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Regional „Wenn sie begeistert sind, gehen sie durch die Decke.“
Nachrichten Wirtschaft Regional „Wenn sie begeistert sind, gehen sie durch die Decke.“
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00:22 12.05.2018
Arne Stoermer spricht in der Göttinger Scharwache über seine Idee von moderner Führungsqualität. Quelle: Scharf
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Göttingen

Auf Einladung der Jungen Unternehmer hat Arne Stoermer am Dienstag in Göttingen über die Themen Selbstmanagement und Führungsqualität gesprochen. Der Geschäftsführer der Stage Academy und ehemalige Fernsehmoderator arbeitet seit 15 Jahren mit Konzernen und mittelständischen Unternehmen zusammen.

„Jedem Menschen gehen durchschnittlich 70 000 Gedanken pro Tag durch den Kopf. 90 Prozent davon sind immer das Gleiche.“ Mit dieser Feststellung stimmte Stoermer seine Zuhörer auf einen Abend ein, den er unter die Überschriften „Leadership by Empowerment – Orientieren statt Führen“ und „Selbstmanagement und Entschleunigung“ gestellt hatte. Die Welt verändere sich stetig und immer schneller, der Mensch aber tendiere zu bewährten Gedanken und Verhaltensmuster, so der Chef einer Agentur mit weltweit 60 Trainern.

Anordnen und Vormachen reicht nicht mehr

Mit Beispielen aus der Praxis deutete Stoermer auf die Schwierigkeiten hin, in die ein Unternehmen geraten kann, wenn es mit alten Strukturen auf neue Probleme reagiere. Seine Antwort lautet Veränderung – nicht zuletzt auch bei der Personalführung. „Wir sind verantwortlich, dass unsere Mitarbeiter bei dieser Transformation mitkommen.“ Schlichtes Anordnen oder Vormachen reiche nicht mehr aus. Früher sei der Leader vorweg gelaufen, heute stehe er hinter seinen Leuten.

Und mit dieser veränderten Rolle des Leaders versuchte Stoermer die Anwesenden vertraut zu machen. Ein moderner Chef sei Anleiter, Partner und Coach. Er könne Verantwortung delegieren und seine Kollegen in die Eigenverantwortlichkeit führen. Um das zu erreichen, gehöre alles auf den Prüfstand – von den Arbeitsabläufen über die Kommunikation bis hin zur Gestaltung der Arbeitsplätze. An seine Zuhörer richtete Stoermer die Frage nach flexibler Arbeitszeit, Homeoffice oder agilen Arbeitsplätzen in ihren Firmen. Die Antworten blieben zurückhaltend.

Begeistern, Beteiligen, Befähigen

Im Zentrum der Mitarbeiterführung stehen für Stoermer die drei großen „B’s“: Begeistern, Beteiligen, Befähigen. Wiederholt versichterte der Trainer, der mehrere Jahre an der Seite von Arabella Kiesbauer bei Pro Sieben vor der Kamera stand: „Wenn sie begeistert sind, gehen sie durch die Decke.“ Und diese Begeisterung erreiche man nicht durch Geld, sondern durch Sinn. Der Mitarbeiter müsse verstehen, warum er seine Aufgabe erfüllt.

Nicht bei allen Zuhörern erntete Stoermer dabei uneingeschränkte Zustimmung. Zu schwer sei es heute, Mitarbeiter zu finden, die in einem solchen System auch funktionieren würden, so die Rückmeldung. Häufig bestehe gerade in kleineren Unternehmen nicht die Möglichkeit, sich derart intensiv auf den einzelnen Mitarbeiter einzustellen, um ihn zu guten Leistungen zu motivieren. Vielen sei zudem die Work-Life-Balance wichtiger als die Karriere. Mittlerweile würden 40 Prozent der Zeit in Personalmanagement fließen, hieß es aus den Reihen der anwesenden Unternehmer.

„Frage der inneren Haltung“

Ein völlig normaler Wert, kommentierte Stoermer und forderte auch hier zum Umdenken auf. Bei jedem seiner Kunden sei stets die Geschäftsführung in den Veränderungsprozess mit einbezogen worden. Seine Aufgabe sehe er darin, den Spaß an der Veränderung zu vermitteln. „Es ist ein Frage der inneren Haltung.“ Der Kopf könne daran gewöhnt werden, bei Änderung nicht mehr Schock sondern Glück zu empfinden. Erst dann werde es möglich, nicht mehr 90 Prozent des Tages mit den ewig gleichen Gedanken zu verbringen.

Von Markus Scharf

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