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Nachrichten Wirtschaft Regional Vorerst keine Kooperation von Sparkassen und Volksbanken im Raum Göttingen
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20:52 10.09.2019
Eine Filiale der Frankfurter Volksbank in der Innenstadt. Die Volksbank will mit der Taunus Sparkasse zukünftig gemeinsame Filialen anbieten. Quelle: dpa
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Göttingen

Bankgeschäfte erledigen viele Bankkunden heute von zu Hause aus. Moderne Technik macht es möglich. Das ist ein Grund, weshalb die Geldhäuser ihr Filialnetz ausgedünnt haben. Filialen kosten Geld und mit Zinsen lässt sich aktuell kein Geld verdienen. Kosten- und Wettbewerbsdruck wachsen. Das gilt auch für Sparkassen und Volksbanken. In Hessen gehen deshalb die Frankfurter Volksbank und die Taunus Sparkasse einen neuen Weg, nämlich einen gemeinsamen. Beide Häuser kooperieren. Ist dieses Zusammengehen ein Vorbild für den Göttinger Raum, etwa zwischen der Sparkasse Göttingen und der Volksbank Kassel Göttingen?

„Diese Entwicklung bereitet uns Sorgen“

„Seit Wochen bestimmen Diskussionen um mögliche Negativzinsen und andere Belastungen der Bankkunden die Schlagzeilen bundesweiter Medien. Befördert wird dies noch von Überlegungen der Europäischen Zentralbank, der EZB, die expansive Geldpolitik weiter zu verlängern oder gar zu verschärfen“, spannt der Leiter Direktion Vorstandsreferat und Kommunikation bei der Sparkasse Göttingen, André Kaufmann, den Bogen zur Erläuterung weit. „Diese Entwicklung bereitet uns große Sorgen“, erklärt er. Die Niedrigzinspolitik der EZB hinterlasse deutliche Spuren bei den Kreditinstituten – insbesondere bei Volksbanken und Sparkassen mit ihrer Ausrichtung auf die breite Kundschaft und damit auf traditionelles Einlagen- und Kreditgeschäft.

„Dass Banken und Sparkassen daher auch engere Kooperationen, die geschäftspolitisch durchaus sinnvoll sein können, in Betracht ziehen, ist logisch“, findet Kaufmann. „Es liegt schließlich zu allererst in unserer Verantwortung als öffentlich-rechtliche oder genossenschaftliche Banken, die Versorgung der Bevölkerung vor Ort mit hochwertigen Finanzdienstleistungen auch in Zukunft zu gewährleisten“, betont er. Für Göttingen sei ein Modell nach dem Vorbild der Frankfurter Volksbank und der Taunus Sparkasse allerdings derzeit nicht in Planung.  

33 Filialen in drei Bundesländern

Die Volksbank Mitte in Duderstadt indes verändert sich. „Wir sind aktuell mitten in der Fusion zur VR-Bank Mitte eG“, lässt Sprecher Florian Hartleib wissen. Die rechtliche Fusion ist am 21. August erfolgt und die technische Fusion stehe am 14. September unmittelbar bevor. „Bei der Fusion zur VR-Bank Mitte eG werden keine Filialen geschlossen - wir werden in den drei Bundesländern Hessen, Niedersachsen und Thüringen mit 33 stationären Filialen präsent sein“, versichert Hartleib. Die VR-Bank Mitte entsteht aus dem Zusammenschluss der Volksbank Mitte eG (unter anderem mit Rosdorf, Northeim, Duderstadt, Leinefelde, Heiligenstadt) und der VR-Bank Werra-Meißner eG (unter anderem Eschwege, Witzenhausen und Hessisch Lichtenau).

 „Digitale und stationäre Welt vereinen“

 „Die Entwicklung im Frankfurter Raum haben wir mit Interesse verfolgt“, betont der Sprecher der Sparkasse Duderstadt, Elmar Thieme. „Auch wir sind der Meinung, dass man im Bankgeschäft mit innovativen Ideen auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren muss“, führt er weiter aus. „Ob sich diese mittels eines gemeinsamen Betriebes von Geschäftsstellen mildern lassen, bleibt nach unserer Einschätzung abzuwarten“, wägt Thieme ab. Er verweist auf ein anderes Feld: „Uns beschäftigen vorrangig Gedanken ausgehend vom Kundenwunsch, die digitale und stationäre Welt zu vereinen.“

Gernot Bollerhei, Leiter Marketing bei der Sparkasse Northeim, macht es kurz: „Solche Kooperationen sind derzeit bei uns weder ein Thema, noch wird darüber nachgedacht.“

Die Größe macht den Unterschied

Und aus politischer Sicht? Aus der Pressestelle der Stadtverwaltung von Hann. Münden heißt es dazu: Bei zwei so großen Instituten mit einer hohen Anzahl an Geschäftsstellen mögen sich durch ein Zusammenwirken Synergien und Kosteneinsparungseffekte ergeben. „Ich habe Zweifel, ob es ähnliche Vorteile auch bei einer Zusammenarbeit unserer regionalen Institute geben könnte, zumal die Geschäftsgebiete durch die Fusionen der Volksbank schon lange nicht mehr identisch sind“, erklärt Bürgermeister Harald Wegener (Bürgerforum). „Das wird auch der Grund sein, warum der Vorstand der Sparkasse mit einem solchen Ansinnen noch nicht auf mich zugekommen ist“, ergänzt er. Ohne Zweifel müsse sich die Bankenlandschaft aber aufgrund des Niedrigzinsumfelds mit den Kostenstrukturen verstärkt auseinandersetzen.

„Eine Diskussion zum Thema Sparkassenfusionen hat aktuell nicht stattgefunden“, erklärt die Göttinger stellvertretende Verwaltungssprecherin Cordula Dankert.

Von Ulrich Meinhard

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