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Regional VR-Bank in Südniedersachsen übernimmt Volksbank Dassel
Nachrichten Wirtschaft Regional VR-Bank in Südniedersachsen übernimmt Volksbank Dassel
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18:12 12.02.2014
Von Hanne-Dore Schumacher
Vertreterversammlung der VR-Bank in Südniedersachsen: Alle Abstimmungen erfolgen am Montagabend einstimmig.
Vertreterversammlung der VR-Bank in Südniedersachsen: Alle Abstimmungen erfolgen am Montagabend einstimmig. Quelle: Archivfoto
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Dransfeld

Der Stichtag für die Fusion ist rückwirkend der 1. Januar 2013.

Jens Ripke, seit 1. April 2013 Vorstand der VR-Bank und Nachfolger von Wolfgang Heinemeyer (Vorstand bis 31. Mai), stellte die Zahlen der Genossenschaftsbank vor, die sich trotz „ausufernder Regulierungen“ und niedrigem Zinsniveau sehen lassen können. Die Kundenforderungen seien um sechs Prozent auf 258,2 Mio. Euro gestiegen, berichtete Ripke den Vertretern, die am Montagabend in stattlicher Anzahl in die Zentrale der VR-Bank, Heinrich-Sohnrey-Straße 1, gekommen waren.

Leicht seien auch die Kundeneinlagen auf 292,5 Mio. Euro gestiegen (+0,2 Mio. Euro). Auch bei der Bilanzsumme konnten die Dransfelder zulegen. Sie stieg um 3,4 Prozent auf 459,8 Mio. Euro. Das Eigenkapital bezifferte der Vorstand mit 63,2 Mio. Euro.

„Dransfeld liegt im sicheren Mittelfeld“

„Dransfeld liegt im sicheren Mittelfeld“, erläuterte Ripke im Vergleich mit 1100 Genossenschaftsbanken in Deutschland, die eine durchschnittliche Bilanzsumme von 681 Mio. Euro aufweisen. Die Volksbank Dassel hingegen sei mit einer Bilanzsumme von 63,7 Mio. Euro, 2000 Mitgliedern, 5000 Kunden und 31 Mitarbeitern deutlich kleiner. Fünf Aufsichtsratsmitglieder (AR) und zwei Vorstände der Volksbank Dassel (sie wurde vor 105 Jahren gegründet) waren am Montagabend dabei.

Der Dasseler AR-Vorsitzende Ulrich Vollmer stellte das kleine Bankhaus im Solling noch einmal vor und räumte ein: „Es ist nicht einfach, so eine gut aufgestellte Bank abzugeben.“ Vollmer und seine Begleiter ließen jedoch keine Zweifel an der Richtigkeit der Fusion. Der Bürgermeister von Edemissen (CDU) selbst und die Aufsichtsräte Fritz Hübner und Friedrich-Wilhelm Reddig wurde am Ende der Sitzung einstimmig in den Aufsichtsrat der VR-Bank in Südniedersachsen gewählt.

Interimsvorstand Andreas Iwersen ist in den aktiven Ruhestand gegangen, und Vorstand Thomas Lembeck ist jetzt als Prokurist in der VR-Bank tätig.

Überschneidungen im Geschäftsgebiet

„Wir kennen uns gut“, hatte Folkert Groeneveld zur Fusion erklärt. Überschneidungen im Geschäftsgebiet nannte der Vorstand der VR-Bank sowie Kooperationen im Bank- und Warengeschäft. Mit der Fusion wolle man Kosten einsparen, etwa ausgelagerte Arbeiten der Dasseler wieder ins Haus holen. Der größere Personalbestand erlaube Spezialisierungen.

Groeneveld wies auf erste Verknappungen des Berufsnachwuchses hin, auch auf den demographischen Wandel. Drei Jahre lang werden für die übertragende Bank betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen, zehn Jahre gibt es Standortgarantien etwa für die Filiale in Edemissen. Die Fusion sei für beide Banken „vorausschauend“ kommentierte Marco Schulz vom Genossenschaftsverband Hannover.

Zum ersten mal mehr als 10000 Mitglieder 2012

Die VR-Bank zählte 2012 das erste Mal mehr als 10 000 Mitglieder. 10 208 Mitglieder halten 23 200 Geschäftsanteile. Im Jahresdurchschnitt waren bei der Bank, die einen Bilanzgewinn von 1,9 Mio. Euro verbucht, 211 Mitarbeiter beschäftigt. Sowohl die Vorstände als auch der Aufsichtsratsvorsitzende Reinhard von Werder dankten der Belegschaft für ihren unermüdlichen Einsatz. Mehr als 50 Veranstaltungen, viele davon an den Wochenenden, hätten sie besetzt.

Die VR-Bank sei in der Region Marktführer im Warengeschäft, unterstrich der Vorstand. Ohne die Töchter (Vieh: 17 Mio. Euro Umsatz) habe man 156 Mio. Euro Umsatz im Bereich Ware erzielt.

► Kommentar: Keine Verlierer

Er wurde mit Spannung erwartet, der Tagesordnungspunkt 8: Verschmelzung mit der Volksbank eG Dassel. Die Vertreter der VR-Bank in Südniedersachsen gaben ihr Votum, ohne Diskussion, einstimmig.

Die Fusion der beiden Genossenschaftsbanken war gut vorbereitet, die Notwendigkeit zu mehr Größe in beiden Häusern bekannt. Der Genossenschaftsverband hat Grünes Licht gegeben, ohne Wenn und Aber, die Vorstände der übergebenden Bank die Plätze geräumt.

Und dennoch wollten sich die Dasseler nicht sang- und klanglos fügen, so scheint es. Erst im zweiten Wahlgang stimmten die dortigen Bankteilhaber mit der erforderlichen Dreiviertelmehrheit zu.

Ganz anders die Dransfelder. Im ersten Wahlgang, ohne Enthaltungen und Gegenstimmen votierten sie für die Fusion. Sie haben nichts zu verlieren, bekommen Kunden, Mitarbeiter und können das Filialnetz für Bank und Ware ausbauen.

Unterm Strich sollte es keine Verlierer geben.

Hanne-Dore Schumacher