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Regional Werkstätten stöhnen unter der Abwrackprämie
Nachrichten Wirtschaft Regional Werkstätten stöhnen unter der Abwrackprämie
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19:11 31.03.2009
Beim Automobil-Service Schachtebeck ist es ruhig geworden: Roland Brauns, Florian Walkowiak und Moritz Hellmann (von links). Quelle: CM
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„Die Abwrackprämie ist der größte Humbug“, sagt Ute Schachtebeck vom gleichnamigen Automobil-Service in Weende zornig. Sie würde den Politikern, „die diesen Schwachsinn verzapft haben“, gerne mal ihre Probleme persönlich schildern. „Seit Einführung der Prämie ist unser Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 25 Prozent eingebrochen“, klagt sie. Den anderen freien Werkstätten gehe es ähnlich.

Schachtebeck: „Heute Morgen fuhr ein Opel Corsa mit röhrendem Auspuff auf den Hof.“ Die Fahrerin habe jedoch gleich erklärt: „Machen Sie aber keine große Reparatur, der kommt sowieso bald in die Presse.“ Sie warte auf einen Neuwagen. „So geht das den ganzen Tag“, stöhnt Schachtebeck. Viele Kunden hätten Dollarzeichen in den Augen. Wenn der Staat Geld verschenke, wollten sie dabei sein. 

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„Wir merken die Abwrackprämie auch“, meint Diplom-Ingenieur Frank Wienstroth, der sich auf die Instandsetzung von Motoren spezialisiert hat. Es habe für die Branche Konsequenzen, wenn mehrere 100000 Gebrauchtwagen durch Neufahrzeuge ersetzt würden. „Neuwagen müssen in den ersten Jahren nicht in die Werkstatt“, ergänzt der Dransfelder Karosserie- und Fahrzeugbaumeister, Michael Kramer. Die Kunden seien zudem häufig langfristig an die Vertragswerkstätten gebunden. Unterm Strich werde jede der 39000 Werkstätten in Deutschland 7000 Euro Jahresumsatz verlieren, zitiert Kramer Expertenschätzungen.

„Da tränen einem die Augen“

„Des einen Freud ist des anderen Leid“, fasst der Geschäftsführer der Kfz-Innung Südniedersachsen, Andreas Gliem, die Lage zusammen. Die freien Werkstätten machten 20 Prozent der insgesamt 80 Mitgliedsbetriebe aus. Auch er höre immer häufiger Kritik.

Zu klagen haben auch die Gebrauchtwagenhändler. Walid Awad aus Adelebsen bezeichnet die Abwrackprämie als „mega-negativ“ für seine Firma. Der ganze Bereich mit Fahrzeugen, die bis zu 10000 Euro kosten, sei eingebrochen. Für dieses Geld bekämen die Kunden nun einen neuen Kleinwagen. Gut erhaltene Fahrzeuge landeten in der Presse. Schachtebeck: „Da tränen einem die Augen.“

                                                                                                                         Von Michael Caspar