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Regional Wirtschaftsförderer Stefan Franzke spricht beim Business Breakfast
Nachrichten Wirtschaft Regional Wirtschaftsförderer Stefan Franzke spricht beim Business Breakfast
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17:18 21.06.2019
Dr. Stefan Franzke, Geschäftsführer der Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie GmbH, spricht beim Business Breakfast in der PFH. Quelle: Hinzmann
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Göttingen

Talente, Toleranz und Technik. Das sind für Dr. Stefan Franzke die wesentlichen Erfolgsfaktoren für Boom-Regionen. Als Geschäftsführer der Berliner Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner für Wirtschaft und Technologie hat er Anteil daran, dass die Bundeshauptstadt seit fünf Jahren eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte schreibt.

Vor etwa 70 Gästen hat Franzke während des Business Breakfasts an der PFH Private Hochschule Göttingen über das Thema „Das Städtejahrhundert. Wie Metropolen die Zukunft verändern“ gesprochen. In seinen Ausführungen skizzierte der gebürtig aus Sarstedt bei Hildesheim stammende Wirtschaftsförderer immer wieder Erfahrungen und Ideen in Bezug auf Wirtschaftsförderung in Berlin. Und die sich stellenden Fragen – nicht nur in den Metropolen - sind zahlreich: Wie schaffen wir die Energiewende? Wie organisieren wir die Mobilität in unserer Stadt? Wie halten wir alte und schaffen neue Arbeitsplätze?

Berlins Wirtschaft wächst seit fünf Jahren über Bundesschnitt

Berlin finde aktuell die richtigen Antworten. Seit fünf Jahren liegt das Berliner Wirtschaftswachstum über dem Bundesdurchschnitt. Etwa 500000 Menschen seien in den vergangenen fünf Jahren nach Berlin gezogen. Das Gros dieser Neu-Berliner sei zwischen 18 und 35 Jahren alt. Im selben Zeitraum hätten aber auch 250000 Menschen Berlin verlassen. „Das sind in der Mehrzahl die Alten“, sagt Franzke. Berlin werde so immer mehr zu einem Ort der Neu-Berliner. Aktuell stammten 55 Prozent der Berliner nicht gebürtig aus der Spree-Metropole, so der 49-Jährige.

Einen Großteil des facettenreichen Vortrags nutzte er, um über die Berliner Start-up-Szene zu sprechen. „Im vergangenen Jahr betrug das Wagniskapital zur Finanzierung von Start-ups in Berlin 3,2 Milliarden Euro. In der gesamten Bundesrepublik waren es 4,5 Milliarden Euro. Zum Vergleich: 2012 waren es in Deutschland lediglich 200 Millionen Euro“, betonte Franzke. Berlin setze stark auf die Förderung von Neugründungen. Denn Franzke und sein Team von der Berliner Wirtschaftsförderungsgesellschaft sind sich sicher: Durch die zahlreichen auf Digitalisierung setzenden Start-ups entstehen zahlreiche neue Jobs.

Enorm wichtig sei es, Talente für die Region begeistern zu können. Deutlich erleichtert werde dieses durch eine tolerante Gesellschaft. „In Berlin sind aktuell 193 Nationalitäten gemeldet. Das ist ein Kennzeichen einer erfolgreichen Metropole“, unterstrich er. Von großer Bedeutung seien auch die sogenannten weichen Standortfaktoren wie Kultur- oder Bildungsangebot.

Konkurrenten Singapur bei Siemens-Deal ausgestochen

Franzke wirbt mit seinem Team für den wachsenden Wirtschafts- und Technologiestandort Berlin. Er unterstützt ansässige Unternehmen und überzeugt Investoren aus aller Welt vom Potenzial der deutschen Hauptstadt. Als ein Beispiel für die Attraktivität Berlins als Wirtschaftsort berichtete er von einer Investition von Siemens. „Wir waren in Konkurrenz mit Singapur. Siemens entschied sich für Berlin. Der Konzern hat bereits 700 Millionen Euro investiert, und wir erwarten, dass Siemens in den kommenden zehn Jahren weitere zwei Milliarden Euro investieren wird“, sagte Franzke.

In der abschließenden Fragerunde stellte er sich auch den Einwürfen der Zuhörer. Die Probleme um den Flughafen BER witzelte Franzke beiseite. Für kritische Fragen zu Mietpreisen, dem maroden U-Bahnsystem oder den Ansiedelungen von Sartorius und Ottobock auf dem Berliner Bötzow-Areal nahm er sich viel Zeit, um sie intensiv zu beantworten. Göttingen habe für ihn durchaus die Chance, künftig zu wachsen, obwohl eine Prognose der Bertelsmann-Stiftung eine negative Tendenz dokumentiere. Dafür müsse Göttingen aber engagiert auf Talente, Technik und Toleranz setzen.

Nächstes Breakfast mit Rodenstock bereits am 2. Juli

Eingeladen worden war er von Bernt R. A. Sierke. Der geschäftsführende Gesellschafter der PFH-Trägergesellschaft bietet mit seinem Business Breakfast mittelständischen Unternehmern der Region immer wieder die Möglichkeit ins Gespräch zu kommen. Und das nächste Treffen des Netzwerks steht bereits an. Am Dienstag, 2. Juli, spricht um 10.30 Uhr Beatrice Rodenstock in der PFH. Die Diplom-Soziologin und geschäftsführende Gesellschafterin der Rodenstock-Gesellschaft für Familienunternehmen mbH beleuchtet das Thema „Nachfolge in Familienunternehmen“.

Von Mark Bambey

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