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Regional Wirtschaftskrise erreicht Diskotheken
Nachrichten Wirtschaft Regional Wirtschaftskrise erreicht Diskotheken
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09:10 18.07.2009
Die Wirtschaftskrise macht auch vor den Diskotheken nicht halt.
Die Wirtschaftskrise macht auch vor den Diskotheken nicht halt. Quelle: ddp
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„Der normale Diskothekenabend hat starke Einbrüche“, sagte Rüdiger Scholz, Geschäftsführer der „Rosenhof GmbH“ in Osnabrück. Er setze deshalb auf Partys, Events und Konzerte. Andere Betreiber bieten „eine Happy Hour“ vor Mitternacht oder Komplettpakete mit günstigem Getränk und Eintritt. Einige Diskotheken haben mit geänderten Öffnungszeiten auf den Rückgang reagiert.

Der Diskothekenbranche gehe es allgemein schlechter, sagte Eric Janssen, Geschäftsführer von „Janssen’s Tanzpalast“ in Cuxhaven. „Die Gäste gehen viel gezielter aus. Vor 20 Jahren konnte man eine Disco aufmachen und alle kamen.“

Die Diskothek „La Viva“ in Bremen hat an Wochenenden einen Besucherrückgang von etwa 20 Prozent registriert vor allem am Freitag. „Viele Schüler, Studenten und Auszubildende haben zwei Jobs am Wochenende. Dann bleiben sie lieber freitags zu Hause“, sagte Betriebsleiter Bülent Ünal. „Immer weniger Zeit, immer weniger Geld.“

Der Teilhaber der „Zino Bar“ in Hannover, Volker Peschke, spürt ebenfalls die Wirtschaftskrise. Wer früher am Wochenende zweimal weggegangen sei, gehe jetzt nur einmal weg. „Wir sprechen nun verschiedene Gruppen gezielt an, indem wir Mottopartys veranstalten. So bekommen wir den Laden schon voll“, berichtete er. Dennoch bleibt die Bar während der Sommerferien am Donnerstag geschlossen.

Auch im „Twister Dance“ in Sande (Kreis Friesland) gibt es seit Anfang 2009 einen Besucherrückgang vor allem bei der Zielgruppe der 18- bis 25-Jährigen. „Die jungen Menschen gehen mit ihrem ersten verdienten Geld vorsichtiger um“, meinte Marketingleiterin Saskia Wöstmann. „Der Trend ist später zu kommen und länger zu bleiben.“ Die Disco hat nur noch am Wochenende geöffnet. „Freitags hat sich das durch den Rückgang nicht mehr gelohnt“, erklärte Wöstmann.

Nach Ansicht von Rüdiger Scholz aus Osnabrück gibt es in der Branche Überkapazitäten. „Nur die, die eine permanente Erneuerung schaffen und sich entwickeln“, würden weiterbestehen. Sonderangebote bei Getränken oder bestimmte Motto-Veranstaltungen seien besonders wichtig, sagte Janssen. „Wir müssen immer aktiv bleiben, aber oft fehlen die finanziellen Mittel.“ Das sieht auch Wöstmann ähnlich: „Früher reichte der Künstler auf der Bühne, heute wollen die Leute ein Komplettpaket mit günstigem Getränk und Eintritt.“

Auf Sonderaktionen setzt auch der „Club Savoy“ im ehemaligen Gebäude der Landeszentralbank in Göttingen. Der Club, dessen Musikspektrum von House, Alternative über Charts und Black-Music bis HipHop reicht, hat nach Angaben eines Sprechers „in den Semesterferien immer etwas Flaute“. „Wirtschaftskrise nein! Aber wir locken trotzdem mit sensationellen Getränkepreisen Durstige an“, sagte er.

Voll im Trend zu liegen scheint dagegen die mobile Disco „Ufo Lightshow“ aus Friedland bei Göttingen. Sie bietet Disco- und Tanz-Veranstaltungen in den Gemeinden zwischen Hannover und Kassel. „Wir sind bis in den Herbst hinein jedes Wochenende restlos ausgebucht“, berichtete Geschäftsführer Nils Bargsten. Es müsse auch nicht immer Disco-Musik sein. „Wir haben für jede Altersklasse die richtige Musik.“

lni

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