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Regional Umweltbundesamt lehnt Y-Trasse wegen zu hoher Kosten ab
Nachrichten Wirtschaft Regional Umweltbundesamt lehnt Y-Trasse wegen zu hoher Kosten ab
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21:30 12.08.2010
Das Umweltbundesamt geht von Kosten von bis zu vier Milliarden Euro aus. Quelle: dpa
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Das große Infrastrukturprojekt des Nordens – der Neu- und Ausbau der Schienenwege zwischen Hannover, Hamburg und Bremen in Form einer Y-Trasse – gerät unter Beschuss. Eine am Donnerstag vom Umweltbundesamt vorgelegte Studie zum Schienengüterverkehr in den Jahren 2025/2030 bescheinigt dem Vorhaben hohe Kosten bei geringem Nutzen. Preiswerter, leistungsfähiger und schneller zu realisieren wäre der Ausbau vorhandener Strecken.

Geradezu vernichtend liest sich das Fazit des Autors der Studie, Michael Holzhey von dem Berliner Beratungsunternehmen KCW: „Das Y ist der sichere Weg, den Vor- und Nachlauf der norddeutschen Seehäfen zu verstopfen.“ Das Y könne „nicht im Ansatz“ die vorhergesagten Zuwächse verkraften. Gerade mit der Bedienung der Nordseehäfen wurde das Vorhaben zuletzt begründet.

Die Schwäche der Y-Trasse liege in ihrem veralteten Planungsansatz von Anfang der neunziger Jahre. „Zwanzig Jahre später haben sich sämtliche Annahmen ins Gegenteil gewendet“, notierte der Volkswirt. Von der Fixierung auf Hochgeschwindigkeitsverkehr sei man weggekommen. Der Schienengüterverkehr befinde sich nicht mehr auf Talfahrt, ihm komme eine „Treiberrolle“ zu. Der Personennahverkehr habe sein Schattendasein hinter sich gelassen.

Die Y-Trasse setze jedoch noch primär auf Reisezeitgewinne – 13 Minuten zwischen Hannover und Hamburg, acht Minuten zwischen Hannover und Bremen. Geplante Geschwindigkeiten von bis zu 300 Stundenkilometern würden aus Sicherheitsgründen die Kapazität beschränken. Auch die Knoten Hamburg und Hannover seien ein Problem. Der Kapazitätszugewinn sei „überaus dürftig“. Von 110 Güterzügen sollen 90 Hamburg anlaufen. „Nahezu ohne jeden Nutzwert ist der kurze westliche Ast des Y für die Häfen Bremerhaven, Wilhelmshaven und Bremen“, schreibt Holzhey.

Veraltet sind nach dem Urteil der KCW-Mannes auch die Kostenansätze. Immer noch werde mit dem Ansatz aus 1992 von 1,3 Milliarden Euro gearbeitet werde, wundert sich Holzhey. Realistisch seien 2,5 bis drei Milliarden Euro. Versuche man die Schwächen abzumildern – etwa durch einen größeren Gleisabstand und einen zweigleisigen Ausbau der Strecke Isernhagen-Lehrte – erhöhten sich die Kosten auf 4 Milliarden Euro. Fertig sei die Strecke frühestens im Jahr 2030.

Als Alternative schlägt die Studie den dreigleisigen Ausbau der Strecke Lüneburg-Uelzen, den zweigleisigen Ausbau der Strecken Uelzen-Stendal sowie Langwedel-Uelzen und Rotenburg Verden. Die Kosten lägen mit 1,5 bis 2 Milliarden Euro „klar unter den Baukosten der Y-Trasse in Höhe von 4 Milliarden Euro, erzielen aber im Paket einen zwei bis dreimal höheren Kapazitäts und Flexibilitätsgewinn“, schreibt Holzhey.

Michael M. Grüter

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