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Regional Tierschützer beklagen Federrupfen bei lebenden Gänsen
Nachrichten Wirtschaft Regional Tierschützer beklagen Federrupfen bei lebenden Gänsen
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16:05 07.07.2009
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Das Federrupfen bei lebenden Gänsen ist illegal. Quelle: Rainer Dröse
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Die Hamburger Stiftung für Tierschutz Vier Pfoten teilte am Dienstag unter Berufung auf verdeckte Recherchen mit, dass der Zuchtbetrieb Schwerk aus Wistedt (Landkreis Harburg) „systematisch“ Tausenden lebenden Gänsen pro Jahr die Federn mit Maschinen ausreiße, die eigentlich für das Rupfen von toten Tieren bestimmt seien. Anschließend gingen die wertvollen Federn an die deutsche Daunenindustrie.

Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums ist das Federrupfen bei lebenden Gänsen verboten, weil es „elementar“ gegen die Tierschutzgesetzgebung verstoße. Die Tierschützer sprachen von einem der „schlimmsten Fälle von strafbarer Tierquälerei in Deutschland“. Die Geschäftsführung von Schwerk, die laut Vier Pfoten eine der größten Gänsezuchtanlagen Deutschlands betreibt, lehnte eine Stellungnahme zu den Vorwürfen ab.

Das zuständige Ordnungsamt hat Ermittlungen gegen Schwerk wegen des mutmaßlichen Vorliegens einer Ordnungswidrigkeit aufgenommen, wie eine Sprecherin des Landkreises Harburg sagte. Anlass sei ein unangemeldeter Besuch des Tierarztes des Veterinärdienstes in dem Gänsestall gewesen. „Die Ergebnisse der tierärztlichen Untersuchung reichen aus, um ein Verfahren einzuleiten“, sagte die Sprecherin.

Die Tierschützer von Vier Pfoten beobachteten eigenen Angaben zufolge, wie auf Weiden von Schwerk Hunderte Gänse „wie am Fließband im Minutentakt“ an eine Rupfmaschine gepresst und den „schreienden Tieren“ die Daunen aus der Haut gerissen worden seien. Zurückgeblieben seien bei den Tieren stark blutende, klaffende Wunden. Bei einigen Gänsen sei es zu Brüchen von Gliedmaßen gekommen.

ddp