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Regional Verkaufsmanager von Mercedes-Benz verteidigt in Heiligenstadt den Dieselmotor
Nachrichten Wirtschaft Regional Verkaufsmanager von Mercedes-Benz verteidigt in Heiligenstadt den Dieselmotor
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00:21 31.03.2019
Berliner Stadtautobahn A100 nahe der Autobahnausfahrt Kurfuerstendamm. Quelle: imago/photothek
Heiligenstadt

Ein Diesel produziere aufgrund des geringeren Treibstoffverbrauchs weniger des Klimagases Kohlendioxid als ein Benziner, erklärte Eckle. Bei „modernen Motoren“ mit AdBlue-Zusatz sei der Stickoxidausstoß „massiv“ verringert. Das Feinstaubproblem lasse sich mit Partikelfiltern „in den Griff“ bekommen. Im übrigen werde „der Großteil des Feinstaubs“ nicht durch den Motor, sondern durch Abrieb beim Bremsen und Kuppeln verursacht, führte der Verkaufsmanager vor 70 Teilnehmern aus.

Unverständnis über die „hysterische Umweltdiskussion“

„Sehr deutsch“ sei die „Kampagne gegen den Diesel“, erklärte Eckle. In anderen europäischen Ländern werde die „hysterische Umweltdiskussion“ kaum zur Kenntnis genommen. Im Lkw-Bereich sei der Diesel ohnehin „unverzichtbar“, weil es „auf absehbare Zeit“ keine Alternativen zu ihm gebe. Das gelte auch für Baumaschinen und Schiffe, die in der öffentlichen Diskussion nicht vorkämen.

Setzen auf den Diesel: Andreas Peter (links) und Matthias Eckle. Quelle: Caspar

Trotzdem, so Eckle, wolle Mercedes-Benz bis zum Jahr 2025 15 bis 20 Prozent des Umsatzes mit rein elektrisch betriebenen Fahrzeugen und weitere 15 bis 20 Prozent mit Hybridfahrzeugen erwirtschaften. Mit den EQ-Hybrid-Fahrzeugen erschließe sein Unternehmen derzeit den Massenmarkt. Smarts werde es von 2019 an nur noch als Elektrofahrzeuge geben. Die Reichweite liege bei 160 Kilometern, was im Stadtverkehr „ausreichend“ sei.

Brennstoffzelle

„Wir setzen gleichzeitig auf Fahrzeuge mit Brennstoffzellen“, betonte Eckle. „Einige 100“ wolle Mercedes-Benz in diesem Jahr in Ballungsräumen wie Frankfurt und Köln verkaufen, wo es für die Fahrzeuge die nötige Infrastruktur – Wasserstoff-Tankstellen und Techniker – gebe. Die Fahrzeuge benötigten, anders als Elektrofahrzeuge, keine Batterien. Damit könnten sie auf lange Sicht den Dieselmotor im Lkw-Bereich ersetzen. Bei Lkw lasse sich ein Elektroantrieb nicht umsetzen. Die Batterien wären nämlich so groß, das „kein Platz für die Ladung“ bleibe.

Bundesverband mittelständische Wirtschaft – Unternehmerverband Deutschland

„Der Diesel ist nicht tot“, zeigte sich auch der Hausherr, Andreas Peter, der Geschäftsführer des Autohauses Peter, zuversichtlich. Der Unternehmer aus Nordhausen beschäftigt in Heiligenstadt 43 Mitarbeiter und weitere elf Mitarbeiter im Lackierzentrum in Leinefelde. Veranstalter waren die Kreisverbände Eichsfeld und Unstrut-Hainich des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft – Unternehmerverband Deutschland. „Wir haben 300 Mitglieder, was gut zehn Prozent des örtlichen Mittelstands entspricht“, sagte Leiter Andreas Schreiber.

Bürgermeister Thomas Spielmann setzt auf den heimischen Mittelstand

Zu den Gästen zählte auch Bürgermeister Thomas Spielmann (Menschen für Heiligenstadt). Heiligenstadt boome, erklärte der Bürgermeister. Gewerbeflächen verkaufe die Stadt bevorzugt an heimische Mittelständler. Die Nachfrage sei groß. An auswärtigen Logistik- und Online-Unternehmen habe Heiligenstadt dagegen kein Interesse, weil sie vor allem schlecht bezahlte Jobs böten. Für solche Stellen gebe es keine Bewerber in der Region.

Von Michael Caspar

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