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Regional Forum in Besenhausen: Wie kann ein Unternehmen noch erfolgreich sein?
Nachrichten Wirtschaft Regional Forum in Besenhausen: Wie kann ein Unternehmen noch erfolgreich sein?
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14:25 28.08.2019
Wirtschaftlicher Erfolg in einer aus den fugen geratenen Welt – darüber sprach Philosoph Markus Reimer beim Forum der Ideen auf dem Rittergrut Besenhausen. Quelle: Peter Heller
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Besenhausen

Über wirtschaftlichen Erfolg in einer aus den Fugen geratenen Welt sprach Philosoph Markus Reimer am Dienstagabend beim Forum der Ideen auf Gut Besenhausen vor 120 Unternehmern.

Die Welt verändert sich rasant und vieles wirkt bedrohlich. Daran ließ der Redner und Unternehmensberater aus Niederbayern keinen Zweifel. Er sprach vor Teilnehmern des Innovationspreises Göttingen aus den vergangenen zehn Jahren. Die Wirtschaftsförderung Region Göttingen hatte zum 21. Mal zu dem Forum eingeladen, mit dem sie innovativen Firmen Raum zum Austausch geben will. Erstmals holte sie als Mitveranstalter die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner-Kreis (WFG) sowie das Referat Kreisentwicklung des Landkreises Eichsfeld dazu.

Alte Geschäftsmodelle zerbrechen

Die Zahl der Menschen auf der Erde steige, berichtete Reimer. Der Energieverbrauch nehme zu. Wasser und Rohstoffe würden knapp. Der Klimawandel schreite voran. Der technische Fortschritt beschleunige sich. Alte Geschäftsmodelle würden zerbrechen. Die meisten Firmen, so der promovierte Philosoph, wollten zukunftsorientiert sein, wüssten aber nicht, auf was für eine Zukunft sie sich einstellen sollten.

Beim Forum der Ideen leitete Philosoph Markus Reimer auch Interaktive Workshops zum Thema an. Quelle: Peter Heller

Angesichts der vielen Herausforderungen forderten nicht wenige lautstark von der Politik Lösungen, sagte Reimer. Dass sie sich selber ändern müssten, komme nur wenigen in den Sinn. Der Redner spottete über Schüler, die sich von ihren Eltern im SUV zur „Fridays for Future“-Demo zum Rathaus fahren ließen. Er empörte sich darüber, dass die Datenschutzgrundverordnung es Unternehmen erschwere, E-Mail-Adressen zu speichern. Gleichzeitig würden Bürger Sprachassistenten unbekümmert persönliche Dinge anvertrauen. Mit diesen freiwillig geteilten Daten verdienten Firmen dann ungestört ihr Geld. Das passe nicht zusammen.

Agiles Handeln in einer fragilen Welt

Der Unternehmensberater warb dafür, sich in einer fragilen Welt agil zu bewegen. Damit Entscheidungen in Firmen nicht unnötig herausgezögert würden, sollten Entscheidungskompetenzen so weit wie möglich unten angesiedelt werden. Der Philosoph forderte einen freien Fluss von Informationen im Unternehmen. Missstände müssten offen benannt werden können. Gleichzeitig machte sich Reimer für Respekt gegenüber allen Mitarbeitern stark. Jeder – „auch die Putzfrau“ – leiste einen wichtigen Beitrag für den Gesamterfolg.

Der Unternehmensberater trat für einfache Lösungen ein. Die Deutschen seien Meister darin, komplizierte Dinge noch komplizierter zu machen, kritisierte er. Reimer machte sich für Mut stark. „Viele Menschen leben lieber mit alten Problemen als mit neuen Lösungen“, erklärte er. Wichtig sei eine geistige Offenheit. Für jedes Problem gebe es mehrere Lösungen.

Die Gastgeber v.li.: Detlef Barth (Wirtschaftsförderung Region Göttingen), Dr. Werner Henning (Landrat Eichsfeld), Bernhard Reuter (Landrat Göttingen), und Dr. Lars Kleeberg (Wirtschaftsförderungsgesellschaft Werra-Meißner-Kreis mbH) Quelle: Peter Heller

Das sagen die Gastgeber

Südniedersachsen, Nordhessen und der thüringische Teil des Eichsfelds würden zu einer gemeinsamen Wirtschaftsregion zusammenwachsen, erklärte Landrat Bernhard Reuter (SPD) in seinem Grußwort. Dem sollte die Politik Rechnung tragen. Statt kurzfristige Vorteile zu suchen, gelte es die langfristigen gemeinsamen Interessen in den Blick zu nehmen.

„Wir Eichsfelder betrachten Göttingen als unser Oberzentrum“, betonte Landrat Werner Henning (CDU). Der Eichsfeldkreis gehöre daher zu den Gründungsmitgliedern der Südniedersachsenstiftung. In Erfurt sei das schwer zu vermitteln. Auch viele Göttinger verständen das nicht, dabei entspringe die Leine in Leinefelde im Eichsfeld.

Die zentrale Lage in Deutschland, die reiche Natur und die vergleichsweise niedrigen Lebenshaltungskosten zeichneten die gemeinsam Region aus, erklärte WFG-Geschäftsführer Lars Kleeberg.

Von Michael Caspar

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