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Vertreterversammlung VR-Bank Südniedersachsen Wachstum und Negativzinsen

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08:00 26.11.2020
Die Vertreterversammlung 2020 der VR-Bank Südniedersachsen fand digital statt. Quelle: r
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Göttingen

Zur Vertreterversammlung der VR-Bank in Südniedersachsen sind die Teilnehmer in diesem Jahr digital zusammengekommen. Bei der Online-Konferenz thematisierten die Teilnehmer unter anderem den Jahresabschluss, neue Projekte – und Negativzinsen für größere Guthaben. Nach Angaben der VR-Bank wurde außerdem der Vorstand ohne Gegenstimme entlastet.

Über den Jahresabschluss 2019 berichtete Folkert Groeneveld, Vorsitzender des Vorstandes. Mit einer Bilanzsumme von rund 1,2 Milliarden Euro habe die VR-Bank ein im Vergleich zu anderen Banken zufriedenstellendes Ergebnis erzielen können – 2018 lag die Bilanzsumme noch bei rund 1,1 Milliarden. Die Kundeneinlagen seien mit 819 Millionen Euro nochmals deutlich gestiegen und zeigten das große Vertrauen der Kunden in ihre Bank, so Groeneveld.

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VR-Bank Südniedersachsen führt Negativzinsen ein

Das Problem an der Situation sei aber, dass die Bank mittlerweile für Einlagen Geld an ihre Zentralbank zahlen müsse, so Groeneveld weiter: „Für jeden Euro, den wir als Einlage erhalten und nicht im Kreditgeschäft oder an den Kapitalmärkten einsetzen können, müssen wir 0,5 Prozent Zinsen zahlen.“ Die Konsequenz: Die VR-Bank in Südniedersachsen führt für große Guthaben ab Anfang 2021 Negativzinsen ein. Dabei würden aber Kleinsparer geschützt, betonte Groeneveld.

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Das Kundenkreditgeschäft konnte trotz großer, unplanmäßiger Kredittilgungen nach Angaben der Bank auf gutem Niveau gehalten werden. Das Warengeschäft konnte sein Umsatzvolumen demnach auf 129 Millionen Euro ausweiten, unter anderem durch die Übernahme der Raiffeisen Adelebsen-Uslar. Mit dem Immobiliengeschäft habe sich die Bank ein neues Standbein geschaffen, so Groeneveld – etwa durch den Bau einer Düngerhalle in Obernjesa und eines Raiffeisenmarktes in Uslar.

Sorge vor Kreditausfällen, aber hohe Dividende beschlossen

Für das laufende Jahr berichtete Groeneveld weiter von einem wirtschaftlich schwierigen Umfeld. Die sinkenden Zinsmargen stünden steigenden Kreditrisiken im Umfeld von Corona gegenüber. Es sei mit einer merklichen Steigerung von Kreditausfällen zu rechnen – wenn auch nicht im laufenden Geschäftsjahr, da die staatlichen Unterstützungsprogramme ihre positiven Effekte zeigen würden.

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Nach Angaben des stellvertretenden Aufsichtsratsvorsitzenden Hubertus Müller-Stauch ergab die gesetzliche Prüfung des Jahresberichts keine Mängel. Aufsichtsrat und Vorstand hätten deshalb eine Dividendenzahlung von fünf Prozent vorgeschlagen – entgegen des Wunsches der Bankenaufsicht. Die Vertreter stimmten diesem Vorschlag zu. Einstimmig stimmten sie außerdem für die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat. Bei den turnusmäßigen Wahlen für Posten im Aufsichtsrat wurden alle Kandidaten im Amt bestätigt.

Von Tammo Kohlwes