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Regional Auszubildende gründen in ihrer Einführungszeit ein fiktives Start-up
Nachrichten Wirtschaft Regional Auszubildende gründen in ihrer Einführungszeit ein fiktives Start-up
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20:35 26.08.2019
Entwickelten einen Pappständer, der sich als Leinwand oder Flipchart nutzen lässt: die neuen Thimm-Auszubildenden. Quelle: mic
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Northeim

Ein fiktives Start-up haben die zwölf neuen Auszubildenden des Northeimer Spezialisten für Wellpappen-Verpackungen Thimm in den vergangenen drei Wochen während ihrer Onboardingphase gegründet.

Einen mit wenigen Handgriffen aufstellbaren Pappständer, der sich als Leinwand und Flipchart nutzen lässt, präsentierten die zwölf jungen Menschen am Montag. Mehr als 30 Vertreter des Unternehmens und der Presse waren zu einer fiktiven Finanzierungsrunde im großen Sitzungssaal des Unternehmens an der Breslauer Straße 12 zusammengekommen. Leicht sei die Wellpappenkonstruktion, lasse sich bequem im Zug transportieren und umweltfreundlich über das Altpapier entsorgen: Mit diesen Argumenten warb das Team um Investorengelder.

69000 Thimm-Dollar

In Rollenspielen demonstrierten die neun Industriekaufleute, zwei Packmitteltechnologen und der Informatiker für Systemintegration mögliche Anwendungsfelder ihrer Erfindung: etwa bei Familienfeiern, Fernsehabenden oder Geschäftstreffen. Die Investoren stellten kritische Fragen, erkundigten sich nach dem Marktpotenzial, dem Deckungsbeitrag und den geplanten Vertriebswegen. Dann zückten sie ihr Geld. 69000 Thimm-Dollar bekam das Team zusammen, auf 100000 Thimm-Dollar hatte es gehofft.

In Kleingruppen aufgeteilt hatten die Auszubildenden die unterschiedlichen Arbeiten im Start-up übernommen. „In den einzelnen Thimm-Abteilungen konnten sie sich beraten lassen“, berichtete Ausbildungsleiterin Doris Roddewig.

Erste Arbeiten am Plotter

Informatiker Timon Zimmermann hatte den Pappständer mit einem CAD-Programm konstruiert und dann am Plotter aus einer Pappe ausgeschnitten. Packmitteltechnologe Danyel Kseibani arbeitete den Ständer nach und stattete die Leinwand mit einem Tragriemen um. Den Businessplan erstellten Saskia Wand und Jessica Bruchmann, die beide Industriekauffrau lernen. Um diese nicht ganz einfache Aufgabe hatten sich die anderen Gruppenmitglieder nicht gerissen. „Ohne intensive Kommunikation unter den einzelnen Teammitgliedern geht es nicht, wenn am Ende alles zusammenpassen soll“, fasste Bruchmann ihrer Erfahrungen zusammen. Das Projekt habe die Gruppe zusammengeschweißt.

Thimm hat einen Start-up-Experten

Betreut wurden die jungen Menschen von Laura Stange, die am Standort Northeim die Referentin für die kaufmännische Ausbildung ist. Unterstützung erhielten die Lehrlinge von Leon Melching, der bei Thimm ein duales kaufmännisches Studium absolviert, und Henrik Jeske, einem Industriekaufmann im zweiten Lehrjahr. Wie ein Projekt gemanagt wird, brachte der Gruppe Maurice Jedlicka bei, Thimms Start-up-Experte. „Die Thimm-Gruppe will Start-ups gründen, um jenseits der etablierten Unternehmensstrukturenzum Beispiel neue digitalisierte Prozesse auszuprobieren“, erläuterte Jedlicka dem Tageblatt. Erstes Unternehmen dieser Art ist die E-Commerce-Tochter Cartonara, die kleine Mengen an Verpackungsprodukten, Büroutensilien und Umzugsbedarf vertreibt.

Jeder Auszubildende hat einen Paten

Während der ersten drei Wochen im Unternehmen absolvierten die neuen Mitarbeiter auch eine Firmen-Rallye. Mehr als 520 Mitarbeiter sind in drei Gebäuden tätig. In jeder Abteilung gibt es einen Ansprechpartner für Azubi. Teil der Onboardingphase war zudem ein Patentag. Jedem Lehrling steht ein Pate zur Seite, ein Auszubildender aus einem höhren Lehrjahr.

„Die Onboardingphase gibt es bei Thimm seit Jahren“, berichtete Ausbildungsleiterin Roddewig. Die neuen Mitarbeiter sollten das Unternehmen mit seinen Produkten, Prozessen, Gebäuden und Kollegen kennenlernen. Durch das Start-up-Projekt sammelten sie Erfahrungen mit selbstständigem Arbeiten.

Von Michael Caspar

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