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Regional X-place und Göttinger Tageblatt stellen „Simply local“ vor
Nachrichten Wirtschaft Regional X-place und Göttinger Tageblatt stellen „Simply local“ vor
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18:38 21.05.2014
Von Hanne-Dore Schumacher
Informieren über Chancen für den lokalen Handel im Netz: Uwe Graells, Michael Volland, Willi Klie und Heiko Weiland (von links).
Informieren über Chancen für den lokalen Handel im Netz: Uwe Graells, Michael Volland, Willi Klie und Heiko Weiland (von links). Quelle: Heller
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Göttingen

Sie bestellt sich ein Ballkleid, das nicht passt und dessen Änderung sie anschließend 80 Euro kostet. Lenk, Geschäftsführerin von Madsack Online, zählt zur wachsenden Gruppe von Frauen, die verstärkt online einkaufen. Am Dienstagabend gehörte sie zu den 80 Geschäftsleuten, die sich beim City-Treff von Pro City und und Handelsverband Hannover (HVH) über neue Möglichkeiten des Einkaufens informierten. Die Göttinger X-place GmbH und das Tageblatt präsentierten „Simply local – eine Idee aus Göttingen“.

50 Millionen Bundesbürger lesen täglich Tageszeitung. Von Zeitungssterben, so Tageblatt-Geschäftsführer Uwe Graells, könne also keine Rede sein. Dennoch wachse die Zahl derer, die sich Informationen zusätzlich aus dem Internet holten. Aktuell sind es 77,2 Prozent. Eine Tatsache, der sich Zeitungsmacher ebenso stellen müssten wie der stationäre Handel. „Wir sitzen im selben Boot“, so der Tageblatt-Chef, dessen Haus täglich 105 000 Leser mit Nachrichten beliefert.

Graells fordert Crossmedia, („nicht nur Print, sondern auch online denken“), um die Leser und Kunden überall dort zu erreichen, wo sie sich informieren. Tageblatt-Anzeigenleiter Heiko Weiland nennt das Motto: „Voneinander lernen, miteinander handeln.“

„Handel ist Wandel“

„Simply local“ heiße nichts anderes als „Ich shoppe lokal“. Alexander Solisch, Portalmanager der Mediengruppe Madsack, stellte das Mitte Juli in Göttingen startende Online-Portal für den lokalen Handel vor: Ich suche einen Schlafanzug für die Tochter, Lillifee von Schiesser, Größe 154, in Göttingen. Eingabe, Antwort: Sylvester-Märten, Ware vorhanden. Reservieren, abholen, liefern? Alles ist möglich. Der Kunde bestimmt.

„Wir sind die Antwort auf Amazon und Co“, beschreibt Michael Volland die neue Plattform „Simpy local“. Man müsse Göttingen als großes Lager definieren, sagt der Geschäftsführer von X-place (Marktführer für interaktive Kundeninformationen) und nennt Zahlen zum e-commerce: 65 Prozent der Smartphonenutzer suchten ihre Wunschprodukte zuerst beim stationären Handel. Seine Firma X-place mit 180 Beschäftigten und Sitz im Tuchmacherweg arbeite für den stationären Handel, vorwiegend für große Ketten wie Saturn und Media Markt. Für kleine Geschäfte, die es deutlich schwerer im Netz hätten, lautet Vollands Vorschlag „Simply local“.

„Handel ist Wandel“, betonte HVH-Vorsitzender Willi Klie. Jeder dritte Verbraucher shoppe  heute online, und jedes Jahr (seit 2000) zählten die Innenstädte 3 bis 5 Prozent weniger Kunden. Klie beklagte zudem wachsenden „Beratungsdiebstahl“ – im Laden beraten lassen, online kaufen. Der Inhaber von Sylvester-Märten, der seine Ware bereits online präsentiert, weiß auch um die hohen Kosten eigener Online-Shops.

Kontakt unter simply-local@goettinger-tageblatt.de oder unter Telefon: 05 51 / 901-245

►Kommentar: Lokal einkaufen

Im Internet sind fast alle unterwegs. Die Alten immer häufiger, die Jungen fast ausschließlich. Nachrichten, Netzwerke, Nudeln, Nachthemden – online ist fast alles zu erwerben. Der weltweite Handel macht es möglich. Doch, wem nutzt es? Den Konzernen sicher, den Global Playern, Google, Apple und Co.

Der stationäre Handel, vor allem die kleinen Geschäfte (die eine Stadt erst attraktiv machen) bleiben auf der Strecke. Aber warum Nachtwäsche in München ordern, wenn es das gleiche Produkt in Göttingen gibt? Der Kunde muss es nur wissen. Dafür ist „Simply local“ konzipiert, und das macht Sinn. Wer, was, wo in der Region zu bieten hat, muss kommuniziert werden. So simpel ist das.

 Aktuelle Infos, dafür sorgt X-place, breit gestreut mit größter Reichweite, dafür sorgt das Tageblatt. Wer sein Geld in Göttingen, Münden oder Duderstadt ausgibt, sichert nicht nur das Überleben der kleinen Geschäfte, er sichert auch Steuereinnahmen für die Stadt und ihre Bürger. Die Göttinger sind bereit, ihr Geld in der Region zu lassen, wenn die Bedingungen (Produkt, Preis, Einkauf) stimmen. Die Identifikation mit heimischen Anbietern und deren Produkten ist hoch. Gutes Beispiel:  Gö-Strom.