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Verdi ruft für Mittwoch zum Streik beim Tüv auf – auch in Göttingen

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19:00 20.04.2021
Die Hauptstandorte der Tüv Nord Group sind Hannover, Hamburg und Essen - im Bild ist die Zentrale in Essen zu sehen.
Die Hauptstandorte der Tüv Nord Group sind Hannover, Hamburg und Essen - im Bild ist die Zentrale in Essen zu sehen. Quelle: Fabian Strauch / dpa (Archiv)
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Göttingen

Die Gewerkschaft Verdi hat aufgrund ergebnisloser Tarifgespräche beim Technischen Überwachungsverein (Tüv) am Mittwoch zu einem ganztägigen Warnstreik in mehreren Bundesländern aufgerufen. In Göttingen sind die beiden Tüv-Stationen in Grone und Weende betroffen.

Die Beschäftigten sollen am 21. April von „0 bis 24 Uhr“ in den „stay at home“-Streik gehen, also zu Hause bleiben, um Ansteckungsrisiken mit dem Coronavirus zu vermeiden, teilte die Verdi-Pressestelle in Hannover mit. „Es ist schwer zu sagen, wie viele Mitarbeiter dem Streikaufruf folgen werden“, sagt Maren Kaltschmidt-Nagel. „Man muss damit rechnen, dass es in beiden Göttinger Tüv-Stationen und im Umland zu Störungen kommen wird“, so die Gewerkschaftssekretärin von Verdi Niedersachsen/Bremen.

Verdi fordert sieben – Arbeitgeber bieten zwei Prozent

Verdi sei mit der Forderung von sieben Prozent mehr Lohn für das Jahr 2021 eingestiegen, heißt es in der Mitteilung. Die Arbeitgeber würden zwei Prozent für 2021 und 2,5 Prozent für 2022 bieten. Verdi wolle, dass „300 Euro mindestens für Gruppen mit weniger Gehalt“ gezahlt werden. Einen Sockelbetrag lehnten die Arbeitgeber jedoch ab, „ebenso wie die Wahlmöglichkeit Geld oder Freizeit für Verdi-Mitglieder“. Die Verhandlungen sollen am 27. April fortgesetzt werden.

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„Das Angebot reicht bei Weitem nicht aus für einen Tarifabschluss, weder beim Geld, schon gar nicht bei der Wahlmöglichkeit“, habe der Hannoveraner Verdi-Sekretär Lars Kalkbrenner betont. Für die Beschäftigten, die sich unter anderem um die Sicherheitsprüfung von Atemschutzmasken gegen das Coronavirus kümmerten, Fahrprüfungen trotz Ansteckungsgefahr in engen Pkw anböten oder „für die Sicherheit von Atomkraftwerken unter erschwerten Bedingungen sorgen“, seien die bisherigen Verhandlungen „enttäuschend und das Arbeitgeberangebot das Gegenteil von wertschätzend“. Vorsorglich seien weitere Streiktage in Vorbereitung.

Gewerkschaft ruft in neun Bundesländern zum Streik auf

Neben Niedersachsen und Bremen sei der Tüv in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg und Hamburg betroffen, so Verdi. Etwa 7000 Tarif-Angestellte würden bei den Technischen Überwachungsdiensten arbeiten. Der Tüv Nord habe „weltweit annähernd 12000 Beschäftigte“.

Von Stefan Kirchhoff