-Station zur Autoprüfung in der Nähe des Kauf-Parks dazu. Zu einem „echten Dienstleister“ habe sich die einst „typische deutsche amtliche Prüfungsorganisation“ gewandelt, lobte Wolfgang Hermann, geschäftsführender Gesellschafter des Northeimer Autohauses Hermann.

75 Mitarbeiter

Derzeit befassen sich 75 TÜV-Mitarbeiter in Göttingen mit Gewässer- und Explosionsschutz, Anlagensicherheit, Elektro- und Fördertechnik. Sie prüfen Druckanlagen und Tankstellen, Lagerbehälter für Heizöl, Rolltreppen und Aufzüge, machen TÜV-Abnahmen bei Autos, Wohnmobilen und Nutzfahrzeugen und bieten eine Fahreignungsprüfung nach Führerscheinverlust an.

Mit der Kontrolle von Industrieanlagen erwirtschaftet der TÜV Nord heute die Hälfte seines Umsatzes. Auf TÜV-Abnahmen von Fahrzeugen entfällt ein Viertel des Umsatzes. Solche Untersuchungen führt der TÜV Nord seit 1902 durch – zuerst an Elektrofahrzeugen. 1928 wurde das Kfz-Geschäft in einem eigenen Geschäftsbereich zusammengefasst. Die TÜV-Plaketten gibt es seit 1961. Ein größerer Geschäftsbereich sind Dienstleistungen bei der Rohstoffförderungen.

Schutz gegen Cyberkriminelle

„Gegenwärtig begleiten wir die digitale Transformation der Wirtschaft“, sagte Personalvorstand und Arbeitsdirektor Harald Reuter. Hätten sie früher den Menschen vor der Technik schützen müssen, so gelte es heute oft die Technik gegen Cyberkriminelle zu verteidigen.

Kontrolle von Assistenzsystemen

„In den Autos nehmen die Assistenzsysteme zu“, berichtete Thorsten Ziebold, der Regionalleiter der Kfz-Sparte in Braunschweig und Göttingen. Gefahr drohe, wenn Sensoren oder Kameras nicht richtig funktionieren. Der TÜV prüfe das.

Sensoren melden Materialermüdungen

„In Anlagen und Bauwerken kommen verstärkt Sensoren zum Einsatz“, sagte Ulrich Jansen, der in Braunschweig und Göttingen die TÜV-Industriesparte führt. Sie meldeten frühzeitig Materialermüdungen etwa an Containerbrücken, Windrädern oder Aufzügen. Das ermögliche zielgerichtete Reparaturen. Mit Drohnen ließen sich schwer zugängliche Bereiche von Anlagen anfliegen und mittels Sensoren kontrollieren. Wichtiger würden Prüfungen von Metallpulvern, die in 3-D-Druckern Verwendung finden. Die technischen Neuerungen verlangten eine permanente Weiterbildung der Mitarbeiter. Der TÜV stelle Ingenieure mit Berufserfahrung ein. Sie müssten zunächst eine Ausbildung zum Prüfingenieur absolvieren, die im Kfz-Bereich acht Monate, in der Industriesparte ein Jahr dauere.

Von Michael Caspar

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